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Startseite > Forschung > Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau
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Die Stiftung Ökologie & Landbau koordiniert seit Anfang der neunziger Jahre alle zwei Jahre eine allgemeine Wissenschaftstagung zum ökologischen Landbau, jeweils in Zusammenarbeit mit Hochschulen oder Versuchsanstalten, die in diesem Bereich forschen. Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellen auf den Kongressen ihre Forschungsaktivitäten und -ergebnisse vor. Damit wird ein Dialogforum geschaffen, welches einen lebendigen und nachhaltigen Austausch von Forschungsergebnissen ermöglicht. Zugleich leistet die Tagung einen Beitrag, um die Kommunikation zwischen Wissenschaftlern und Praktikern zu verbessern. Die 10. Wissenschaftstagung mit dem Motto "Zwischen Tradition und Globalisierung" fand vom 11. bis 13. Februar 2009 in Zürich statt.
Die 11. Wissenschaftstagung findet vom 15. - 18. März 2011 in Giessen statt, unter dem Motto "Es geht ums Ganze: Forschen im Dialog von Wissenschaft und Praxis". Gemeinsam geplant und organisiert wird die Tagung mit der Professur Organischer Landbau der Universität Gießen, FiBL Deutschland und dem Hessischen Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Landentwicklung.
Näheres: www.wissenschaftstagung.de
Ansprechpartner:
Dr. Uli Zerger
Tel. 06322/98970-223
zerger@soel.de
10. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau setzt neue Maßstäbe
Bericht zur 10. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau in Zürich
FiBL/SÖL, Frick/Bad Dürkheim, 17.2.2009
Fast 600 Teilnehmer trafen sich in Zürich zur 10. Wissenschaftstagung
Ökologischer Landbau, die an der renommierten Eidgenössischen Technischen
Hochschule in Zürich (ETHZ) und damit erstmalig in der Schweiz stattfand.
Highlights waren der erfolgreiche Dialog zwischen Praxis und Wissenschaft,
die Ansprache der Schweizer Landwirtschaftsministerin und die große
Unterstützung nicht nur durch Ämter sondern auch durch die Biobranche.
Auf der 10. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau, die vom 11. bis
13. Februar 2009 an der ETH in Zürich stattfand, sprach zum ersten Mal
bei
einer Wissenschaftstagung auch ein Regierungsmitglied:
Bundesrätin
Doris Leuthard, die Schweizer Landwirtschaftsministerin. Sie warb vor den
Forschern für das Agrarfreihandelsabkommen zwischen der Schweiz und der
EU. Von der Gemeinde der Forschenden im Biolandbau wünscht sie sich vernetztes
Denken, das die Disziplinen zusammenbringt.
Weitere wichtige Impulse für die Tagung gaben Sibyl Anwander Phan-Huy
von Coop, die ausführte, dass eine nachhaltige Lebensmittelwirtschaft
ihre Wirkung nur dann entfalten könne, wenn auch der Konsum nachhaltiger
werde. Für FiBL-Direktor Urs Niggli ist die Strategie Biolandbau dazu
da, um die zukünftigen Herausforderungen der Landwirtschaft und der Lebensmittelerzeugung
anzugehen und nachhaltige Lösungen zu finden. Professor Franz-Josef Radermacher,
Vorstand des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung
in Ulm, plädierte dafür, die ökosoziale Marktwirtschaft im
Rahmen der Weltökonomie weiterzuentwickeln. Sonst drohten bei zunehmender
Weltbevölkerung der ökologische Kollaps oder die «Brasilianisierung»
der Weltökonomie. Die Vision einer ökologischen Balance bei gleichzeitigem
Wohlstand aller erfordert auch eine Ökologisierung der Landwirtschaft,
für die der ökologische Landbau richtungweisende Lösungsansätze
bietet. Und schließlich wies Professor Hartmut Grassl vom Max-Planck-Institut
für Meteorologie auf die Gefahren der Klimaänderung hin und zeigte
auf, welchen positiven Beitrag der ökologische Landbau hier leisten kann.
Dialog zwischen Praxis und Wissenschaft
Auf der Tagung wurden 175 Beiträge und 100 Poster präsentiert. Außerdem
fanden über 25 Workshops statt, auf denen sich Wissenschaftler
untereinander
und mit Praktikern zu aktuellen Themen austauschten. Die Tagung wurde von
der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART), dem Forschungsinstitut
für Biologischen Landbau (FiBL), der ETH Zürich und der Stiftung
Ökologie & Landbau (SÖL) veranstaltet. Mit dem erfolgreichen
Versuch, die Praxis in die Tagung mit einzubinden, wurde diesmal Neuland beschritten:
In vier Praxisworkshops, maßgeblich organisiert von der Beratungs- und
Bildungsorganisation agridea, tauschten sich Praktiker, Berater und Wissenschaftler
zu aktuellen Themen wie viehloser Ackerbau, Tiergesundheit, Futterbau und
Bodenfruchtbarkeit aus.
