Aktuell

Öko: Je mehr, desto besser

(22.08.2016) Bessere Rahmenbedingungen für den Ökolandbau mahnen die grünen Bundestagsabgeordneten Friedrich Ostendorff und Harald Ebner an. In einem gemeinsamen Forderungspapier warnen die Abgeordneten vor einer Beeinträchtigung der Kreislaufwirtschaft durch eine Reglementierung der Lagerung und Ausbringung von Festmist in der novellierten Düngeverordnung. Bei der Revision der EU-Ökoverordnung müssten die Einführung spezifischer Grenzwerte für Ökolebensmittel verhindert und die Kontrolle der Prozessqualität erhalten bleiben. Ostendorff und Ebner bekräftigen ferner ihre Forderung nach einem bundesweiten Gentechnikgesetz für ein Anbauverbot gentechnisch veränderter Pflanzen und plädieren erneut für eine Aufstockung des Bundesprogramms Ökolandbau auf 60 Mio Euro, wie sie auch vom Deutschen Bauernverband (DBV) gefordert wird. Auch eine höhere Umschichtung von der Ersten in die Zweite Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) steht auf der Liste der Grünen-Politiker. Ihrer Auffassung nach hätten die Bundesländer durch eine Verschiebung von 15 Prozent ausreichend Finanzmittel zur Förderung des Ökolandbaus.

DBV und BÖLW gegen Sperrfristen für Festmist und Kompost

(18.08.2016) Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) sind sich hinsichtlich der Novelle der Düngevorordnund einig: Festmist und Kompost sollen zeitlich unbeschränkt ausgebracht werden dürfen und die Lagerkapazitäten bei Festmist sollen nicht ausgeweitet werden. Festmist und Kompost werden häufig im Winter auf gefrorenen Boden ausgebracht, um die Böden zu schonen. Bei sachgerechter Anwendung sei keine negative Auswirkung auf das Grundwasser zu erwarten. Auch seitens der Wissenschaft werde kein Bedarf für einschränkende Regelungen gesehen, wie sie im vorliegenden Regierungsentwurf geplant seien. Generell dürften Betriebe mit geringen Nährstoffsalden, von denen keine negativen Umweltwirkungen ausgingen, nicht mit zusätzlichen Anforderungen belastet werden. Beide Seiten betonten den wichtigen Beitrag von Festmist und Kompost zur Kreislaufwirtschaft, zum Grünlanderhalt sowie zum Gewässerschutz und zur Bodenfruchtbarkeit. Mit Sperrfristen für die Ausbringung im Herbst und Winter, wie sie im Entwurf zur neuen Düngeverordnung vorgesehen seien, würden gerade die Betriebe gefährdet, die diese wasser- und bodenschützende Kreislaufwirtschaft praktizierten. Die Auswirkungen des neuen Düngerechts auf die landwirtschaftlichen Betriebe schätzen die Verbände als weitreichend ein. Sie wollen sich gemeinsam für eine zügige und praxistaugliche Neufassung des Düngerechts einsetzen.

Landwirtschaftsministerin kündigt Öko-Feldtage an

(10.08.2016) Hessens Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) kündigt offiziell die ersten bundesweiten Öko-Feldtage an. Am 21. und 22. Juni 2017 werden die Öko-Feldtage auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen, dem Lehr- und Versuchsbetrieb der Universität Kassel stattfinden. Initiiert wurden die Öko-Feldtage von der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL), die Veranstaltung erfolgt gemeinsam mit der FiBL Projekte GmbH, Mitveranstalter ist das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Schirmherr ist der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).

