Aktuell

IFOAM-Weltkongress und Generalversammlung: Inspirationen und Ergebnisse

(23.10.2014) Vom 13.-15.10.2014 fand in Istanbul der 18. IFOAM-Weltkongress statt. Zum Abschluss hob Geschäftsführer Markus Arbenz die positiven Entwicklungen im Biosektor hervor, forderte jedoch auch Ernährungsicherheit für die Weltbevölkerung mit gesunden Nahrungsmitteln aus nachhaltiger, biologischer und fairer Erzeugung mit konkreten Vorschlägen: Lokale Produktionseinheiten, kurze Transportwege und innovative Methoden in der Landwirtschaft seien der Schlüssel zu einer guten regionalen Versorgung, die faire Preise ermögliche. An die Politik adressiert sagte er, es sei notwendig und an der Zeit, dass endlich alle Umweltkosten, die durch die konventionelle Industrie erzeugt werden, auf die Preise der Nahrungsmittel umgelegt werden. Dann erst würden Preise vergleichbar, und Bioprodukte würden nicht mehr als elitär wahrgenommen.

Bundestag einmütig gegen Brüsseler Pläne für EU-Ökoverordnung

(20.10.2014) Der Deutsche Bundestag stellt sich gegen die Pläne der Europäischen Kommission für eine Novelle der EU-Ökoverordnung. Einstimmig nahm das Parlament am vergangenen Donnerstag einen gemeinsamen Antrag der Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD an. Darin wird einer Totalrevision der Verordnung eine Absage erteilt und stattdessen eine gezielte Weiterentwicklung angemahnt. Keinesfalls dürfe mit "deutlich überzogenen Anforderungen" das Wachstum im Ökobereich ausgebremst werden, heißt in dem Papier. Ziel müsse es daher sein, das bestehende Regelwerk beizubehalten und lediglich "punktuell und gezielt" fortzuentwickeln. Festhalten will man am prozessorientierten Ökokontrollsystem und dem zweistufigen Kontrollverfahren mit Ökokontrollstellen sowie überwachenden Landesbehörden. Abgelehnt wird die Einführung spezieller Grenzwerte für Rückstände im Ökolandbau; diese müssten für alle Lebensmittel gleichermaßen gelten. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt bezeichnete die Biobranche er als "Zukunftsbranche" und kündigte an, gemeinsam mit den Bioverbänden einen Strategieplan zur Stärkung der ökologischen Landwirtschaft zu entwickeln.

CeresAward geht an Biolandwirtin

(16.10.14) Stephanie Strotdrees ist Biolandwirtin des Jahres. Sie wurde gestern Abend in Berlin mit dem CERES AWARD in der Kategorie Biolandbau ausgezeichnet. Bei der Gala "Nacht der Landwirtschaf" begründete Jury-Mitglied und SÖL-Vorstand Dr. Uli Zerger die Auszeichnung: "Stephanie Strotdrees bringt vieles unter einen Hut: Fünf Kinder, ehrenamtliches Engagement als Vizepräsidentin beim Bioland-Verband und ganz nebenbei hat sie ihren Hof in Nordrhein-Westfahlen erfolgreich weiterentwickelt." Der CERES AWARD, initiiert und getragen vom Fachblatt dlz agrarmagazin, wurde in diesem Jahr erstmalig verliehen und zeichnet Persönlichkeiten aus, die als Landwirt erfolgreich sind und für die es im unternehmerischen Alltag selbstverständlich ist, Verantwortung gegenüber Mensch, Tier und Umwelt wahrzunehmen.

Bayerns Grüne fordern Ökoanbau in Justizvollzugsanstalten

(15.10.2014) Die Bündnisgrünen im bayerischen Landtag haben die Staatsregierung aufgefordert, die land- und gärtnerische Produktion in den Justizvollzugsanstalten des Freistaates innerhalb von drei Jahren auf zertifizierten ökologischen Anbau umzustellen. Wie AgraEurope berichtet, könnten so knapp 700 Hektar Land, also mehr als 20 durchschnittliche Biobetriebe, auf ökologischen Anbau umgestellt werden. Da die Zahl der Biobetriebe im Wirtschaftsjahr 2013/14 landesweit um 29 Höfe geschrumpft sei könne der Grünen-Vorschlag in diesem Zusammenhang ein kleiner, aber wichtiger Beitrag sein, um die Nachfrage nach bayerischen Ökoprodukten zu bedienen. Das Justizministerium gibt an, dass bereits 267 Hektar der landwirtschaftlichen, zwei Hektar der forstwirtschaftlichen und sechs Hektar der gärtnerisch genutzten Flächen der Justizvollzugsanstalten ökologisch bewirtschaftet werden.

