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Startseite > Service > Nachrichtenarchiv > April 2007
(27.04.2007) Einmal im Jahr sind alle Öko-Arbeitskreis-Mitglieder zu einem bundesweiten Arbeitskreistreffen (BAK) eingeladen. Dieses Jahr findet das Treffen vom 17. bis 20. Mai 2007 in Stuttgart an der Universität Hohenheim statt. Die Gastgeber, der Arbeitskreis Ökologischer Landbau an der Universität Hohenheim, haben ein vielseitiges Programm zusammengestellt: Es besteht die Möglichkeit mit eingeladenen Experten über Themen der ökologischen Landwirtschaft zu diskutieren, von Erfahrungen mit Projekten, Problemen und Aktionen an den einzelnen Hochschulen zu berichten und gemeinsam Bio-Betriebe in der Umgebung zu besuchen. Exkursionsziele sind der Uni-Öko-Versuchsbetrieb Kleinhohenheim, der Handelskontor Willmann, Vaihingen / Enz sowie die Demeter Gärtnerei Willmann. Besonders auseinandersetzen wollen sich die Studenten auch mit dem Thema "Politik für den Öko-Landbau": Wer sind die Akteure? Wie verhalten sie sich und wie entstehen aus den unterschiedlichen Zielen und Strategien konkrete Maßnahmen? Neben den fachlichen Aspekten stehen beim BAK auch immer der Spaß, Austausch und Vernetzung im Vordergrund. Alle Öko-AK-Mitglieder und alle interessierten Studenten sind eingeladen.
(26.04.07) In einer "Klima-Allianz" haben sich Vertreter der Kirchen, Umweltverbände und Entwicklungsorganisationen vereint. Insgesamt über 40 Organisationen veröffentlichten am 24. April 2007 einen gemeinsamen Aufruf für eine entschlossenere Klimapolitik. Erstmalig in Deutschland tritt damit ein breites Bündnis an, um gemeinsam den Klimawandel zu stoppen. Angelika Zahrnt, Vorsitzende des BUND, begründet den Zusammenschluss: "Der Klimaschutz wird immer wieder von kurzsichtigen wirtschaftlichen oder politischen Interessen blockiert. Die Klimaallianz soll Anstöße zu einer gesellschaftlichen Bewegung für mehr Klimaschutz geben. Wir rufen die Bundesregierung dazu auf, ein neues Klimaschutzprogramm vorzulegen, damit bis 2020 die klimaschädlichen Emissionen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 verringert werden." Grundlage dafür sei der entschlossene Ausbau erneuerbarer Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung. Im Verkehrsbereich müssten strenge Verbrauchslimits für Pkw und ein Tempolimit gelten. Die Trägerorganisationen der Klimaallianz forderten die Abschaltung der Atomkraftwerke und ein Fördergesetz für erneuerbare Energien im Bereich der Gebäudeheizung. Die Bundesregierung müsse auch zusätzliche Finanzmittel zur Armutsbekämpfung und für Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern aufbringen. Denn besonders die ohnehin schon notleidenden Menschen in den Entwicklungsländern sind durch Überschwemmungen, Dürren und Ausbreitungen von Krankheiten bedroht. Die Trägerorganisationen der Klimaallianz werden mit ihren Mitgliedern und Unterstützern die Bundesregierung regelmäßig an ihre Verantwortung erinnern. Weitere Unternehmen, Gewerkschaften und Organisationen sind eingeladen, sich dem Bündnis anzuschließen.
Näheres: die klima-allianz: Pressemeldung
(23.04.2007) Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) hat am 19. April in Frick sein neues Labor- und Forschungsgebäude eröffnet. Gleichzeitig übergab FiBL-Präsident alt Bundesrat Otto Stich das Präsidium an seinen Nachfolger, den Zürcher Bio-Bauern Martin Ott. Otto Stich hat den Erfolg des Forschungsinstituts wesentlich mitgeprägt. Während seiner elfjährigen Präsidialzeit fanden die erfolgreichen Verhandlungen mit dem Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement bezüglich Finanzierung des FiBL statt, eine sehr aktive Beteiligung von FiBL-Forschenden an EU-Forschungsprogrammen und auch der Ausbau von Forschungsaufträgen von privaten Firmen für das FiBL, allen voran Coop. Martin Ott, der neue Präsident, bewirtschaftet in der Rheinau einen ehemaligen Klosterbetrieb mit 120 Hektar biologisch-dynamisch. Martin Ott findet es bezeichnend für die Kultur am FiBL, dass er als Praktiker ein international renommiertes Forschungsinstitut präsidieren könne. Er rechnet wegen der Diskussion um den Klimawandel mit einer steigenden Umweltsensibilität der Bevölkerung und sieht auch in der zunehmenden Fehlernährung der Kinder ein großes Problem. Für beides biete die Bio-Landwirtschaft ansatzweise Lösungen, wobei noch großer Forschungsbedarf bestehe. Das FiBL tätigt grosse Investitionen in seine Zukunft als weltweit führendes Kompetenzzentrum für die biologische Landwirtschaft, die ganzheitliche Tiergesundheit und die Nachhaltigkeit. Direktor Urs Niggli will mit dem neuen Labor- und Forschungsgebäude das FiBL im nationalen und internationalen Wettbewerb um die besten Ideen und Lösungen in der Forschung weiter vorantreiben.
