Aktuell

Biomilch stabil in der Preiskrise

(29.07.2015) Die Erzeuger von Biomilch in Deutschland haben im bisherigen Jahresverlauf keine Abschläge beim Milchgeld hinnehmen müssen. Laut einer Erhebung des Verbandes Bioland bei bundesweit 35 Ökomolkereien ist der Milchpreis zuletzt sogar leicht gestiegen. Er lag im Juni 2015 für ein Kilogramm ab Hof im Bundesmittel bei 47,4 Cent; das waren 0,1 Cent mehr als im Mai und 0,4 Cent mehr als zu Beginn des Jahres. Auch im Vorjahresvergleich ist kaum ein Minus festzustellen. Nach Angaben des Ökoverbandes haben im Juni insgesamt acht der 35 im Vergleich vertretenen Molkereien ihre Auszahlungsleistungen gegenüber dem Vormonat angehoben, und zwar zwischen 0,1 Cent/kg und 1,0 Cent/kg. Für Juli rechnet Bioland mit einer weiteren moderaten Preisbefestigung, da einige Milchverarbeiter bereits Milchpreiserhöhungen angekündigt haben. Marktexperten zufolge ist Ökomilch bei den Verbrauchern gefragt. Immer größer wird unterdessen der Preisabstand zur konventionell erzeugten Milch. Dort ist das Preisniveau für Milch mittlerweile unter die 30-Cent-Marke gerutscht und der Abstand zum Erzeugerpreis für Biomilch auf mehr als 17 Cent/kg angewachsen. Im Kalenderjahr 2014 belief sich die Differenz laut Bioland nur auf rund 11 Cent/kg.

KTBL veröffentlicht Zahlen zum Ökolandbau

(28.07.2015) Einen Überblick über den Biolandbau gibt das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) in einer neuen Publikation, die unter dem Titel "Faustzahlen für den Ökologischen Landbau" erschienen ist. Darin erhalten die Leser Antworten auf Fragen zur pflanzlichen und zur tierischen Erzeugung, zur Lagerung und Vermarktung sowie zur Betriebsführung und zur Biodiversität. Darüber hinaus geht das Kuratorium auf die besonderen Bedingungen des Ökolandbaus ein, vor allem auf die Kosten- und Leistungsstrukturen, aber auch auf die Möglichkeiten und Herausforderungen, etwa im Hinblick auf die Nährstoffversorgung und den Unkrautdruck. Laut KTBL werden mit den Faustzahlen Lücken geschlossen, wenn eigene Daten und Erfahrungen beispielsweise zur Überschlagsrechnung oder zu Vorplanungen fehlen. Die Inhalte werden in Tabellen strukturiert, in Grafiken veranschaulicht und in Texten erläutert. Die 760-seitige Schrift kostet in der Printversion 30 Euro und in der digitalen Ausgabe 27 Euro.

Bundespreis gegen Lebensmittelverschwendung

(22.07.2015) Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft würdigt ab sofort herausragende Ideen und Projekte im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung mit dem neuen "Zu gut für die Tonne!"-Bundespreis. Der Preis wird 2015 erstmals ausgelobt. Er steht allen offen: Unternehmen, Privatpersonen, NGOs, Kommunen, Verbänden, Schulklassen, sozialen Einrichtungen oder Bürgerinitiativen. Die Bewertung der eingereichten Projekte erfolgt nach fünf Kategorien: thematische Passgenauigkeit, Kreativität und Innovation, Engagement, Erfolg, Wiederholbarkeit und Vorbildcharakter. Die Bewerbungsphase läuft bis zum 31. Oktober. Die Gewinner werden Anfang 2016 im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung bekannt gegeben.

Ökolandbau & Klimaschutz: Poster zum Ausleihen

(20.07.2015) Passend zum "Internationalen Jahr der Böden" rückt die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) mit insgesamt acht Infopostern den Boden in den Mittelpunkt der Klimadebatte. Anschauliche Infografiken weisen auf die Bedeutung der Böden zur Klimaregulierung hin und zeigen die Vorteile unter ökologischer Bewirtschaftung auf. Wie viel Kohlenstoff speichern biologisch bewirtschaftete Böden? Durch welche Methoden des Ökolandbaus lässt sich CO2 dauerhaft aus der Atmosphäre entziehen? Diese und weitere Informationen liefern die neuen Infoposter. Interessierte, die ihr Bodenbewusstsein schärfen wollen, können die Poster ab sofort bei der SÖL ausleihen.