Pilotprojekt der SÖL offiziell eröffnet

(14.10.2014) Als einmaliges Pilotprojekt in Rheinland-Pfalz wurde in Queichhambach der erste Bauernhof-Waldkindergarten auf Gut Hohenberg eingeweiht. Die Kita steht in der Trägerschaft der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) und bietet mit Gruppen-, Ruhe- und Schlafraum sowie ein Sanitärraum mit Wickelbereich die erforderlichen räumlichen Voraussetzungen, um 25 Kinder zu betreuen. Die Verpflegung erfolgt über die hofeigene Küche von Gut Hohenberg. Sogar die Ministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen, Irene Alt, hatte es sich nicht nehmen lassen, persönlich zu diesem einmaligen Ereignis zu gratulieren. Sie hob in ihrer Begrüßungsrede den hohen Stellenwert von Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz hervor, die gerade für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig seien. Heute sei man stolz, eine Ausbauquote von 42 % bei der Betreuung von unter Dreijährigen erreicht zu haben. Damit nehme man im Ländervergleich einen Spitzenplatz ein.

Kongressschwerpunkt BIOFACH 2015: Organic 3.0

(10.10.2014) Zur nächsten BIOFACH vom 11. bis 14. Februar 2015 richtet die Branche ihren Blick auf die Rahmenbedingungen. Diese sind mitentscheidend für die Weiterentwicklung von Bio und ausschlaggebend für die nachhaltige Zukunft der Land- und Lebensmittelwirtschaft. Der Startschuss für die Bio-Zukunftsdebatte unter der Überschrift Organic 3.0 fiel auf der BIOFACH 2014 anlässlich des 25. Jubiläums der Fachmesse. Nun führt die Branche diese im BIOFACH Kongress 2015 fort. Dieser umfasst rund 100 Vorträge und Diskussionsrunden und erreicht mehr als 6.500 Teilnehmer. Auf dem weltweit größten Branchenkongress setzen IFOAM, internationaler Schirmherr der Biofach, und BÖLW, nationaler ideeller Träger, vier Akzente:

1. Die Überarbeitung des Europäischen Biorechts
2. Internationale Handelspolitik: Importe, TTIP und Co.
3. Die Milleniums Entwicklungsziele
4. Europäische Innovationspartnerschaften

Erfolgreicher Kongress für eine Agrarwende

(09.10.2014) Anfang Oktober diskutierten auf dem ersten „Wir haben es satt!“-Kongress über 400 Menschen über eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Eingebettet in das Stadt Land Food-Festival stellten konventionelle und ökologisch arbeitende Landwirte, Tier- und Umweltschützer und internationale Gäste aus China, Südafrika, Rumänien und Guatemala Gegenentwürfe zur industriellen Lebensmittelproduktion vor. In über 20 Arbeitsgruppen wurden Themen vertieft sowie die Forderungen der „Wir haben es satt!“-Bewegung an die Agrarpolitik diskutiert und anschließend an die Politik weitergegeben. Bei zahlreichen öffentlichen Podiumsdiskussionen wurden außerdem die Besucher des Stadt Land Food-Festivals mit einbezogen. Um eine Agrarwende weiter voranzubringen, wird es am 17. Januar 2015 erneut eine „Wir haben es satt!“-Demonstration in Berlin geben.

