Aktuell

Bio weiter auf Wachstumskurs

(11.02.2016) Die Nachfrage nach Bioprodukten nimmt weltweit zu. Immer mehr Produzenten wirtschaften biologisch, die Biofläche wächst weltweit auf 43,7 Millionen Hektar. Inzwischen liegen aus 172 Ländern Zahlen zum Biolandbau vor, wie die jüngste Ausgabe der Studie „The World of Organic Agriculture“ zeigt. Diese wird von FiBL und IFOAM – Organics International gemeinsam herausgegeben. Das Marktforschungsunternehmen Organic Monitor beziffert den globalen Markt für Bioprodukte 2014 auf 80 Milliarden US-Dollar (über 60 Milliarden Euro). Der grösste Markt sind die Vereinigten Staaten (27,1 Milliarden Euro), gefolgt von Deutschland (7,9 Milliarden Euro) und Frankreich (4,8 Milliarden Euro). Auch 2014 verzeichneten einige wichtige Märkte ein zweistelliges Wachstum. Spitzenreiter war Schweden, wo der Markt um mehr als 40 Prozent zulegte. Es gibt 2,3 Millionen Produzenten weltweit. Wie in den Vorjahren sind die Länder mit den meisten Produzenten Indien, Uganda und Mexiko.

Bioland und Gäa sind jetzt Partnerverbände

(04.02.2016) Die beiden Bioverbände Bioland und Gäa arbeiten seit dem 1. Januar 2016 als Partnerverbände zusammen. Sie haben nun die gleichen Richtlinien, Zertifizierungsverfahren und ein einheitliches Beitragssystem, bleiben jedoch eigenständige Vereine mit ihren jeweiligen Markenzeichen. Die neue Partnerschaft sende ein wichtiges Signal an die Biobranche, so die Verbände: Die heimischen Betriebe könnten die Nachfrage im Markt besser befriedigen, die Angebote in der Fachberatung können ausgebaut und weitere Synergieeffekte genutzt werden.

Bewerbungsfrist für Ceres Award noch bis 15. April

(03.02.2016) Der "Ceres Award" - die Auszeichnung zum Landwirt des Jahres - startet in eine neue Runde. Wie der Deutsche Landwirtschaftsverlag (dlv) als Veranstalter mitteilte, können sich Bauern bis zum 15. April in verschiedenen Kategorien bewerben, die die gesamte Vielfalt der heutigen Landwirtschaft widerspiegeln. Der Award bietet dem Verlag zufolge eine öffentlichkeitswirksame Plattform, um die Fähigkeiten und bedeutenden Leistungen der Landwirte hervorzuheben, die sich mit Ideenreichtum, Zielstrebigkeit und Ausdauer in ihrem Beruf engagieren. Dem Gewinner winken 10 000 Euro Preisgeld für einen guten Zweck und 50 Betriebsstunden eines aktuellen Deutz-Fahr-Traktorenmodells auf dem eigenen Hof. Die Finalisten des Wettbewerbs nehmen an der festlichen Verleihung des Preises im Herbst dieses Jahres bei der "Nacht der Landwirtschaft" in Berlin teil.

Schleswig-Holstein will Stickstoffeinträge reduzieren

(01.02.2016) Bei der Vorlage des ersten Nähstoffberichts am 26.01. sind die Nährstoffüberschüsse in Schleswig-Holstein höher als bislang bekannt und belasten Grundwasser und Oberflächengewässer. Betroffen sind Gebiete mit intensiver Tierhaltung und einer großen Anzahl an Biogasanlagen. Diskutiert wird eine generelle Nährstoffuntersuchungspflicht sowie Sperrfristen zur Ausbringung und eine neunmonatige Lagerkapazität für flüssige Wirtschaftsdünger. Zudem ist eine Hoftorbilanz im Gespräch. Der Durchschnitt des Stickstoffsaldos liegt bei 80 Kilogramm Stickstoff pro Hektar, einschließlich Ammoniakemissionen bei 118 Kilogramm. Eine zusätzliche Speicherung von Stickstoff im Boden finde kaum noch statt. Um die Landwirte bei der effizienten Düngung zu unterstützen, werde das Land schon 2016 ein neues Förderprogramm für boden- und gewässerschonende Düngetechniken starten. Das Volumen wird bei bis zu einer Millionen Euro pro Jahr liegen. Landwirte könnten dann für die Anschaffung entsprechender Maschinen für die Gülleausbringung voraussichtlich vom Spätsommer an eine Förderung von bis zu 20 Prozent beantragen.