Näheres: Pressemeldung des FiBL
(20.04.2007) Da der Schutz des Honigs vor Verunreinigung durch Gentechnik nicht gewährleistet ist, haben sich Imker nun an die Gerichte gewandt. Dadurch soll erreicht werden, dass der Gen-Mais MON 810 nicht mehr angebaut werden darf. MON 810 hat keine Zulassung als Bestandteil von Lebensmitteln. Da Bienen ihren Eiweißbedarf zu einem großen Teil aus Maispollen decken, besteht die Gefahr der Verunreinigung des Honigs durch den Genmais. Dagegen wehren sich die Imker. Sie weisen darauf hin, dass der Flugradius von Bienen mehrere Kilometer beträgt und sich nicht auf gentechnikfreie Flächen beschränken lässt. Unterstützt werden die Imker unter anderem von Mellifera e.V., Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Assoziation ökologischer Lebensmittel Hersteller (AOEL) und dem Demeter-Bund e.V.. Wir brauchen jedoch noch weitere Unterstützung, auch von Einzelpersonen betont Imkermeister Thomas Radetzki von Mellifera e.V.. Mit einer breit angelegten Kampagne "Verleiht Genmais keine Flüüügel!" bittet der Verein um Spenden, um die betroffenen Imker bei ihren Klagen zu unterstützen. Dazu wurde ein notariell geführtes Treuhandkonto eingerichtet. Auf der Website www.bienen-gentechnik.de sind ausführliche Informationen und Kontaktadressen zu finden.
Näheres:
Pressemeldung
von botschaft-mitte: Unkalkulierbares Risiko: Genmais im Honig
Pressemeldung
von Mellifera e.V.: Imker klagen gegen Gentechnik im Honig (PDF 56KB)
(17.04.2007) Am heutigen weltweiten Aktionstag des Kleinbauernnetzwerks
La Via Campesina gibt es in Deutschland zahlreiche Aktionen für umfassende
Agrarreformen. In Berlin organisieren FIAN Deutschland (FoodFirst
Informations- und Aktionsnetzwerk), das Aktionsnetzwerk
globale Landwirtschaft und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
(AbL) einen "Marsch
der Landlosen". Die Veranstalter möchten damit auf Verletzungen
des Menschenrechts auf Nahrung und die Gefährdung von Kleinbauern, bäuerlichen
Betrieben, Landarbeitern und Landlosen weltweit aufmerksam machen. Etwa 80
Prozent der hungernden Menschen weltweit leben in ländlichen Gebieten,
also genau dort, wo Nahrung angebaut wird. Ein Grund für ihre Not ist,
dass die Mehrzahl der Menschen dort keinen oder nur unzureichenden Zugang
zu Land haben - als Folge von kolonialen Landbesitzstrukturen und aktuellen
Verdrängungsprozessen in der Landwirtschaft. "Umfassende Agrarreformen
sind dort ein zentrales Mittel zur Umsetzung des Rechts auf Nahrung",
so Roman Herre von FIAN Deutschland. Auch in der EU sind Agrarreformen notwendig,
um die bäuerliche Landwirtschaft nicht in ihrer Existenz zu gefährden.
"Zum Beispiel führen die administrativ festgelegten Überschüsse
in der EU dazu, dass die Milchpreise immer weiter sinken und die Bauern kein
ausreichendes Einkommen mehr erwirtschaften können", sagt Bernd
Voß, Vorstandsmitglied der AbL und Milchbauer. Zum weltweiten Aktionstag
hat das Netzwerk in über zehn Städten in Deutschland Veranstaltungen
organisiert. Sie sind Teil des Protests vor und während des G8-Gipfels
im Juni in Heiligendamm. "Es sind allen voran die G-8-Staaten, die mit
ihrer Agrarpolitik weltweit die bäuerliche Landwirtschaft zerstören",
erklärt Pia Eberhardt vom Aktionsnetzwerk globale Landwirtschaft.
Näheres: Gemeinsame Pressemeldung von FIAN Deutschland, dem Aktionsnetzwerk globale Landwirtschaft und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
(11.04.2007) Die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift Ökologie
& Landbau greift als Schwerpunktthema die Tierzucht im Öko-Landbau
auf. Die ökologische Tierzucht steckt noch in den Kinderschuhen.Warum
sie nötig ist und was dafür zu tun ist, wird von Experten reflektiert
und erläutert. Folgende Fragen werden diskutiert: Die Biotechnologie
hält in der Tierzucht Einzug. Wie sind die neuen Techniken aus Sicht
des Öko-Landbaus zu beurteilen? Wohin geht es in der Rinderzucht? Das
Zuchtziel hohe Herdenleistung ist wohl überholt, die Rinderzucht
auf Lebensleistung scheint für Öko-Betriebe das Richtige zu sein.