46 Regenwurmarten bearbeiten Deutschlands Böden

(07.10.2014) Regenwürmer leisten einen wertvollen Beitrag zur Fruchtbarkeit des Bodens: unter einem Quadratmeter Wiese leben je nach Bodenart zwischen 100 und 400 Würmer. In Deutschland sind es insgesamt 46 Regenwurmarten, wie eine Bestandsaufnahme des Senckenberg Forschungsinstituts in Görlitz ergab. 16.000 Datensätze wurden ausgewertet, um alle hierzulande vorkommenden Arten in der „Regenwurm-Checkliste“ zu erfassen. Eine Art gibt es nur in Deutschland: Lumbricus badensis, der 60 cm lange Badische Riesenregenwurm hat sich im Südschwarzwald eine ökologische Nische geschaffen, während andere Würmer die sauren Böden der Region nicht so gerne mögen. Generell ist der Artenreichtum im Süden des Landes höher. Dies ist der letzten Kaltzeit geschuldet, denn als sich die Gletscherzurückzogen, konnten sich die Würmer vom Süden ausgehend wieder ausbreiten.“ In Deutschland gibt es 14 Arten, die nur in den südlichen Bundesländern vorkommen.

Stärkung der Risikoorientierung bei der Biokontrolle

(06.10.2014) 40 Teilnehmer aus zehn EU-Ländern, darunter auch Vertreter der EU-Kommission, trafen sich Ende September auf der IRM-ORGANIC-Konferenz in Warschau, um die Perspektiven risikoorientierter Kontrollinstrumente bei der Biokontrolle zu erörtern. Wie bio-markt.info berichtet, stellten die deutschen, italienischen, österreichischen und polnischen Projektpartner im EU-Vorhaben IRM-ORGANIC das neu entwickelte und bereits in Pilottrainings erprobte Trainingskonzept für Ausbilder von Biokontrolleuren in europäischen Kontrollstellen und Aufsichtsbehörden vor. Auch die Vertreter von IFOAM-EU und des europäischen Dachverbands der Kontrollstellen EOCC verwiesen in ihren Vorträgen auf die große Bedeutung einer gezielten Weiterentwicklung des Ökokontrollsystems hin zu mehr Risikoorientierung.

Nahrungsmittelabfälle kosten die Welt pro Jahr 2,6 Billionen Dollar

(01.10.2014) Die Welternährungsorganisation FAO hat eine Studie zu den gesellschaftlichen Kosten von Nahrungsmittelabfällen vorgelegt. Fazit: die Beseitigung kostet uns etwa 2,6 Billionen US-Dollar pro Jahr. Etwa ein Drittel der gesamten Nahrungsmittelproduktion wird nicht konsumiert sondern weggeworfen oder geht entlang der Wertschöpfungskette verloren. Dabei geht es nicht nur um den Verlust immenser Mengen an Nahrungsmitteln, sondern auch um große negative Umweltwirkungen und die damit zusammenhängenden Kosten für die Gesellschaft. Die Studie, die das Forschungsinstitut für biologischen Landbau zusammen mit der FAO und Forschern der London School of Economics erarbeitet hat, beziffert erstmals die volkswirtschaftlichen Kosten dieser Nahrungsmittelabfälle und berechnet Kosten und Nutzen von beispielhaften Vermeidungsmaßnahmen. So zeigt sich, dass die direkten Kosten durch die verlorene Produktion etwa eine Billion US-Dollar ausmachen, die Umweltkosten etwa 700 Milliarden und die sozialen Kosten etwa 900 Milliarden. Zusammen sind das 2,6 Billionen US-Dollar oder etwa vier Prozent des globalen Bruttosozialprodukts. Bei den Umweltkosten sind vor allem die Treibhausgasemissionen und der Wasserverbrauch für Bewässerung in Regionen mit Wasserknappheit wichtig, bei den sozialen Kosten sind es Gesundheitskosten, Konflikte und Wohlfahrtsverluste aufgrund schwindender Lebensgrundlagen.

Abgeordnete lehnen Totalrevision der EU-Öko-Verordnung ab

(25.09.2014) Die Abgeordneten der Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft haben sich darauf geeinigt, einen Beschlussantrag in den Bundestag einzubringen, in dem die von der EU-Kommission geplante Totalrevision der EU-Öko-Verordnung abgelehnt wird. Sowohl der Bundesrat, die Agrarministerkonferenz und die Bundesregierung hatten sich in den vergangenen Monaten ebenfalls kritisch zu der Totalrevision geäußert und den Vorschlag der EU-Kommission abgelehnt. Der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, kommentiert: "Die deutschen Biounternehmen begrüßen die Initiative der Abgeordneten. Der Beschlussvorschlag stellt zutreffend fest, dass die Kommissions-Vorschläge das Ökowachstum ausbremsen würden. Dies ist ein weiteres wichtiges Signal an EU-Parlament und -Mitgliedsstaaten, die untaugliche Vorlage der EU-Kommission zurück zu weisen. Wie die Abgeordneten setzen wir uns dafür ein, dass statt einer Totalrevision die bestehende Ökoverordnung weiterentwickelt wird. Nur so kann die große Nachfrage nach Bioprodukten mit heimischen Erzeugnissen gedeckt werden und das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung von 20 Prozent Ökolandbau erreicht werden."

