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Startseite > Service > Nachrichtenarchiv > Februar 2007
(27.02.2007) Mit einer neuen Internetplattform macht die Vereinigung für wesensgemäße Bienenhaltung - Mellifera auf die speziellen Probleme der Honigbienen und der Imkerschaft durch den Anbau von Gen-Mais aufmerksam. Die Seite www.bienen-gentechnik.de enthält Informationen über den Fortgang der Klagen von Imkern gegen den Anbau des gentechnisch veränderten Mais MON 810 und berichtet über die Situation der blütenbestäubenden Insekten im Zusammenhang mit der Agro-Gentechnik. Die Imker erwarten von der Politik, dass der Grundgedanke einer Koexistenz auch für die Imkerei umgesetzt und die Rechte der Imker nicht mit unsachgemäßen Entscheidungen untergraben werden, so Mellifera. Es gehe dabei nicht nur um den Schutz von Imkern und Honigkunden. Viele andere blütenbestäubende Insekten decken einen großen Teil ihres Eiweißbedarfs aus Maispollen. Wildbienen mit beschränktem Flugradius könnten in die Lage kommen sich überwiegend mit GVO-Eiweiß ernähren zu müssen. Eine Fülle ungeklärter Fragen lasse es unverantwortlich erscheinen MON 810 und andere GVO anzubauen.
Näheres: www.bienen-gentechnik.de
(22.02.2007) Das dritte Mal in Folge ist die EU-Kommission mit dem Versuch gescheitert, EU-Länder zum Anbau von Gen-Pflanzen zu zwingen. Die Umweltminister der Europäischen Union haben am 20. Februar 2007 den Antrag der Kommission abgelehnt, das nationale Anbauverbot von Gen-Pflanzen in Ungarn aufzuheben. Dies berichtet Greenpeace in einer Pressemeldung. Damit haben die Umweltminister für die Umwelt und im Sinne der Verbraucher gestimmt, die den Anbau von Gen-Pflanzen ablehnen. Der Kommission ist zu raten, dass sie endlich die Interessen der Bevölkerung wahrnimmt und nicht die der Gentechnikindustrie, kommentiert Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin von Greenpeace. Ungarn hat ebenso wie Österreich, Polen und Griechenland ein nationales Anbauverbot für Gen-Mais mit der Begründung erlassen, dass die Risiken nicht ausreichend erforscht sind. Diese Länder handeln nach dem Vorsorgeprinzig, denn einmal freigesetzte Pflanzen lassen sich nicht wieder zurückholen. Während andere europäische Länder berechtigte Bedenken gegen den Anbau von Gen-Mais haben und dessen Aussaat verbieten, soll auf den Äckern in Deutschland dieses Jahr wieder genmanipulierter Mais wachsen. Landwirtschaftsminister Seehofer muss endlich handeln und auch in Deutschland einen Anbaustopp verhängen, fordert Greenpeace. In Deutschland sollen nach aktuellem Stand auf mehr als 3.700 Hektar Gen-Mais angebaut werden.