Ausstieg aus routinemäßigem Schnabelkürzen

(17.07.2015) Als einen zentralen Baustein der Tierwohl-Initiative „Eine Frage der Haltung“ haben Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und die Geflügelwirtschaft gestern den Ausstieg aus dem routinemäßigen Schnabelkürzen bei Legehennen und Mastputen besiegelt. Mit der Vereinbarung verpflichtet sich die Geflügelwirtschaft ab dem 1. August 2016 keine Schnäbel mehr zu kürzen und ab dem 1. Januar 2017 auf die Einstallung von schnabelgekürzten Junghennen zu verzichten. Unterzeichner dieser für den Tierschutz in der Nutztierhaltung wegweisenden Vereinbarung sind der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V., der Bundesverband Deutsches Ei e.V. sowie der Verband Deutscher Putenerzeuger e.V.

BIOFACH 2016: Organic 3.0 - Handeln für mehr Bio!

(14.07.2015) Vom 10. bis 13. Februar 2016 findet in Nürnberg die BIOFACH statt. Unter dem Motto "Organic 3.0 - Handeln für mehr Bio!" präsentiert die Biobranche ihren konzeptionellen Rahmen, wie sie sich die Zukunft der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft vorstellt. Der internationale Schirmherr der BIOFACH, IFOAM - Organics International, sowie ihr nationaler ideeller Träger, BÖLW (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft) bringen sich als Partner ein. Branchenziele: mehr Ökolandbau und hochwertige Bioprodukte weltweit. Ende 2013 betrug der globale Umsatz mit Bioprodukten gemäß der von IFOAM gemeinsam mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) veröffentlichten Zahlen 72 Milliarden US-Dollar (44 Prozent mehr als fünf Jahre vorher). Der Marktanteil bleibt jedoch weiter gering: Nur ein Prozent der Lebensmittel weltweit werden ökologisch erzeugt. Die Spannbreite zwischen Wachstum und dem weiten Weg zur Ernährungswende beschäftigt die Biobewegung. Studien belegen: Ein Umbau der globalen Land- und Ernährungswirtschaft ist zwingend, um drängenden Herausforderungen zu begegnen. Der Dialog „Organic 3.0 – Handeln für mehr Bio!“ richtet sich an die Biobewegung und an Akteure außerhalb der Branche. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis über mittel- und langfristige Handlungsziele zu entwickeln. Dabei hat die Branche vor allem Politik, Privatsektor, Zivilgesellschaft und Biodienstleister im Fokus.

Fördergelder bei Umstellungsberatung

(13.07.2015) Erstmals können landwirtschaftliche Betriebe, die sich bei der Umstellung auf ökologischen Landbau beraten lassen wollen, eine finanzielle Unterstützung von bis zu 4.000 Euro erhalten. Bislang war der Betrag auf 2.000 Euro gedeckelt. Die Förderung kann über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) beantragt werden. Landwirte haben dadurch die Möglichkeit, von einem bei der BLE registrierten Berater eine umfassende, individuelle Unterstützung bei der Umstellung in Anspruch nehmen. Der Zuschuss umfasst bis zu 50 Prozent der gesamten Beratungskosten. Ein Förderantrag kann bis zum 15. November 2018 gestellt werden.