Neues Netzwerk Ökologischer Landbau

(08.08.2016) Akteure des Ökolandbaus in Mecklenburg-Vorpommern werden ab September 2016 noch stärker zusammenarbeiten: Dann soll unter Federführung der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA) in Gülzow das "Netzwerk Ökologischer Landbau" seine Arbeit aufnehmen. Das Land stellt dafür 555.000 Euro bereit. Im Netzwerk vertreten sind für die Verbände Bioland Ost e.V., für die Biogastronomie und -verarbeitung ländlichfein e.V., für die Beratung die LMS Agrarberatung GmbH und der Ökoring und für die Wissenschaft die LFA. Durch die Mitarbeit in einem Beirat werden weitere Einrichtungen und Unternehmen am Projekt beteiligt, darunter Biopark, Naturland, Demeter und Verbund Ökohöfe Nordost, der BUND sowie Praxisbetriebe aus Landwirtschaft und Gastronomie. Inhaltlich werden die Themen Tierhaltung, Ackerbau, Gartenbau, Vermarktung und Gastronomie aufgearbeitet.

Land-Fußabdruck: EU konsumiert auf Kosten anderer

(02.08.2016) Die EU nutzt weitaus mehr Agrarfläche als ihr zusteht und lagert so Umweltfolgen und soziale Konflikte in andere Weltregionen aus. Darauf macht ein Bericht von Friends of the Earth Europe aufmerksam. Demnach benötigt die EU fast 270 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, um ihre Lebensmittelproduktion und nicht nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken aufrechtzuerhalten. Gut 40 Prozent des Landes liegt außerhalb der EU – etwa eine Fläche so groß wie Italien und Frankreich zusammen. Das gefährdet Ökosysteme, treibt die Umwandlung von Wäldern in Plantagen voran, verursacht Landdegradation und Biodiversitätsverlust. Zudem führt der EU-Flächenbedarf zu Landgrabbing und Vertreibungen. Auf Fleisch und Milchprodukte entfallen 70 Prozent der Fläche oder 196 Millionen Hektar Land, ein Drittel davon auf den Fleischkonsum. Die Autoren des Berichts empfehlen die Entwicklung von Politiken und Anreizen, die auf eine Verringerung des Konsums landintensiver Lebensmittel oder von Produkten mit negativen Folgen für die Umwelt abzielen, insbesondere tierischer Produkte.

Ökolandbau schützt vor Hochwasser

(25.07.2016) Laut Umweltbundesamt speichern ökologisch bewirtschaftete Böden mehr Wasser und können vor Überschwemmungen schützen. Deshalb sollte der Ökolandbau als Strategie des Hochwasserschutzes gefördert werden. Zu diesem Schluss kommt das Positionspapier Böden als Wasserspeicher, dass die Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt (KBU) veröffentlicht hat. Ökologisch bewirtschaftete Böden weisen wegen ihrer signifikant höheren biologischen Aktivität doppelt so hohe Versickerungsraten auf wie konventionelle. Um diese Erkenntnis in politisches Handeln umzusetzen könnte man den ökologischen Landbau gezielt und mit ausreichenden Anreizen fördern, empfehlen die Experten. Sie machen dazu den Vorschlag, zur Kompensation urbaner Versiegelung im Einzugsgebiet die Umstellung der doppelten Fläche auf Ökologischen Landbau anzustreben.

China an vierter Stelle der globalen Biomärkte

(20.07.2016) Obwohl die Volksrepublik China schon seit geraumer Zeit viel Bio liefert lagen jahrelang keine offiziellen Daten zum Biomarkt des Landes vor. Biofläche, Produktionsmengen, aber auch der Biokonsum sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen und haben, den nun vorliegenden Zahlen zufolge, China an vierte Stelle im weltweiten Ranking der Biomärkte katapultiert. Karin Heinze war in China unterwegs und sprach auf der BioFach in Shanghai mit IFOAM-Asien-Vorsitzendem Zhou Zheijang und Markus Arbenz Geschäftsführer IFOAM Organics International.

