Errichtung der Dachgauben im Jahr 2003

Schüleraufenthalte und Erwachsenenbildung auf dem Seminarbauernhof

Geschichte und Konzept

Gut Hohenberg wurde von der Vorbesitzer-Familie ca. 1960 als landwirtschaflicher Gemischtbetrieb im Außenbereich des Dorfes Queichhambach erbaut. Der landwirtschaftliche Strukturwandel gefährdete jedoch bald die Wirtschaftlichkeit des zu kleinen Betriebes, so daß auf Tourismus mit Ferienreitergruppen und kleiner Restauration umgestellt wurde. Auch dies konnte den Berieb jedoch nicht erhalten, so daß der Hof 1998 zum Verkauf stand und durch die Stiftung Ökologie & Landbau erworben wurde.

Die Stiftung Ökologie & Landbau baute das Gebäude zum Seminarbauernhof um: Neben einigen Zweibettzimmern, Seminarraum und Verwalterwohnung wurde insbesondere ein Schülertrakt erstellt, in dem eine Schulklasse mit maximal 32 Kindern während ihres Aufenthaltes wohnen kann. Die Bauweise des Hofes als Eindach-Gebäude in Holz-Ständerbauweise ermöglichte eine gute Aufteilung in die einzelnen Funktionsbereiche. Es konnte auch - neben 10 Hektar Eigenland - noch genügend Land um den Hof herum gepachtet werden, so daß die heute bewirtschaftete Fläche von ca. 35 Hektar ausreicht, um die Besuchergruppen mit Lebensmitteln weitgehend aus eigenem ökologischen Anbau zu versorgen.
Der Um- und Ausbau dauerte etwa fünf Jahre - währenddessen wurden bereits erste Seminare und Tageskurse mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern veranstaltet.
2004 wurde dann mit den mehrtägigen Klassenaufenthalten begonnen, seitdem sind wir rund ums Jahr ausgebucht.

kleine Ziegen sind sehr neugierig mühsam wird aus Korn Mehl

Erlebnisse und Erfahrungen auf dem Bauernhof.

Für die Stiftung Ökologie & Landbau war der Hauptgrund zum Erwerb und Umbau von Gut Hohenberg zum Seminarbauernhof, daß in unserer heutigen Gesellschaft die Wichtigkeit der Landwirtschaft als Grundlage der Lebensmittelherstellung kaum noch bewußt ist. Da nur noch wenige Menschen direkt in der Landwirtschaft tätig sind, wissen die meisten Menschen nicht mehr, wie Essen eigentlich entsteht. Kaum noch jemand weiß, daß Butter aus Sahne gemacht wird und wie die Sahne aus der Milch gewonnen wird. Oder daß zur Milcherzeugung zunächst einmal Kälber geboren, aber auch geschlachtet werden müssen. Um diese Grundkenntnisse der Lebensmittelherstellung in der Praxis für viele Menschen wieder "begreifbar" zu machen, wurde Gut Hohenberg konzipiert. Insbesondere Kinder und Jugendliche sind hierfür als Zielgruppe angesprochen, aber auch für Erwachsenenbildung ist der Hof ausgestattet.

Im Schülertrakt können ganze Schulklassen untergebracht werden, die in der Regel wochenweise ihre Klassenfahrten auf dem Bauernhof organisieren. In dieser Zeit arbeiten sie, angeleitet von unseren Mitarbeitern, in kleinen Arbeitsgruppen in allen Bereichen mit, die zur Herstellung und Zubereitung der Lebensmittel notwendig sind. Die Lernangebote in den Arbeitsgruppen sind so aufgebaut, daß die Teilnehmer selbst Hand anlegen können und so wirklich "begreifen", wie Landwirtschaft und die Herstellung von Lebensmitteln funktionieren. So hat in der Regel jedes Kind nach einer Woche auf dem Hof selbst gemolken, Tiere versorgt, Brot gebacken, gekocht und vieles mehr.

Auch die Erwachsenenbildung auf Gut Hohenberg knüpft an diesem Konzept an: Vielfältige Themen rund um Landwirtschaft und Ernährung werden hier praxisnah und erlebnisorientiert vermittelt.
Insbesondere geben wir die Erfahrungen in der Bauernhofpädagogik in speziellen Seminaren an Interessierte weiter, die ebenfalls Lernorte auf Bauernhöfen anbieten möchten. Auch die Fortbildung von Erziehern, Referendaren und Lehrern und anderen Pädagogen auf dem Gebiet der Bildung für nachhaltige Entwicklung und Bauernhofpädagogik gehört zu unserem Konzept.

Ulrich Hampl, Juni 2008