Ökoflächen erstmalig rückläufig

(13.07.2015) 2014 wurden in Deutschland 1.047.633 Hektar Fläche von 23.398 Biolandwirten bewirtschaftet, wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mitteilte. Damit betrug der Anteil der Biobetriebe an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe im vergangenen Jahr 8,2 Prozent, der Bioflächenanteil 6,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr kamen zwar 127 Ökobetriebe hinzu, die Biofläche verringerte sich jedoch um 13.036 Hektar. Laut BMEL umfasste der Biosektor 2014 insgesamt 35.927 Erzeuger, Verarbeiter, Aufbereiter, Importeure und Handelsunternehmen. Ein deutlicher Zuwachs ist bei den Betrieben, die Bioprodukte sowohl verarbeiten als auch importieren zu verzeichnen. Mit 1.020 waren hier 11,48 Prozent mehr Betriebe als im Vorjahr tätig. Die reinen Handelsunternehmen verzeichnen bei einer Anzahl von 2.527 einen Zuwachs von fast zehn Prozent. Auch die Zahl der ausschließlich verarbeitenden Betriebe im Ökosektor liegt rund drei Prozent über dem Vorjahresniveau.

Internationale PIWI Weinpreisverleihung

(08.07.2015) Am 5. Juli 2015 haben ECOVIN, der Bundesverband ökologischer Weinbau und PIWI International e.V. den vierten Internationalen PIWI Weinpreis verliehen. Unter der Schirmherrschaft der drei Landwirtschaftsministerien Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg wurden fast 50 Weine von 25 Winzern aus sechs Ländern ausgezeichnet. PIWIs (pilzwiderstandsfähige Rebsorten) rücken immer mehr in das Interesse der Weinwelt, da sie durch ihre größere Robustheit eien weitaus geringeren Pflanzenschutzbedarf haben. PIWI International e.V. hat sich die Förderung der pilzresistenten Sorten auf die Fahnen geschrieben. Der Internationale PIWI Weinpreis hat seit seiner Gründung im Jahr 2011 maßgeblich zur Steigerung des Bekanntheitsgrades dieser bemerkenswerten Reben beigetragen. Bei ECOVIN ist etwa ein Viertel der deutschen Biorebfläche verbandlich organisiert. Aktuell bewirtschaften 217 Mitgliedsbetriebe rund 1.652 Hektar Rebfläche, darunter auch zahlreiche VDP Mitglieder, in 12 Weinanbaugebieten.

Neue Ökologie & Landbau: Intensivierung

(06.07.2015) Im Jahr 2050 werden jedem Menschen nur noch 1.400 Quadratmeter Ackerfläche zur Verfügung stehen. Wie sich alle ausreichend ernähren sollen, darüber wird seit Jahren diskutiert. Ein verändertes Ernährungsverhalten in den Industrieländern mit einem deutlich reduzierten Fleischkonsum steht sicherlich ganz oben auf der Prioritätenliste, genauso wie weniger Lebensmittelverschwendung. Aber es muss ebenso eine Debatte über eine höhere Flächenproduktivität – auch im Biolandbau – geführt werden. Intensivierung in der Biolandwirtschaft kann nicht bedeuten, einfach den Einsatz von Dünger oder Pflanzenschutzmitteln zu erhöhen. Vielmehr geht es darum, mit besseren Verfahren den Ertrag zu steigern. Gleichzeitig muss aber auch diskutiert werden, inwieweit die Systemgrenzen des Biolandbaus verhandelbar sind. Die „Nachhaltige Intensivierung“ wird als Zukunftsperspektive für die Landwirtschaft angesehen. Ökologie & Landbau zeigt in ihrer aktuellen Ausgabe auf, wie sich der Ökolandbau in diesem Kontext positioniert und welche Rolle beispielsweise Agrarroboter oder Aquaponik spielen können. Kontrovers diskutiert wird in diesem Zusammenhang auch der Einsatz von sogenannten Bioherbiziden.

16,50 Euro pro Ringelschwanz

(06.07.2015) Niedersächsische Schweinemäster, die bei ihren Tieren auf das Kupieren der Ringelschwänze verzichten, können ab sofort pro Tier 16,50 Euro Prämie erhalten. Diese Ringelschwanzprämie werde aber nur an Landwirte ausgezahlt, bei denen zu jeder Zeit im Mastdurchgang mindestens 70 Prozent der Tiere mit unversehrtem Ringelschwanz ausgestattet sind. Zudem sei die gleichzeitige Haltung von kupierten und unkupierten Tieren in einer Gruppe nicht erlaubt. Maximal können Prämien für 1.000 Tiere pro Hof beantragt werden. Auch für die verbesserten Haltungsbedingungen von Legehennen will Niedersachsen Prämien auszahlen. Für beide Maßnahmen stehen bis 2020 28 Millionen Euro bereit. Die Tiere müssen im beantragten Förderungszeitraum regelmäßig von einem Tierarzt begutachtet werden. Nach Darstellung auf der Internetseite des Agrarressorts sollen die Anträge bis Ende August bewilligt werden; ab dem 1. Dezember beginnen die Verpflichtungen, die bis zum 30. November 2016 laufen. Bis zum 1. Juni 2017 soll die Zuwendung ausgezahlt werden.

