Aktuell

Erster "Wir haben es satt!"–Kongress

(21.08.2014) Mehr als 30.000 Menschen kommen zur jährlich im Januar stattfindenden "Wir haben es satt!"-Demonstration nach Berlin. Vom 2. bis 5. Oktober 2014 findet nun der erste "Wir haben es satt!"-Kongress in der Hauptstadt statt. Damit soll der jungen und bunten Bewegung, die sich für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft sowie eine gesunde Ernährung stark macht, ein Ort der Begegnung geschaffen werden, an dem eine gemeinsame Visionen entwickelt werden kann. Dies geschieht durch spannende Vorträge, Workshops, kontroverse Diskussionsrunden oder interaktive Großgruppenformate. Zudem erwartet die Besucher beim gleichzeitig stattfindenen Festival Stadt Land Food ein buntes Kulturprogramm und kulinarische Köstlichkeiten.

BÖLW und DBV lehnen Kommissionsvorschlag zur EU-Öko-Verordnung ab

(20.08.2014) Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und der Deutsche Bauernverband (DBV) wenden sich gemeinsam gegen die von der EU Kommission angestrebte Total-Revision der EU-Öko-Verordnung. Dies machten die Vorstände des BÖLW, Felix Prinz zu Löwenstein und Jan Plagge sowie DBV-Präsident Joachim Rukwied und der Öko-Beauftragte des DBV, Heinrich Graf von Bassewitz, anlässlich eines gemeinsamen Gespräches deutlich. Besonders kritisch wird das geplante Ende aller Ausnahmen in der Ökoerzeugung und die Einführung gesonderter Rückstandsgrenzwerte für Ökoprodukte bewertet. DBV und BÖLW halten beide Vorschläge für unrealistisch und wandten sich gegen einen geteilten Verbraucherschutz in der EU. Rukwied betonte, dass es nur einen einheitlichen Grenzwert geben dürfe, der wissenschaftlich begründet sein müsse. Eine Zweiteilung des Verbraucherschutzes würde zur Verunsicherung führen. Ein weiterer Gesprächsschwerpunkt war die Frage, wie die Marktposition der deutschen Bioerzeugung gestärkt werden kann. Ergänzend müsse die öffentliche Agrarforschung zur Produktivitätssteigerung im Ökolandbau ausgebaut werden, um dessen Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Das Spitzengespräch zwischen DBV und BÖLW soll jährlich wiederholt werden.

Gründung Bildungsnetzwerk Naturkost

(19.08.2014) Ab 2015 wird es spezielle Bildungsangebote geben, die genau auf den Bedarf der Naturkostbranche ausgerichtet sind. Mit der Gründung des Bildungsnetzwerk Naturkost GmbH im Juli dieses Jahres ist der Grundstein für dieses innovative Angebot gelegt worden. Die Gesellschaft mit Sitz in Überlingen wird vor allem die Naturkostbranche im Süden Deutschlands mit Fortbildungskursen, fachbezogenen Seminaren, Kongressen, Kochkursen, Exkursionen, Reisen u.v.m. versorgen. Ferner engagiert sich der Bildungsträger in Kooperation mit dem Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) und der IHK für Qualifizierungsmaßnahmen mit öffentlich-rechtlichem Weiterbildungsabschluss. Zu den sechs Gründungsmitgliedern gehören folgende Unternehmen: Bodan Großhandel für Naturkost in Überlingen, Chiemgauer Naturkosthandel in Unterreit-Grünthal, Rinklin Naturkost in Eichstetten, Tagwerk in Dorfen, Handelskontor Willmann für Naturprodukte in Vaihingen sowie Ökoring Handels GmbH in Mammendorf.

Der Fall TTIP in der ARD

(04.08.2014) Das Freihandelsabkommen soll zwei der größten Wirtschaftsräume der Erde enger miteinander verbinden und viele Bereiche umfassen: Arbeitsrecht, Finanzdienstleistungen, öffentliche Daseinsvorsorge, Datenschutz, Lebensmittelrecht. Obwohl am Ende circa 800 Millionen Bürger diesseits und jenseits des Atlantiks betroffen sein werden, wird im Geheimen verhandelt. Die Zwischenergebnisse kommen selbst für Parlamentarier nur bruchstückhaft und oft nur für Experten verständlich an die Öffentlichkeit. Wenn aber selbst EU-Experten von einem nur sehr geringen Wachstum durch TTIP ausgehen – wer profitiert dann eigentlich vom Abkommen? Und was bedeutet es für uns, wenn Handelshindernisse abgeschafft werden? Diesen Fragen gehen Monitor-Redakteur Stephan Stuchlik und Co-Autor Kim Otto seit Monaten nach. Sie haben mit den Verantwortlichen gesprochen, den Unterhändlern und Lobbyisten in den USA und der EU. Ihre wichtigste Informationsquelle sind geheime Papiere, die ihnen zugespielt werden und die all das zeigen, was keiner offen erklären will: Grundsätzliche Standards in Europa sind in Gefahr.

