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Die
Einreichungsfrist wissenschaftlicher Beiträge zur 11. Wissenschaftstagung
Ökologischer Landbau wird bis zum 19. September 2010 verlängert.
Die Tagung findet vom 15. bis 18. März 2011 in Gießen statt.
(02.09.2010)
Bioprodukte sind in Hinblick auf Pflanzenschutzmittelrückstände
einwandfrei. Das ist das Ergebnis des aktuellen Ökomonitoringberichts
des Landes Baden-Württemberg. Dafür wurden 2009 rund 900 Lebensmittel
aus ökologischer Erzeugung gezielt auf bestimmte Inhaltsstoffe, Rückstände
und Schadstoffe untersucht. Das Untersuchungsspektrum umfasst inzwischen mehr
als 500 Stoffe und reicht dabei von in Bioprodukten nicht zugelassenen Zusatzstoffen
über Pflanzenschutzmittel in Obst und Gemüse, Furane in Kaffee und
Acrylamid in Keksen bis hin zu Dioxin in Eiern und Rindfleisch. Insgesamt
vergeben die Lebensmittelkontrolleure des Landes den Ökoprodukten sehr
gute Noten, 99 Prozent der Proben sind ohne Beanstandung.
(25.08.2010)
Thomas Radetzki, Imkermeister und Vorstand von Mellifera
e.V., erhält die Francé-Verdienst-Medaille 2010 für seine
Bemühungen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Naturordnung
und Bienen. Weiterhin werden Robert Tafferner, der sich mit seinem Arche-Noah-Garten
in Dinkelsbühl um die Naturbeziehung verdient macht, sowie Herwig Pommeresche,
der in den Norwegen On-Farm-Forschung betreibt und Sachbuchautor im Sinne
Raoul H. Francés ist, geehrt. Der Ehrenpreis wird von der Gesellschaft
für Boden, Technik, Qualität (BTQ) verliehen. Mit der Verleihung
werden Leistungen für eine Förderung des unmittelbaren Naturerlebnisses
und der Beziehung zur Natur im Sinne des Naturforschers und Bodenkundlers
Raoul Heinrich Francé gewürdigt. Seit 1988 verleiht die BTQ zusammen
mit der Stadt Dinkelsbühl die Verdienstmedaille an Persönlichkeiten
oder Gruppen, die sich in seinem Sinne verdient gemacht haben. Die Medaillen
werden am 30.10 bei einem Festakt
in Dinkelsbühl verliehen.
(19.08.2010)
Der deutsche Ökoweinbauverband Ecovin hat zum 13. Mal Preise für
seine besten Weine des Jahres, die "EcoWinner", verliehen. Insgesamt
117 Weingüter aus elf Anbaugebieten stellten dafür 476 Proben in
20 Kategorien an. 42 renommierte Weinexperten aus ganz Deutschland haben nach
einem 20-Punkte-System in Degustationsteams jeweils 50 - 60 Ecovin-Weine verkostet
und schließlich die EcoWinner gewählt. Die Anbaugebiete Rheinhessen
(193 Proben), Mosel (76) und Baden (69) waren am stärksten vertreten,
im Vergleich zum Vorjahr wurden diesmal 25 Prozent mehr Weine angestellt.
75 Prozent der Proben waren Weißweine, 25 Prozent Rotweine. Der Wettbewerb
EcoWinner ist in den vergangenen Jahren zu einer professionell durchgeführten
Institution geworden, die die Marktakzeptanz von Bioweinen erhöht und
motivierende Maßstäbe für die Bioweinbranche gesetzt hat.
(17.08.2010)
Mit der Alnatura
Saatgutaktion wurden in diesem Jahr 30.000 Euro eingenommen. Den kompletten
Reinerlös aus dem Verkauf von über 85.000 Saatguttütchen von
der Bingenheimer
Saatgut AG spendet Alnatura
auch in diesem Jahr an den Saatgutfonds
der Zukunftsstiftung Landwirtschaft.
Damit erhöht sich die Spendensumme aus den letzten sieben Jahren auf
über 250.000 Euro. Damit wird ein Beitrag zur Entwicklung von über
50 Gemüse- und Getreidesorten aus biologisch-dynamischer Zucht geleistet.
Zurzeit unterstützt der Saatgutfonds 20 Gemüsezüchter und sechs
Initiativen in der Getreidezüchtung, die an mehr als 100 neuen Sorten
arbeiten. Die Saatgutaktion ist seit sieben Jahren ein fester Bestandteil
von Alnaturas Engagement für mehr Vielfalt und gegen Gentechnik in der
Landwirtschaft.
(12.08.2010)
Die Bio-Brotbox-Aktion 2010 ist gestartet. Im niedersächsischen Uelzen
fand die erste Bio-Brotbox-Aktion des neuen Schuljahres statt. Sie ist Teil
einer internationalen Bewegung für gesunde Kinderernährung und soll
die Wertschätzung für gesunde Ernährung steigern. Erstklässler
erhalten zur Einschulung eine wieder verwendbare Brotdose mit Frühstückszutaten
in Bioqualität. 45 Bio-Brotbox-Gruppen versorgen dieses Jahr rund 22
Prozent aller in Deutschland eingeschulten Erstklässler mit einer Bio-Brotbox.
Die meist ehrenamtlich tätigen Initiativen organisieren die Aktionen,
die in Dörfern, Städten, Landkreisen, Regionen oder in ganzen Bundesländern
stattfinden. Knapp 152.000 ABC-Schützen in 12 der 16 Bundesländer
und in Österreich werden 2010 mit einer Bio-Brotbox ihre Schullaufbahn
starten. Das Projekt wurde 2002 von der damaligen Bundesministerin Renate
Künast und Akteuren aus der Naturkost- und Reformhausbranche angestoßen
und wächst seit 2006 dynamisch.