Landbauschule Dottenfelderhof feiert 40-jähriges Jubiläum

(25.09.2014) „Höfe und Möglichkeiten gibt es genug, was es braucht sind fähige Leute“. So lautet das Motto der Landbauschule Dottenfelderhof e.V.die seit nunmehr 40 Jahren Landwirte und Gärtner zu Fachkräften für den biologisch-dynamischen Landbau weiterbildet. Im Mittelpunkt der Ansprachen im Rahmen der Feierlichkeiten standen die wachsende Bedeutung des biologisch-dynamischen und ökologischen Landbaus - mit dem Augenmerk auf Biodiversität, auf das Tierwohl und einen gesunden Umgang mit unseren Böden. Die Gäste konnten sich zudem Diskussionen und Arbeitsgruppen über neue Wege in der Gemüsezüchtung, den biologisch-dynamischen Obstbau, die Entwicklung langfristiger Bodenfruchtbarkeit oder wesensgemäße Hühnerhaltung anschließen und die Pioniere des Dottenfelderhofes, Ebba Bauer und Dr. Manfred Klett, berichteten über ihre Gründerimpulse in den späten 1960ern.

Wissenschaftler fordern Agrarökologie als zentrale Strategie im Agrar- und Ernährungsbereich

(23.09.2014) Anlässlich des Internationalen Symposiums der Welternährungsorganisation FAO zu Agrarökologie und Ernährungssicherheit Ende letzter Woche in Rom haben 70 weltweit renommierte Wissenschaftler in einem zwölfseitigen offenen Brief ein klares Bekenntnis der Vereinten Nationen zur Agrarökologie gefordert. Das Konzept sei geeignet, eine sichere Welternährung auch unter den Bedingungen der globalen Erwärmung zu ermöglichen - und zwar in einem Maße, wie es andere Ansätze nicht leisten könnten. Daher finde das Konzept der Agrarökologie auch immer mehr Befürworter – unter anderem im Weltagrarbericht, beim UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, dem weltweiten bäuerlichen Netzwerk Via Campesina und zuletzt im Juli von weiteren 250 Wissenschaftlern. In ihrem Brief kritisieren die Verfasser auch Begriffe wie "klimasmarte Landwirtschaft" und "nachhaltige Intensivierung", die von internationalen Institutionen in der Debatte über Klimawandel und Ernährungssicherheit benutzt werden. Diese Konzepte seien zu vage und könnten leicht missbraucht werden. Die Agrarökologie könne hingegen auf wissenschaftlichen Grundlagen und eine Reihe bewährter landwirtschaftlicher Praktiken zurückgreifen, die zudem klimafreundlicher als der agrarindustrielle Weg seien, wie z. B. das System of Rice Intensification. Weil die Methoden arbeitsintensiv sind, aber nicht energie- und kapitalintensiv, werden sie bislang nur wenig erforscht. Die Wissenschaftler fordern deshalb von der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO und der internationalen Gemeinschaft, eine UN-weite Initiative zu lancieren, die Agrarökologie als zentrale Strategie benennt, um den Herausforderungen im Agrar- und Ernährungsbereich zu begegnen. Das Symposium wurde von der FAO ausgerichtet.