Sikkim ist Indiens erster Biobundesstaat

(27.01.2016) Die Landwirtschaft in der im Nordwesten Indiens gelegenen Himalaya-Region ist seit Ende 2015 zu 100 Prozent Dünger-, Gentechnik- und Pflanzenschutzmittelfrei. Die 75.000 Hektar Agrarfläche des Landes werden nun komplett ökologisch bewirtschaftet. Bereits seit 2003 ist die Transformation des dortigen Agrarsystems auf Betreiben der Regierung im Gange. Dünge- und Pflanzenschutzmittel wurden seitdem verringert und der Verkauf verboten, so dass die Bauern die Praktiken des Ökolandbaus anwenden mussten. Neben den bekannten Vorteilen des Biolandbaus wie Steigerung der Bodenfruchtbarkeit, Erhaltung der Artenvielfalt und den Umweltschutz hoffen die Menschen vor Ort auf den Ökotourismus. Weitere indische Staaten wollen dem Beispiel Sikkims nun folgen.

Ökolandwirtschaftsstrategie Nordrhein-Westfalen 2020

(26.01.2016) Die nordrhein-westfälische Landesregierung will den Ausbau des Ökolandbaus in dem Bundesland weiter forcieren. Ziel sei es, die Ökolandwirtschaft "ambitioniert auszubauen" und die stetig wachsende Nachfrage nach Biolebensmitteln möglichst mit heimischer Ware zu decken. Der Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne) präsentierte zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin die "Ökolandwirtschaftsstrategie Nordrhein-Westfalen 2020". Ein Schwerpunkt dieser Strategie liegt in einer besseren Vernetzung der Branchenakteure. Regionale Partnerschaften zwischen Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung sollen gefördert werden. Allein für die Förderung des ökologischen Anbaus sind bis 2020 insgesamt 133 Mio Euro vorgesehen. Diese Mittel stammten aus dem neuen Landesprogramm Ländlicher Raum. An der Finanzierung seien neben dem Land auch der Bund und die Europäische Union beteiligt. Zudem stünden noch Mittel für Bildungs- und Beratungsmaßnahmen, einzelbetriebliche Investitionen wie Stallbauten und für die Vermarktung bereit.

Bundespreis Ökolandbau verliehen

(21.01.2016) Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt hat heute auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin den Bundespreis an drei besonders erfolgreiche Biobetriebe übergeben. Folgende Höfe wurden für ihre gesamtbetriebliche Konzeption ausgezeichnet:

  • Bio-Rinderzucht Harzer Rotes Höhenvieh - Der Betrieb hält 240 Rinder dieser vom Aussterben bedrohten Rasse von Frühjahr bis Herbst auf der Weide , die Wintermonate verbringen sie in einem artgerechten Außenklimastall. Die Biofleisch- und Wurstwaren werden ausschließlich in der Region vermarktet, und auch im lokalen Naturschutz ist der Betrieb aktiv. Der Betrieb wird für seine gesamtbetriebliche Konzeption mit dem Bundespreis Ökologischer Landbau ausgezeichnet.
  • Hofgut Oberfeld Landwirtschafts AG - Neben der besonderen Vielseitigkeit des Betriebs mit Acker- und Gemüsebau sowie der Haltung von Tieren überzeugte vor allem die innovative Unternehmensorganisation. Die 120 Aktionäre der Landwirtschafts-AG sind größtenteils engagierte Bürger.
  • Hof Kaemena in Verbindung mit Blocklander Eisdiele 'Snuten lekker' - Als besonders innovativ hob die Jury die Veredelung der Biomilch zu Speiseeis hervor; die insgesamt 38 Sorten des Blocklandeises werden ausschließlich mit saisonalen Zutaten produziert und wechseln im Jahresverlauf.

  • Hintergrundinfos, Betriebsportraits, Laudatios und Videos gibt's auf Ökolandbau.de

23.000 demonstrieren gegen die Agrarindustrie

(18.01.2016) Unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt! Keine Zukunft ohne Bäuerinnen und Bauern“ demonstrieren am 16.01.2016 in Berlin 23.000 Menschen mit 130 Traktoren für bäuerliche Zukunftslandwirtschaft und eine Agrarwende. Bauern und Verbraucher waren dem Aufruf von über 100 Organisationen aus Landwirtschaft, Imkerei, Natur-, Tier- und Verbraucherschutz, Entwicklungsorganisationen und dem Lebensmittelhandwerk zur sechsten „Wir haben es satt!“-Demonstration gefolgt. Die Demonstranten forderten von der Bundesregierung, die Weichen für eine bäuerliche und ökologischere Zukunftslandwirtschaft zu stellen. Hierbei geht es um Bauernhöfe, die umwelt- und klimafreundlich wirtschaften, die Sicherung des Rechts auf Nahrung weltweit, die Erhaltung starker Strukturen im ländlichen Raum, artgerechte Tierhaltung, gentechnikfreies Arbeiten und den Grundsatz fairer Handelsbeziehungen.