(11.08.2010)
Bienenvölker sind weiterhin stark durch Agrargifte bedroht. Der Deutsche
Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) und der BUND
fordern daher eine grundlegende Reform der Zulassungspraxis für bienengefährdende
Pestizide. Laut Imkerbund verdichten sich Hinweise, dass der Einsatz bienen-gefährdender
Neonicotinoide wie Clothianidin zu den Ursachen des Bienensterbens gehört.
2008 war es in Süddeutschland zu einem großen Bienensterben gekommen,
bei dem etwa 20.000 Bienenvölker durch das von der Firma Bayer CropScience
hergestellte Insektizid Clothianidin getötet oder schwer geschädigt
wurden. Imker und BUND kritisieren, dass die 2008 verordneten Maßnahmen
zur Begrenzung der Gefährlichkeit von Schädlingsbekämpfungsmitteln
für Bienen nicht das gewünschte Ergebnis brachten. Clothianidin
kommt seit Ende der 1990er Jahre in der Landwirtschaft zum Einsatz. Es ist
ein Nervengift und wirkt sehr viel giftiger für Bienen als herkömmliche
Pestizide. Nachdem es nach dem Bienensterben 2008 verboten wurde, sind Pestizide
mit diesem Wirkstoff in diesem Jahr wieder im Einsatz. Um den Schädlingsbefall
zu vermindern, müsse daher insbesondere beim Maisanbau eine dreigliedrige
Fruchtfolge vorgeschrieben werden. Auch der Ökolandbau, der ohne Pestizide
arbeitet, müsse intensiver gefördert werden.
(09.08.2010)
US-Wissenschaftler haben erstmals genetisch veränderten Raps in der Wildnis
entdeckt. Die Forscher fanden zwei verschiedene Gen-Raps-Sorten außerhalb
landwirtschaftlicher Flächen: Eine Art, die resistent ist gegen Monsantos
Roundup-Herbizid und eine weitere mit einer Resistenz gegen das Pflanzenschutzmittel
Liberty von Bayer. Im Juni und Juli 2010 hatten die Forscher entlang von Straßen
in North Dakota auf einer Gesamtstrecke von 5400 Kilometern Proben von Rapspflanzen
gesammelt. Von den Pflanzen zeigten 85 Prozent eine Resistenz gegenüber
einem der beiden Herbizide oder sogar gegenüber beiden gleichzeitig.
Letzeres ist besonders alarmierend, da Pflanzen mit den Mehrfachresistenzen
bisher nicht kommerziell eingesetzt wurden. Es wird vermutet, dass sie sich
in freier Natur gebildet haben. Die Daten belegen, dass die Vorschriften,
die die Ausbreitung transgener Pflanzen in die Wildnis verhindern sollen,
ineffektiv sind und die Überwachung nicht ausreicht, warnen die Forscher.
Vor zwei Jahren hatte eine schwedische Studie gezeigt, dass gentechnisch veränderte
Rapssamen zehn Jahre im Boden überdauern können - sogar wenn regelmäßig
Gift gespritzt und gepflügt wird.
(06.08.2010)
Der Bundesgerichtshof des brasilianischen Bundesstaats Paraná hat dem
Unternehmen Bayer CropScience die Zulassung für den Gentechnik-Mais Liberty
Link entzogen. Das Verbot gilt landesweit. Die Richter gaben damit vier brasilianischen
Umweltverbänden Recht, die bereits 2007 Klage eingereicht hatten. Bayer
ist es nach dem Urteil verboten, den genveränderten Mais auszusäen,
zu vermarkten, zu transportieren, zu importieren oder zu entsorgen. Weiterhin
wird die brasilianische Zulassungsbehörde CTNBio vom Gericht aufgefordert,
ihre Zulassungsentscheidungen transparenter zu machen. Umweltverbände
und Nichtregierungsorganisationen begrüßten das Urteil. Das Urteil
ist von großer Bedeutung, weil Brasilien als großer Anwender von
Gentechnik - vor allem bei Soja - bisher als einer der vehementesten Befürworter
dieser Technik galt. Schon Anfang Juli hatte Bayer seinen Antrag auf Zulassung
der gleichnamigen Reissorte Liberty Link bei der Zulassungsbehörde zurückgezogen.
(04.08.2010)
Die Bauern der "Interessengemeinschaft
gegen die Nachbaugesetze und Nachbaugebühren beim Saatgut" (IG
Nachbau) haben erneut ein Klageverfahren gegen die Saatgut-Treuhandverwaltungs
GmbH Bonn (STV) vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe gewonnen. Es
ging dabei um die Frage, wie lange rückwirkend die STV Saatgut-Nachbaugebührenansprüche
geltend machen darf. In dem konkreten Fall ging es um einen Bauern aus Niedersachsen.
Die STV wollte 2007 Schadensersatz einklagen wegen eines Weizennachbaus aus
dem Wirtschaftsjahr 1999/2000. Das Oberlandesgericht in Braunschweig hatte
die Klage abgewiesen, aber wegen nationaler Bedeutung die Revision vor dem
BGH zugelassen. 2006 hatte die STV erstmals Auskunft des Bauern über
seinen An- und Nachbau von Ackerfrüchten begehrt. Die IG Nachbau sieht
eine qualifizierte Auskunftsberechtigung allenfalls für das laufende
Wirtschaftsjahr und für maximal drei vorangegangene Jahre von der bisherigen
Rechtssprechung gedeckt. Der BGH schloss sich dieser Auffassung an und fragte
die Rechtsvertreter der STV, ob sie wirklich Wert darauf legen, ein Urteil
in dieser Angelegenheit zu bekommen. Die Klage wurde daraufhin bei voller
Kostenübernahme zurückgenommen.