32. Deutscher Naturschutztag verabschiedet Positionspapier

(18.09.2014) Die führenden Naturschutz-Experten Deutschlands sind sich einig: Landwirtschaft darf nicht auf Kosten der biologischen Vielfalt stattfinden. Das ist das Credo des Forderungskataloges an Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, der auf dem 32. Deutschen Naturschutztag in Mainz verabschiedet wurde. Über 800 Fachleute zeigten sich auf diesem zentralen Fachkongress des staatlichen und privaten Naturschutzes besorgt über den Verlust an biologischer Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen, die Belastungen der Oberflächengewässer und des Grundwassers mit Düngemitteln und Pestiziden sowie über die erheblichen Verluste an fruchtbaren Böden. Sie forderten deshalb, öffentliche Gelder für die Landwirtschaft nur für nachgewiesene öffentliche Leistungen zu gewähren. Außerdem sollten ihrer Meinung nach ökologisch und sozial schädliche Subventionen abgebaut, artenreiches Grünland besser geschützt, eine integrierte Stickstoffstrategie entwickelt und eine "nicht-industrielle" Tierhaltung ohne Antibiotikaeinsatz umgesetzt werden.

Bio ist kaum teurer: Kosten und Klimabilanz von Ernährungsstilen

(11.09.2014) Wer Bio- und fair gehandelte Lebensmittel einkauft und sich gesund nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ernährt, dem entstehen so gut wie keine Mehrkosten. Die Umstellung von einem durchschnittlichen deutschen Ernährungsstil auf gesunde Nahrung mit weniger Fleisch, mehr Gemüse und Obst, fängt die Mehrkosten, die durch den Einkauf von Bio-Lebensmitteln entstehen nahezu auf. Die gesunde und gleichzeitig biologisch-nachhaltige Ernährung kostet jährlich nur rund 80 Euro mehr. Dies sind Ergebnisse, die das Öko-Institut in seinem Spendenprojekt „Ist gutes Essen wirklich teuer?“ ermittelt hat. Das Institut stellt sie in einem Working Paper und im Kochbuch „Nachhaltig kochen!“ vor.

Phil Hogan wird neuer EU-Agrarkommissar

(11.09.2014) EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat gestern bekanntgegeben, welcher EU-Kommissar welchen Aufgabenbereich übernehmen soll. So soll der Ire Phil Hogan Kommissar für Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung werden. Der ehemalige irische Umweltminister wird dann auch dem Vizepräsidenten für Jobs, Wachstum, Investition und Wettbewerb unterstehen. Bei der ländlichen Entwicklung soll er deshalb insbesondere darauf achten, dass die Ausgaben in Strategien für Jobs und Wachstum erfolgen. Auch die gerade erfolgte Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) soll einen Beitrag dazu leisten. Dementsprechend wird eine Aufgabe sein, die Instrumente der GAP zu vereinfachen und flexibel zu gestalten, insbesondere in Bezug auf das Greening und die ländliche Entwicklung. Auch soll der Landwirtschaftssektor einen Beitrag zur Energieeffizienz und zur Emissionsreduktion leisten. Zudem soll Hogan bei der Revision des Mehrjährigen Finanzrahmens darauf achten, dass die Agrarpolitik einen Beitrag zu Jobs, Wachstum, Investition und Wettbewerbsfähigkeit leistet.

180.000 Bio-Brotboxen für Erstklässler in Deutschland

(09.09.2014) Zum Schulstart gibt es für viele Erstklässer in ganz Deutschland wieder eine Bio-Brotbox mit einem gesunden Frühstück und vielen Infos. 2014 verteilen 75 lokale Bio-Brotbox Initiativen gut 180.000 Brotdosen mit gesundem Frühstück. Sie erreichen damit 26 Prozent aller in Deutschland eingeschulten Erstklässler. Bei den Bio-Brotbox-Aktionen wird Erstklässlern zur Einschulung eine wieder verwendbare Frühstücks-Dose mit Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft überreicht. Die Bio-Brotbox-Aktionen werden in der Regel von breiten gesellschaftlichen Bündnissen ehrenamtlich organisiert und privatwirtschaftlich finanziert. Die erste Bio-Brotbox-Aktion fand 2002 in Berlin statt. 21 Initiativen entstanden dieses Jahr neu in Orten von "A" wie Aerzen bis "Z" wie Zorneding. Es gibt zwei Initiativen im Ausland, nämlich in Luxemburg und Österreich.