Kritischer Agrarbericht: keine Wachstumslandwirtschaft ohne Wertschöpfung

(14.01.2016) Zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche in Berlin präsentierte das AgrarBündnis seinen Kritischen Agrarbericht 2016. Schwerpunkt des 320 Seiten starken Jahrbuches ist das Thema "Wachstum": Betriebliches Wachstum und Rationalisierung seien keine Allheilmittel zur Krisenbewältigung mehr. Wachstum an sich könne die Existenz der Höfe nicht garantieren, gefährde Ressourcen, diene nicht dem Tierwohl und schade der Ernährungssouveränität von Entwicklungsländern. Es sei auch in der Landwirtschaft längst kein Indikator mehr für Wohlstand und die versprochene ‚Entkopplung' der wirtschaftlichen Entwicklung vom Ressourcenverbrauch, die als ‚grünes Wachstum' verkauft wird, finde kaum statt. Es sei daher überfällig, alle agrarpolitischen Instrumente auf ein bäuerliches und ökologisches Agrarsystem und auf dessen Fortentwicklung auszurichten.

Fleischatlas 2016 herausgekommen

(13.01.2016) Die Heinrich-Böll-Stiftung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben heute in Berlin den ersten "Fleischatlas Deutschland Regional 2016" zu Fleischproduktion und -konsum in den 16 Bundesländern veröffentlicht. Demnach konzentriert sich die Produktion von Fleisch auf immer weniger Betriebe, zugleich setzt sich das Höfesterben ungebremst fort. Die Fleischproduktion wächst in jenen Bundesländern am stärksten, in denen bereits überdurchschnittlich viele Tiere gemästet werden. Inzwischen seien über 80 Prozent der Deutschen aber auch bereit, höhere Preise für Fleisch und Wurst zu zahlen, wenn sie dadurch zu besseren Haltungsbedingungen der Tiere beitragen könnten. Der neue Fleischatlas präsentiert auf über 50 Seiten und in zahlreichen Grafiken erstmalig die Zahlen und Fakten rund um Fleischproduktion und -konsum in jedem der 16 deutschen Bundesländer. Er steht ab sofort als Download zur Verfügung.

Neue Ökologie & Landbau erschienen

(06.01.2016) Die Sehnsucht nach einer Lebensmittelidentität nimmt zu. Ökologische Lebensmittelhersteller haben die Chance, diese Sehnsucht nach "wahrhaftigen" Produkten zu bedienen. Gilt es doch, die spezifischen Qualitäten ökologischer Rohwaren in marktgängige Bioprodukte umzusetzen und dem Handel beziehungsweise Endkunden zu vermitteln.
In ihrer aktuellen Ausgabe geht die Zeitschrift Ökologie & Landbau den Fragen nach, welche Maßstäbe an die Verarbeitung ökologischer Lebensmittel angelegt werden sollen und wie eine Transparenz im Handel hinsichtlich der Herstellungsunternehmen gewährleistet werden kann.

Demonstration "Wir haben es satt!"

(05.01.2016) In Berlin findet am 16. Januar die "Wir haben es satt!"-Demonstration am Potsdamer Platz statt. Gefordert werden ökologisch hochwertige und gesunde Lebensmittel von Bauernhöfen mit fairen Preisen und Marktbedingungen weltweit. Agrar- und Ernährungspolitik solle sich an den Interessen der Menschen, Tiere und Umwelt, nicht der Konzerne orientieren. Aufgerufen sind konventionell und biologisch wirtschaftende Bauern, Verarbeiter, Verbraucher,Naturschützer, Fleischesser und Veganer. Das breite Bündnis aus allen Schichten und Branchen fordert eine gesellschaftlich akzeptierte bäuerliche und ökologischere Land- und Lebensmittelwirtschaft.

Ökolandbau in der Berufsausbildung

(04.01.2015) Das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) hat eine Internetseite für Berufsschullehrer entwickelt, auf der Unterrichtsmaterialien für den Ökolandbau bereit stehen. Außerdem bietet es Fortbildungen für Berufsschullehrer an und unterstützt Exkursionen zu Biobetrieben. Der bundesweite Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Landwirt, der in Niedersachsen direkt umgesetzt wird, schreibt bereits seit 1994 80 Stunden "Alternative Landwirtschaft" vor. Die Umsetzung an den Berufsschulen im Land erfolgt dabei jedoch sehr unterschiedlich. Ziel der Initiative des KÖN ist die Stärkung der ökologischen Kompetenz zukünftiger Landwirte.