Premiere: erstmals Öko-Feldtage in Deutschland

(18.07.2016) Am 21. und 22. Juni 2017 werden die ersten bundesweiten Öko-Feldtage stattfinden, und zwar auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen, dem Lehr- und Versuchsbetrieb der Universität Kassel. Firmen aus den Bereichen Landtechnik, Saatgut, Betriebsmittel etc. präsentieren ihre neuesten Produkte. Vertreter von Ausstellern, aus Handel und Politik bekommen zudem viele Foren, um sich mit Landwirten zu allen aktuellen Themen des Ökolandbaus auszutauschen. Initiiert wurden die Öko-Feldtage von der Stiftung Ökologie & Landbau, die Veranstaltung erfolgt gemeinsam mit der FiBL Projekte GmbH. Mitveranstalter sind das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und die Domäne Frankenhausen.

Wissenschaftstagung: Verlängerung Call for Papers

(15.07.2016) Die Abgabefrist für Beiträge zur 14. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau wurde verlängert. Beiträge können noch bis zum 15. August 2016 eingereicht werden. Beiträge zum Tagungsband umfassen zwei (Poster) bzw. vier (Vorträge) Seiten. Ebenfalls können ab sofort Vorschläge bzw. Konzepte für Workshopbeiträge eingereicht werden. Die Workshops sollen dazu beitragen, die Zukunft der ökologischen Agrar- und Ernährungswirtschaft mitzugestalten. Ziel ist, aktuelle Erkenntnisse aus der Wissenschaft zu vermitteln und Impulse für relevante Forschungsfragen zu liefern. Die Auswahl aus den eingereichten Vorschlägen (zwei bis vier Seiten) erfolgt nach festgelegten Kriterien.

Die entsprechenden Vorlagen sowie Zitierrichtlinien können auf der Tagungshomepage heruntergeladen werden. Zum Einreichen der Beiträge bitte die Tagungshomepage oder direkt das Onlineportal nutzen.

EU-Länder wollen Konzept des BÖLN-Trainee-Programms übernehmen

(14.07.2016) Internationale Partner des Projekts "AgriSpin" lobten das Konzept des Traineeprogramm Ökolandbau als besonders innovatives Konzept zur Förderung und Verbesserung der europäischen Landwirtschaft. "Das schaffen sonst nur internationale Großkonzerne", so Michael Kügler vom EU-Verbindungsbüro des Verbands der Landwirtschaftskammern (VLK). AgriSpin ist ein von der EU gefördertes Projekt, über das neue landwirtschaftliche Konzepte und Innovationen, die sich in der Praxis bewährt haben, weiteren EU-Partnerländern verfügbar gemacht werden sollen. Mit dem Traineeprogramm Ökolandbau fördert das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere nachhaltige Formen der Landbewirtschaftung (BÖLN) jedes Jahr 25 Hochschulabsolventen. Diese durchlaufen in Unternehmen der Biobranche eine einjährige, berufsbegleitende Ausbildung zur Fach- oder Führungskraft. Das Programm ermöglicht den Teilnehmern, weitreichende Kontakte innerhalb der Ökobranche über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg aufzubauen.

Mehr Betriebe und größere Fläche

(13.07.2016) Der ökologische Landbau in Deutschland ist 2015 weiter stabil gewachsen. Das geht aus den Jahresmeldungen der Länder hervor. Die Zahl der ökologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betriebe betrug 24.736, das waren 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr (2014: 23.398). Die ökologisch bewirtschaftete Fläche von 1.088.838 Hektar wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozent (2014: 1.047.633 ha). Insgesamt betrug der Anteil der Biobetriebe an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe im vergangenen Jahr 8,7 Prozent (2014: 8,3%), der an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche 6,5 Prozent (2014: 6,3%). Insgesamt waren 2015 im Biosektor 38.259 Erzeuger, Verarbeiter/Aufbereiter, Importeure und Handelsunternehmen tätig.

Zukunftslösungen auf der Biofach 2017

(12.07.2016) Ökologische Zukunftslösungen aus globaler und lokaler Perspektive stehen im Fokus der kommenden Biofach, die vom 15. bis 18. Februar 2017 in Nürnberg stattfindet. Nach Angaben der NürnbergMesse GmbH wird die Ökobranche "Bio" als ganzheitlichen gesellschaftlichen Entwicklungsansatz präsentieren und die Vielfalt sowie die Verantwortung in den Fokus der Schau rücken. Der Internationale Schirmherr, die Internationale Vereinigung ökologischer Landbaubewegungen (IFOAM - Organics International), und der nationale ideelle Träger, der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), gestalteten gemeinsam mit der Weltleitmesse diesen Schwerpunkt.