Ideenaufruf für den Kongress der BIOFACH/VIVANESS 2015

(09.09.2014) Was sind aktuell die wichtigen und kontrovers diskutierten Themen der Biobranche, sowohl national als auch international? Die Organisatoren des Biofach-Kogresses sind auf der Suche nach Ideen, Vorschlägen und Anregungen für die Programmgestaltung 2015. Wurde in den letzten Jahren aufgefordert, komplett ausgearbeitete Veranstaltungen einzureichen, so gibt es dieses Jahr erstmals die Möglichkeit, lediglich Anregungen und Vorschläge für Themen und Sprecher zu übermitteln, um dann gemeinsam mit den Organisatoren eine konkrete Veranstaltung ausarbeiten zu können. Einsendeschluss ist Montag, der 22. September 2014.

EU-Öko-Verordnung: Agrarminister sagen Nein zu Brüssels Plänen

(08.09.2014) Die Agrarminister der Bundesländer sind sich einig: Auf ihrer Konferenz in Potsdam vergangene Woche haben sie den Plänen der EU-Kommission für eine Total-Revision der EU-Öko-Verordnung ein klares Nein erteilt. Über die Parteigrenzen hinweg herrschte Konsens darüber, dass der vorliegende Entwurf weniger statt mehr Öko zur Folge hätte. Die von Brüssel geplante Einführung eigener Ökogrenzwerte wäre eine Abkehr vom Grundprinzip der Kontrolle des gesamten Prozesses der Lebensmittelerzeugung vom Acker bis zum Teller. Denn damit würden Produkte statt Produktionsprozesse zum Maßstab und es gäbe keinen einheitlichen Verbraucherschutz mehr. Als Folge müsste das gesamte Kontrollsystem umgebaut werden, eine ganze Branche stünde vor dem Neuanfang. Darüber hinaus würde eine Total-Revision auf Jahre hinaus für Rechtsunsicherheit sorgen.

SÖL vergibt Karl-Werner-Kieffer-Preis an Albert Fink

(03.09.2014) Albert Fink ist der Preisträger des diesjährigen Karl-Werner-Kieffer-Preises der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL). Der ökologisch denkende Betriebswirt hat sich schon früh für eine Förderung der biologischen Landwirtschaft eingesetzt: Dank seines Engagements erhielten Pionierbetriebe des Ökolandbaus bereits in den 60er Jahren Gelder zur Startfinanzierung, darunter Höfe, die heute zu den Leuchtturmbetrieben in Deutschland zählen. Albert Fink ist Mitbegründer der GLS Bank und war dort langjährig als geschäftsführendes Vorstandsmitglied tätig. Außerdem ist er Gründungsmitglied des Saatgutfonds und der Zukunftsstiftung Landwirtschaft. Die Preisverleihung wird stattfinden am 29. November 2014 ab 14.00 Uhr im historischen Hambacher Schloss in Neustadt an der Weinstraße. Zum Gedächtnis an ihren Gründer, Karl Werner Kieffer (1912 - 1995), verleiht die Stiftung Ökologie & Landbau seit 1996 den Karl-Werner-Kieffer-Preis. Mit diesem Preis werden Leistungen ausgezeichnet, die dem Schutz unserer Umwelt und der Förderung des Ökolandbaus dienen. Der Preis ist mit 10.000€ dotiert und somit einer der wichtigsten Umweltpreise in Rheinland-Pfalz.

SÖL eröffnet erste Bauernhof-Wald-Kita in Rheinland Pfalz

(02.09.2014) Seit gestern erfahren 17 Kinder im Alter von zwei bis sechs jahren hautnah Natur und landwirtschaftliches Leben in der ersten Bauernhof-Wald-Kia des Landes Rheinland-Pfalz. Das Modellprojekt auf Gut Hohenberg, dem Seminarbauernhof der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL), geht neue Wege in der Betreuung von maximal 25 Kindergartenkindern: Sie erleben im Jahreszyklus, was die Natur zu bieten hat und wo unsere Lebensmittel herkommen. Den Kindern wird eine
anregende Umgebung geboten, in der sie ihre Eigenschaften wie Neugier, Einfallsreichtum und Lernbereitschaft unbewertet erleben dürfen. Naturnahe Spiel-, Erfahrungs- und Erlebnisräume sowie das Einbinden der Kinder in alltägliche landwirtschaftliche Abläufe geben den Kindern Möglichkeiten zu phasengerechtem Lernen. Dadurch entstehen vielfältige Möglichkeiten, um motorische, handwerkliche, soziale und kognitive Fähigkeiten zu entwickeln.