Biobranche stark beteiligt
Die 10. Wissenschaftstagung war die erste Tagung dieser Reihe, die nicht nur
von staatlichen Einrichtungen - den Schweizer Bundesämtern für Landwirtschaft
und Umwelt, der Stadt und dem Kanton Zürich - gefördert wurde, sondern
auch ganz maßgeblich von der (Bio-)Lebensmittelbranche. Mit dem Großverteiler
Coop hat die Tagung einen großzügigen Sponsor gefunden und zahlreiche
weitere Firmen wie Biogroßhändler (Biopartner, Biofarm Genossenschaft,
bio direct), Verarbeiter (Baer, Brauerei Locher, Cultiva, Delinat, Molkerei
Davos, Ricola, Sonnentor, Holzofenbäckerei Vier Linden) sowie weitere
Firmen (Hauert Dünger, Hosberg) haben sich finanziell oder mit Sachspenden
beteiligt.
Die Unterstützung durch den Biodachverband BioSuisse sowie durch Demeter
Schweiz, die Bioterra und die Zertifizierungsstelle bio.inspecta vermittelte
eindrücklich, welch starken Rückhalt die Schweizer Bioforschung
in der Branche hat. FiBL-Direktor Urs Niggli rief die Teilnehmer dazu auf,
auch in Deutschland und in Österreich die Großverteiler mehr in
die Forschung einzubeziehen.
Zehnte Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau
Die alle zwei Jahre an wechselnden Orten stattfindende Wissenschaftstagung
Ökologischer Landbau wurde 1991 von der SÖL initiiert, welche seither
das Patronat innehat. Im Rahmen des Empfangs am 11. Februar gaben Uli Zerger,
Geschäftsführender Vorstand der SÖL, und Immo Lünzer,
ehemaliger SÖL-Geschäftsführer, einen Rückblick auf die
letzten 18 Jahre. Während die erste Tagung kurz nach der
Wiedervereinigung
vor allem im Zeichen der deutsch-deutschen Begegnung stand, mauserte sie sich
rasch zur wichtigsten Konferenz für den wissenschaftlichen Austausch
zum Thema Biolandbau im gesamten deutschsprachigen Raum - mit Teilnehmern
aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und den Nachbarländern.
Bislang fand sie in Witzenhausen, Kiel, Bonn, Berlin, München, Wien,
Kassel, Stuttgart und schließlich 2009 in Zürich statt.
Nächste Tagung 2011 in Gießen
Die 11. Tagung wird 2011 in Gießen stattfinden. Sie wird ausgerichtet
von der Professur Organischer Landbau der Universität Gießen, FiBL
Deutschland und dem Hessischen Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft
und Landentwicklung, bei dem unter anderem der hessische Bio-Beratungsdienst
angegliedert ist. Auch bei dieser Tagung soll das Konzept des Dialogs Praxis-Wissenschaft
aufgegriffen werden.
Stand der Biolandbauforschung auf über 1.000 Seiten dokumentiert
Die Proceedings der 10. Wissenschaftstagung «Werte - Wege - Wirkungen:
Biolandbau im Spannungsfeld zwischen Ernährungssicherung, Markt und Klimawandel»
sind im Verlag Dr. Köster, Berlin, erschienen. Auf insgesamt mehr als
1.000 Seiten wird in zwei Bänden der aktuelle Stand der Biolandbauforschung
in Deutschland, Österreich und der Schweiz dokumentiert.
Kontakt:
> Alfred Schädeli, Forschungsinstitut biologischer Landbau, Ackerstraße,
CH-5070 Frick, Tel. +41 62 865 72 71,
alfred.schaedeli@fibl.org
> Jochen Mayer, Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART, Reckenholzstraße 191, CH-8046 Zürich, Tel. +41 (0)44 377 72 14, jochen.mayer@art.admin.ch
> Uli Zerger, Stiftung Ökologie & Landbau, Weinstraße Süd
51, D-67098 Bad Dürkheim, Tel. +49 6322 989701,
zerger@soel.de
> Informationen zur Tagung: www.wissenschaftstagung.ch
> Der Tagungsband
kann beim Verlag Dr. Köster, Berlin, bestellt werden.