Auch bei den Schweinen tut sich etwas: Ein neues Zuchtkonzept für Öko-Mastschweine
wird vorgestellt und es wird darüber berichtet, wie das Schwäbisch-Hällische
Landschwein zur erfolgreichen Marke wurde. Vor einer großen Herausforderung
steht die Hühnerzüchtung: Um die Tötung männlicher Küken
zu stoppen, gibt es noch keine Alternative zur Zweinutzung. Auf der Suche
nach Rassen, deren Geschwisterküken gute Masterfolge bringen, stimmen
erste Ergebnisse hoffnungsvoll, doch es ist noch viel zu tun. Im Schwerpunkt-Service
sind hilfreiche Adressen, interessante Projekte und weiterführende Literatur
zusammengestellt.
Näheres:SÖL-Pressemeldung: Höchste Zeit für eine ökologische Tierzucht
(05.04.2007) Die Forschung im ökologischen Landbau hat sich in den letzten Jahren prächtig entwickelt. Ein Indikator dafür ist die Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau, die vom 20. bis 23. März 2007 an der Universität Stuttgart-Hohenheim zum neunten Mal durchgeführt wurde. Dies berichtet die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in einer Pressemitteilung. Seit der zweiten Ökolandbau-Tagung 1993 hat sich die Zahl der Teilnehmer von etwa 80 auf rund 600 bei der diesjährigen Wissenschaftstagung vervielfacht. Generalthemen wie "Naturgemäße Milchviehaufzucht" oder "Insektenregulierung im ökologischen Landbau" wie sie damals noch auf der Tagesordnung standen, wurden inzwischen durch einen differenzierten Blick auf die einzelnen Anbau- und Tierhaltungsfragen abgelöst. Mit der Förderung von fast 40 Prozent aller in Vorträgen vorgestellten Projekte hat das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung der Forschung im Bio-Bereich. Fast 400 Projekte wurden bislang im Rahmen des BÖL realisiert. In einem Bereich, in dem industrielle Forschungsaktivitäten fast völlig fehlen, der aber eine kaum zu überschätzende gesellschaftliche Bedeutung hat, ist staatliche Forschungsförderung besonders wichtig. Einen Betrieb ohne synthetischen Pflanzenschutz und Dünger erfolgreich zu führen oder Tiere artgerecht und doch wirtschaftlich lohnend zu halten, ist äußerst anspruchsvoll und - insbesondere in den "Lehrjahren" - risikoreich. Wissen muss die üblichen Betriebsmittel ersetzen. Deshalb ist die Unterstützung der Forschungsarbeit zum ökologischen Landbau von größter Bedeutung und eine Bedingung dafür, dass der Boom am Öko-Markt nicht an den heimischen Landwirten vorbeigeht.
Näheres: www.wissenschaftstagung.de und www.bundesprogramm-oekolandbau.de
(04.04.2007) Als zweiter "Naturschutzhof des Monats" wird im April der Grünlandbetrieb "Brockenbauer Thielecke" im Harz vorgestellt. Mit ihrem Grünlandbetrieb leistet Familie Thielecke einen großen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt durch ihre vorbildliche Bewirtschaftung von artenreichem Grünland in der Mittelgebirgslandschaft Harz. Seit 2001 bewirtschaftet der Betrieb rund 450 Hektar Grünland. Mit Tatkraft, Ideen und Mut wurde in kurzer Zeit eine stattliche Herde (198 Tiere) der gefährdeten Rinderrasse "Rotes Höhenvieh - Harzer Schlag" aufgebaut. In Abstimmung mit dem Landschaftspflegeverband (LPV) und durch das flexible, aber arbeitsintensive Herdenmanagement (kleine Tierzahl, geringe Besatzdichte, kurze Verweildauer) gelingt es, den außerordentlichen Artenreichtum der typischen Harzer Bergwiesen und -weiden zu erhalten und zu fördern. Es kommen dort selten gewordene Arten wie z. B. Trollblume, Sibirische Schwertlilie oder Kugelige Teufelskralle vor. Der Erhalt der blütenreichen Wiesen stellt aber auch einen wichtigen Beitrag zum Schutz der typischen Harzer Kulturlandschaft dar, die eine wichtige Grundlage für die Attraktivität des Harzes für Erholungssuchende und Touristen bildet. Mit dem erfolgreichen Aufbau einer regionalen Direktvermarktung richtet sich Familie Thieleke gezielt an Privatkunden, Touristen und Hotels und vermittelt somit den Bezug von Erzeugung, Qualität und wertvoller Landschaft. Der "Förderpreis Naturschutzhöfe" zeichnet landwirtschaftliche Betriebe aus, die vorbildliche Leistungen für den Naturschutz erbringen. Initiiert und durchgeführt wurde der Wettbewerb vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit der Stiftung Ökologie & Landbau.
Näheres: www.naturschutzhoefe.org