Dresdner Erklärung der Öko-Erzeugerverbände zum Haushaltsentwurf des BMEL 2017

(08.07.2016) Bei einer Klausur der acht deutschen Bioerzeugerverbände in Dresden verabschiedeten deren Vorsitzenden eine Erklärung zum gestern vorgelegten Haushaltsentwurf des Bundesagrarministeriums 2017. Mit größtem Unverständnis nehmen sie darin zur Kenntnis, dass der Haushaltsentwurf keinerlei zusätzliche Mittel vorsieht, um das Ziel "20 Prozent Ökolandbau" zu erreichen. Obwohl der Agraretat um 300 Millionen Euro ansteigen soll und der Bundesagrarminister seit 2014 an einer Zukunftsstrategie Ökolandbau arbeite, seien zur Umsetzung der Strategie keine Mittel eingeplant. Die Bioverbände fordern den Minister deshalb auf, die gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband aufgestellte Forderung, die Forschungsmittel für Bio auf 60 Millionen Euro zu erhöhen, umzusetzen.

Bewerbung zur Durchführung der bio-offensive Betriebschecks startet

(07.07.2016) Die bio-offensive als Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) und dem Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) geht in die nächste Runde. Interessierte Beratungsorganisationen und Marktpartner des Ökolandbaus können sich ab sofort für die Durchführung der Betriebschecks bewerben. Mit dem niedrigschwelligen Erstberatungsinstrument haben umstellungsinteressierte Landwirte die Möglichkeit, Chancen und Potenziale sowie Risiken und Herausforderungen einer Umstellung betriebsindividuell auszuloten. Neben der persönlichen Voraussetzung und Motivation des Betriebsleiters werden außerdem mögliche Vermarktungswege für die ökologisch erzeugten Produkte geprüft. Die bio-offensive wird unterstützt aus Fördermitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank

Alle notwendigen Bewerbungsunterlagen können unter www.bio-offensive.de heruntergeladen werden.

Studie zu Ökolandbau in den Tropen

(05.07.2016) Biobauern in tropischen Ländern erzielen ähnliche Erträge wie ihre konventionellen Kollegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie, die das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) seit 2007 in Kenia durchführt. Das Ergebnis widerspreche dem Mythos, dass der Biolandbau für vergleichbare Erträge größere Anbauflächen benötigt, erklärte das FiBL. Nach fünf Jahren würden Biolandwirte dank der geringeren Produktionskosten und der höheren Marktpreise für Ökoerzeugnisse höhere Erträge erzielen. Nach dem sechsten Jahr ließen sich diese auf 53 Prozent beziffern. Laut FiBL hat der Bioansatz in Parallelstudien beim Baumwollanbau in Indien und der Kakaoproduktion in Bolivien zu ähnlich positiven Ergebnissen geführt.

Kein Fortschritt bei EU-Öko-Verordnung

(04.07.2016) Im Rahmen der EU-Agrarministerkonferenz in Luxemburg berichtete der Niederländische Agrarminister Van Dam vergangene Woche über den Stand der Verhandlungen zum neuen Biorecht. Dieser sei insgesamt enttäuschend, kommentiert der BÖLW. Nach über zwei Jahren Verhandlungen sei eine Einigung von EU-Agrarministern, EU-Parlament und EU-Kommission für ein neues Biorecht nicht in Sicht. Auch bei der Sicherung von Bioimporten und bei der notwendigen Verbesserung der Umsetzung der Bioregeln gebe es keinen echten Fortschritt. Konsumenten und Biobauern, -Verarbeiter und -Händler hätten immer noch keine Gewissheit, welche Regeln in Zukunft gelten, weil ein Ende der Verhandlungen nicht absehbar ist.