Organic 3.0: Strategieprozess für effiziente Ökoforschung

(24.07.2014) Aus Forschung, Forschungsförderung, Verbänden, Ministerien und Landwirtschaft haben sich mehr als 100 Akteure zur Veranstaltung des Fachforums „Zukunft des Systems Ökolandbau“ der Deutschen Agrarforschungsallianz (DAFA) getroffen. In der Einführung zeigte der Amtschef des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz aus Baden-Württemberg, Ministerialdirektor Wolfgang Reimer, die Herausforderungen des Ökolandbaus unter neuen Rahmenbedingungen auf. Die lebendige Diskussion in den nachfolgenden Arbeitsphasen erbrachte eine Vielfalt an Vorschlägen und innovativen Ideen, um den Ökolandbau konsequent und kreativ weiterzuentwickeln und damit nachhaltige Impulse für Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt zu setzen. Gemeinsam wollen die Teilnehmer nun eine Strategie entwickeln, mit der die Forschung die langfristige Weiterentwicklung der ökologischen Lebensmittelwirtschaft effizient unterstützen kann. Auf der BioFach 2015 in Nürnberg soll der bis dahin erreichte Stand der Arbeiten vorgestellt und in einem nachfolgenden Treffen des Fachforums gemeinsam ausgerichtet werden.

Signifikante Unterschiede zwischen biologischen und konventionellen Lebensmitteln

(17.07.2014) Der Gehalt an wichtigen Antioxidantien ist in biologisch angebauten Nutzpflanzen und daraus verarbeiteten Produkten bis zu 60 Prozent höher als in konventionellen. Das hat ein internationales Expertenteam unter Leitung der Universität Newcastle (Grossbritannien) in der bislang größten Studie ihrer Art herausgefunden. Bei seiner Auswertung von 343 Studien zu den Inhaltsstoffen von biologisch und konventionell angebauten Feldfrüchten hat das Forschungsteam festgestellt, dass der Wechsel zu einer Ernährung mit biologischem Obst, Gemüse und Getreide so viele zusätzliche Antioxidantien zur Verfügung stellen würde wie ein bis zwei zusätzliche Portionen Obst und Gemüse täglich. Die Studie ist der umfassendste Vergleich, der je zum Nährstoffgehalt von biologischen und konventionellen Lebensmitteln durchgeführt wurde. Sie ist das Ergebnis einer neuen und innovativen Art der systematischen Literaturprüfung und Meta-Analyse.

Neue Ausgabe der Ökologie & Landbau: Agrarpolitik

(16.07.2014) Agrarwirtschaft ist immer schon ein großes Politikum gewesen. Erst vor vergleichsweise wenigen Jahren hat der ökologische Landbau sein Mandat bekommen. Ob auf regionaler, Bundes- oder europäischer Ebene: inzwischen rückt der Ökolandbau auf politischen Agenden weiter nach oben. Denn er verknüpft aktuelle gesellschafts-, umwelt- und ernährungspolitische Fäden, was andere Bereiche nur teilweise können. Die neue Ausgabe der ÖKOLOGIE & LANDBAU beleuchtet, wie der Biolandbau gefördert wird und fragt, mit welchen Strategien die Bundesländer ihn verankern wollen. Sie analysiert Öko-Aktionspläne und erklärt, warum der Entwurf der EU-Kommission zur Revision der Ökoverordnung krankt.

Starke Abnahme der Biodiversität durch Intensivierung der Landwirtschaft

(02.07.2014) Die Biodiversität in Deutschland ist vor allem im Bereich der Agrarflächen ernsthaft bedroht. Dies zeigt eine aktuelle Analyse der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz, die jetzt in Berlin vorgestellt wurde. Die Studie "Naturschutz in der Agrarlandschaft am Scheideweg - Misserfolge, Erfolge, neue Wege" analysiert die Verluste biologischer Vielfalt in der Agrarlandschaft am Beispiel der Pflanzen und Vögel. So haben sich beispielsweise die Bestände von 15 der 20 typischen Brutvögel in landwirtschaftlich genutzten Lebensräumen kontinuierlich reduziert, bei drei Arten hat sich der Bestand seit 1980 sogar mehr als halbiert. Mindestens genauso dramatisch stellt sich die Situation der Blütenpflanzen der Agrarlebensräume dar, einzelne Arten haben seit den 1950er Jahren mehr als 99 Prozent ihres Bestands eingebüßt. Als Hauptursache für die fortschreitende Abnahme der Biodiversität wird die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft ausgemacht. Die Produktionsförderung für nachwachsende Rohstoffe und die hohe Nachfrage nach Grundstoffen zur Herstellung regenerativer Energieträger wie Biokraftstoffe oder Biogas heizen den Flächenbedarf an landwirtschaftlicher Nutzfläche noch zusätzlich an und gefährden so die letzten Refugien der Biodiversität. Um den Dialog zwischen den Interessengruppen und den politischen Entscheidungsträgern im Sinne eines partnerschaftlich betriebenen Umweltschutzes zu intensivieren, wurde ein 20-Punkte-Plan den Staatssekretären Jochen Flasbarth im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, und Dr. Robert Kloos im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft überreicht.