WWF kritisiert Lebensmittelverschwendung

(30.06.2015) Mit einer neuen Studie hat der World Wide Fund For Nature (WWF) Deutschland auf die anhaltende Problematik der Lebensmittelverschwendung und deren Auswirkungen auf den Flächenverbrauch aufmerksam gemacht. Unter dem Titel "Das große Wegschmeißen" legte die Umweltorganisation Mitte Juni eine Analyse zum Umfang der Lebensmittelverschwendung und den Möglichkeiten der Vermeidung vor. In Deutschland gingen jährlich mehr als 18 Millionen Tonnen an Nahrungsmitteln verloren. Etwa zehn Millionen Tonnen davon halten die Naturschützer für vermeidbar, beispielsweise durch ein verbessertes Management entlang der Wertschöpfungskette, nachhaltigere Marketingstrategien und veränderte Konsumgewohnheiten. Durch diese Einsparungen würden rund 2,6 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche weniger benötigt und gleichzeitig Treibhausgasemissionen in Höhe von 48 Millionen Tonnen vermieden. Als verbindliches Ziel solle die Lebensmittelverschwendung in den kommenden Jahren um die Hälfte verringert werden. Rund 60 Prozent des Lebensmittelabfalls würden entlang der Wertschöpfungskette vom Produzenten bis hin zu Großverbrauchern verursacht. Der WWF startete eine entsprechende Petition und sprach sich für mehr Forschung in dem Bereich aus. Diese sollte sich aber nicht nur auf die bessere Quantifizierung der Verluste beschränken; vielmehr müssten auch die Gründe für Verluste geklärt werden.

Neues Biogütesiegel für österreichisches Weingut

(29.06.2015) Das Weingut Weiss im Burgenland erhält als erstes Weingut Europas das Biogütesiegel "Ecowellness" für histamin- und fructosefreien, vegan zubereiteten Wein und für gelebte gesundheitliche und soziale Standards. Die Inhaber des österreichischen Weingutes, die Brüder Christian und Thomas Weiss (30), unterzeichneten jüngst den Lizenzvertrag für das Gütesiegel. Der Kontrollvertrag wird mit der Austria Bio Garantie abgeschlossen, die den Standard, der von der IFOAM zugelassen ist, auditiert, heißt es in einer Mitteilung der Integrated Art Holding AG, die das Siegel vergibt. Neben den Normen der EU-Ökoverordnung, welche Pestizide, Herbizide und gentechnisch verändernde Substanzen ausschließt, fordert der Lizenz- und Kontrollvertrag zusätzlich die Labornachweise an für die Freiheit von Histamin, Fructose und Sorbit und – wo möglich - auch schwefelreduzierte und vegane, ohne Eiweiß geklärte Weine. Das Weingut muss auch soziale und gesundheitsfördernde Maßnahmen für Geschäftsführung und Mitarbeiter kontrollieren lassen als auch Recycling- und C02- Kriterien beachten.

Neue BioBoden Genossenschaft

(25.06.2015) Die Ende April gegründete BioBoden Genossenschaft hat sich das Ziel gesetzt, die Flächen für Biolandwirtschaft auszuweiten. Dafür erwirbt sie für Biobauern zusätzliche Flächen oder ganze Betriebe und stellt sie ihnen langfristig zur Verfügung – mit der Auflage, sie nach den Grundsätzen eines Ökoanbauverbandes zu bewirtschaften. Das erworbene Land oder die Höfe werden einerseits verpachtet, andererseits betreibt die BioBoden Genossenschaft ebenso selbst Landwirtschaft. Um dies zu bewerkstelligen, will BioBoden möglich viele Menschen zum Mitmachen bewegen. Die Genossenschaft mit Sitz in Rothenklempenow (Mecklenburg-Vorpommern) wird getragen von Privatpersonen und einem breiten Bündnis: GLS Treuhand, GLS Bank und Stiftung Evidenz sowie die Naturkostbranche von Bauckhof bis Zwergenwiese unterstützen das Anliegen der Genossenschaft.

