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Schüleraufenthalte und Erwachsenenbildung auf dem Seminarbauernhof
Startseite > Gut Hohenberg > Gut Hohenberg > Geschichte und Konzept
Gut Hohenberg wurde von der Vorbesitzer-Familie ca. 1960 als landwirtschaflicher
Gemischtbetrieb im Außenbereich des Dorfes Queichhambach erbaut. Der
landwirtschaftliche Strukturwandel gefährdete jedoch bald die Wirtschaftlichkeit
des zu kleinen Betriebes, so daß auf Tourismus mit Ferienreitergruppen
und kleiner Restauration umgestellt wurde. Auch dies konnte den Berieb jedoch
nicht erhalten, so daß der Hof 1998 zum Verkauf stand und durch die
Stiftung Ökologie & Landbau erworben wurde.
Die Stiftung Ökologie & Landbau baute das Gebäude zum Seminarbauernhof
um: Neben einigen Zweibettzimmern, Seminarraum und Verwalterwohnung wurde
insbesondere ein Schülertrakt erstellt, in dem eine Schulklasse mit maximal
32 Kindern während ihres Aufenthaltes wohnen kann. Die Bauweise des Hofes
als Eindach-Gebäude in Holz-Ständerbauweise ermöglichte eine
gute Aufteilung in die einzelnen Funktionsbereiche. Es konnte auch - neben
10 Hektar Eigenland - noch genügend Land um den Hof herum gepachtet werden,
so daß die heute bewirtschaftete Fläche von ca. 35 Hektar ausreicht,
um die Besuchergruppen mit Lebensmitteln weitgehend aus eigenem ökologischen
Anbau zu versorgen.
Der Um- und Ausbau dauerte etwa fünf Jahre - währenddessen wurden
bereits erste Seminare und Tageskurse mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern
veranstaltet.
2004 wurde dann mit den mehrtägigen Klassenaufenthalten begonnen, seitdem
sind wir rund ums Jahr ausgebucht.
Erlebnisse und Erfahrungen auf dem Bauernhof.
Für die Stiftung Ökologie & Landbau war der Hauptgrund zum
Erwerb und Umbau von Gut Hohenberg zum Seminarbauernhof, daß in unserer
heutigen Gesellschaft die Wichtigkeit der Landwirtschaft als Grundlage der
Lebensmittelherstellung kaum noch bewußt ist. Da nur noch wenige Menschen
direkt in der Landwirtschaft tätig sind, wissen die meisten Menschen
nicht mehr, wie Essen eigentlich entsteht. Kaum noch jemand weiß, daß
Butter aus Sahne gemacht wird und wie die Sahne aus der Milch gewonnen wird.
Oder daß zur Milcherzeugung zunächst einmal Kälber geboren,
aber auch geschlachtet werden müssen. Um diese Grundkenntnisse der Lebensmittelherstellung
in der Praxis für viele Menschen wieder "begreifbar" zu machen,
wurde Gut Hohenberg konzipiert. Insbesondere Kinder und Jugendliche sind hierfür
als Zielgruppe angesprochen, aber auch für Erwachsenenbildung ist der
Hof ausgestattet.
Im Schülertrakt können ganze Schulklassen untergebracht werden,
die in der Regel wochenweise ihre Klassenfahrten auf dem Bauernhof organisieren.
In dieser Zeit arbeiten sie, angeleitet von unseren Mitarbeitern, in kleinen
Arbeitsgruppen in allen Bereichen mit, die zur Herstellung und Zubereitung
der Lebensmittel notwendig sind. Die Lernangebote in den Arbeitsgruppen sind
so aufgebaut, daß die Teilnehmer selbst Hand anlegen können und
so wirklich "begreifen", wie Landwirtschaft und die Herstellung
von Lebensmitteln funktionieren. So hat in der Regel jedes Kind nach einer
Woche auf dem Hof selbst gemolken, Tiere versorgt, Brot gebacken, gekocht
und vieles mehr.
Auch die Erwachsenenbildung auf Gut Hohenberg knüpft an diesem Konzept
an: Vielfältige Themen rund um Landwirtschaft und Ernährung werden
hier praxisnah und erlebnisorientiert vermittelt.
Insbesondere geben wir die Erfahrungen in der Bauernhofpädagogik in speziellen
Seminaren an Interessierte weiter, die ebenfalls Lernorte auf Bauernhöfen
anbieten möchten. Auch die Fortbildung von Erziehern, Referendaren und
Lehrern und anderen Pädagogen auf dem Gebiet der Bildung für nachhaltige
Entwicklung und Bauernhofpädagogik gehört zu unserem Konzept.
Ulrich Hampl, Juni 2008