Europas Biobranche stellt Vision 2030 vor

(19.06.2015) Beim 9. Europäischen Kongress für ökologische Landwirtschaft im lettischen Riga stellte Europas Biobranche ihre Vision für 2030 vor. Vom 11. bis 12. Juni berieten sich Vertreter der Europäischen Kommission, der Ministerien der Mitgliedsstaaten, wissenschaftlicher Forschungsinstitute, der Kontrollbehörden sowie öffentlicher Organisationen und Lobbys, die an der ökologischen Landwirtschaftsentwicklung interessiert sind. Die gemeinsame Vision sieht für 2030 ein faires, umweltbewusstes, gesundes und gemeinwohlorientiertes System vor. Dabei soll Europas Vorreiterrolle die Umstellung der Landwirtschaftssysteme weiter fördern. Kennzeichnend werden der Glaube an ganzheitliche Ansätze sein. Gleichzeitig gewinnen Wechselwirkungen mit anderen Initiativen an Bedeutung, einschließlich des fairen Handels, der Agrarökologie und der urbanen Landwirtschaft. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren in der Lebensmittel- und Landwirtschaftsbranche soll dieser Prozess umgesetzt werden. Der Kongress galt als Ausgangspunkt zur Gestaltung einer europaweiten Strategie. Organisiert wurde die Veranstaltung während der lettischen Ratspräsidentschaft vom lettischen Ministerium für Landwirtschaft zusammen mit der Internationalen Föderation Biologischer Landwirtschaftsbewegungen (IFOAM).

30 Prozent Wertschöpfung für die Region

(12.06.2015) Was bringt ein mittelständischer Biolebensmittelhersteller seiner Region? Jan-Peter Bauck wollte es genau wissen und hat die Bilanz der Bauckhof Naturkost auf ihren Regionalbezug hin durchleuchtet. Mit einigen überraschenden Ergebnissen: Gut acht Millionen Euro, das sind über 30 Prozent des Firmenumsatzes, blieben in der Region, ein weiteres Drittel der Erlöse wurde im Rest von Deutschland ausgegeben, ein Drittel der Wertschöpfung ging ins Ausland. Das klingt nicht besonders regional, lässt sich aber mit Hilfe der aufbereiteten Zahlen gut erklären. Ein Großteil der Regionalausgaben sind sämtliche Löhne, Gehälter und Sozialausgaben für die 118 Mitarbeiter. Zahlreiche andere Dienstleistungen und Aufträge vergibt Bauckhof ebenfalls regional, von Baumaßnahmen über Verpackungsmaterial bis zur Spedition. Auch Steuern, Müllgebühren oder Autoreparaturen tragen zur regionalen Wertschöpfung bei. Fazit: Eine wichtige Rolle für die regionale Wertschöpfung spielt die Zahl der Mitarbeiter und damit die Verarbeitungstiefe vor Ort. Nicht unterschätzen sollte man den Anteil an Lieferanten jenseits des eigentlichen Rohstoffbezugs.

Frankreich: Supermärkte dürfen Lebensmittel nicht wegwerfen

(10.06.2015) In Frankreich landen pro Person 20 bis 30 Kilogramm Essen jährlich im Müll. Nun dürfen Supermärkte in Zukunft keine Lebensmittel mehr wegwerfen. Stattdessen muss der Lebensmittelhandel unverkaufte Ware kostenlos abgeben. Das neue Gesetz, dem die französische Nationalversammlung einstimmig zugestimmt hat, soll der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken. Demnach müssen Supermärkte in Frankreich zukünftig alle nicht verkauften oder unverkäuflichen Lebensmittel entweder für wohltätige Zwecke spenden oder als Tierfutter bzw. als Kompost der Landwirtschaft zur Verfügung stellen. Ab einer Größe von 400 Quadratmetern sind die Supermärkte verpflichtet, für Lebensmittelspenden Kooperationen mit gemeinnützigen Organisationen einzugehen. Das neue Wegwerf-Verbot für Supermärkte ist Teil eines Plans der französischen Regierung, der vorsieht, die Menge der Lebensmittelabfälle bis zum Jahr 2025 zu halbieren. Allerdings bezweifelt der Handel die Wirksamkeit des Verbots, da er für lediglich rund fünf Prozent der Lebensmittelverschwendung verantwortlich sei.

Tierwohlcheck in 7.000 Verbandsbetrieben

(09.06.2015) Die Verbände Bioland, Demeter, Naturland und Biokreis setzen erstmals ein gemeinsames Kontrollverfahren um. Der letztes Jahr eingeführte Tierwohlcheck erfasst, wie es den Tieren auf den Betrieben der Ökoverbände geht. Kontrolleure überprüfen anhand von Schlüsselindikatoren den Ernährungs-, Pflege- und Gesundheitszustand der Tiere, die Verlustraten sowie den Zustand von Stall, Auslauf und Futter. Ziel ist es, mögliche Schwachstellen zu identifizieren und zu beheben und somit das Wohl der Tiere auf Biobetrieben sicherzustellen. Knapp 7.000 tierhaltende Mitgliedsbetriebe wurden 2014 von den Kontrolleuren überprüft. In 95 Prozent der Fälle wurden keine Abweichungen von den Vorgaben festgestellt. Der Tierwohlcheck wurde im vergangenen Jahr erstmals auf allen tierhaltenden Mitgliedsbetrieben angewandt. Er wird nun jährlich bei der regulären Ökokontrolle durchgeführt.

43 Prozent mehr Ökofläche

(08.06.2015) Die ökologisch bewirtschafteten Flächen in Rheinland-Pfalz sind in den zurückliegenden Jahren deutlich ausgeweitet worden. Wie Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken mitteilte, wurden 2014 landesweit rund 54.000 Hektar Nutzfläche ökologisch bewirtschaftet; das entsprach knapp acht Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche in dem Bundesland und war 43 Prozent mehr als 2010. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der Biobetriebe in Rheinland-Pfalz um 36 Prozent auf insgesamt 1.264 an. Höfken wertete die Entwicklung als Beweis dafür, "dass unsere Maßnahmen und Anstrengungen für eine umwelt-, klima- und ressourcenschonende Landwirtschaft wirken". Immer mehr rheinland-pfälzische Landwirte sähen in der Ökoproduktion eine Chance für ihren Betrieb. Auch in Zukunft werde sie sich auf Bundes- und EU-Ebene für praxisgerechte Rahmenbedingungen des Ökolandbaus einsetzen, etwa bei der anstehenden Novelle der EU-Ökoverordnung, betonte die Ministerin.

Kein Tötungsverbot für Küken

(03.06.2015) Bundesagrarminister Christian Schmidt will kein Tötungsverbot männlicher Küken in das Tierschutzgesetz aufnehmen. Stattdessen möchte er abwarten, bis eine neue Technik gefunden wird, mit der männliche Küken bereits vor dem Schlüpfen erkannt und die Eier vernichtet werden, berichtet der Spiegel. Er rechnet damit, dass in den nächsten eineinhalb Jahren eine Technologie entwickelt werden wird, die flächendeckend vermarktet werden kann. Daher bedürfe es keiner Gesetzesänderung. Ende März hatte das Landwirtschaftsministerium eingeräumt, dass in Deutschland jährlich rund 45 Mio. männliche Küken in Schreddern getötet werden, weil sie für die Landwirte keinen Profit abwerfen. Schmidt kündigte daraufhin einen Aktionsplan gegen diese Praxis an. "Das scheint nur ein PR-Gag des Ministers gewesen zu sein", kritisiert Grünen-Parlamentarier Oliver Krischer. "Schon heute ist die Geschlechtserkennung im Ei möglich, sie ist nur teurer als das Kükenschreddern."