Näheres: Greenpeace-Pressemeldung und Deutschlandkarte mit GVO-Mais-Feldern
(20.02.2007) Rund 45.000 Fachbesucher (2006: 37.426) ein Plus von 20 Prozent aus 116 Ländern reisten laut BioFach-Meldung zur BioFach (15. bis 18. Februar) nach Nürnberg, um sich über den Weltmarkt für Bio-Produkte und Naturkosmetik zu informieren. 34 Prozent der Besucher kamen aus dem Ausland, vor allem aus Österreich, Italien - dem Land des Jahres der BioFach 2007, aus den Niederlanden, Polen, Frankreich, der Schweiz, Großbritannien oder Spanien. 2.566 Aussteller (2006: 2.088, + 23 Prozent) waren zur BioFach und Vivaness gekommen. Gut zwei Drittel der Aussteller reisten aus dem Ausland an. Neben dem erfolgreichen Auftritt deutscher Bio-Produzenten waren unter den insgesamt 80 ausstellenden Nationen Italien, Spanien, Frankreich und Österreich traditionell stark vertreten. Vivaness - die neue Fachmesse für Naturkosmetik und Wellness - füllte mit 164 Ausstellern auf Anhieb die Messehalle 7A. 2006 war für die gesamte Bio-Branche in Deutschland erneut ein überaus erfolgreiches Jahr. Wie aus der BioFach-Meldung weiter hervorgeht, stiegen die Lebensmittelumsätze um ca. 16 Prozent auf gut 4,5 Milliarden Euro (geschätzt: Prof. Ulrich Hamm, Uni Kassel; Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle, ZMP). Der Umsatzanteil von Bio-Lebensmitteln am gesamten Lebensmittelhandel werde sich bis 2010 auf sechs Prozent verdoppeln, so die Schätzung einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG und des EHI Retail Institute, Köln. In der Europäischen Union wurden 2005 Bio-Lebensmittel im Wert von insgesamt 14,5 Milliarden Euro verzehrt, 27 Prozent davon allein in Deutschland, dem wichtigsten europäischen Verbrauchermarkt vor Großbritannien (17 Prozent), Frankreich (14 Prozent) und Italien (zwölf Prozent).
Näheres: www.biofach.de
(14.02.2007) Die Internationale Vereinigung biologischer Landbaubewegungen (IFOAM), das Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) und die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) werden auf der BioFach 2007 die neusten Zahlen zum Öko-Landbau weltweit präsentieren. Die Studie "The World of Organic Agriculture - Statistics and Emerging Trends", die mit Unterstützung der NürnbergMesse erstellt wurde, wird am Freitag den 16.02.2007 um 10.00 Uhr (Raum St. Petersburg) auf der Weltleitmesse für Naturkost vorgestellt. Der Studie zufolge werden weltweit fast 31 Millionen Hektar der landwirtschaftlichen Nutzfläche ökologisch bewirtschaftet. Die größte Bio-Fläche befindet sich in Australien mit 11,8 Millionen Hektar, gefolgt von Argentinien (3,1 Millionen Hektar), China (2,3 Millionen Hektar) und den USA (1,6 Millionen Hektar). Deutschland liegt im weltweiten Vergleich auf Platz sieben (807.406 Hektar). Der globale Markt wird vom Marktforschungsunternehmen Organic Monitor für das Jahr 2005 mit 25,5 Milliarden Euro beziffert, wobei der größte Teil der Bio-Produkte in Europa und Nordamerika umgesetzt wird. Die globale Bio-Landbaustatistik wird zum achten Mal auf der BioFach präsentiert. Neben den Übersichtskapiteln zum ökologischen Landbau weltweit mit zahlreichen Abbildungen und den aktualisierten Berichten zur Situation und Entwicklungstendenzen des Öko-Landbaus in den einzelnen Kontinenten enthält das Buch diesmal einen umfangreichen Anhang mit den gesamten Daten zur ökologischen Anbaufläche, zur Bodennutzung und wichtigen Kulturarten.
(13.02.2007) Bundesumweltminister Sigmar Gabriel verlieh heute erstmals den "Förderpreis Naturschutzhöfe", mit dem vorbildliche Leistungen der Landwirtschaft für den Naturschutz ausgezeichnet werden. Initiiert und durchgeführt wurde der Wettbewerb vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL). Das Projekt wurde vom Bundesumweltministerium gefördert. Preisträger 2006 sind der Demeter-Gemischtbetrieb Wüst (Baden-Württemberg), der Grünlandbetrieb Thielecke (Sachsen-Anhalt) und das Bioland-Weingut Ludwig Seiler (Rheinland-Pfalz). Neun weitere Betriebe erhielten eine Auszeichnung. Bei der offiziellen Preisverleihung lobte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die besonderen Verdienste der Preisträger für den Naturschutz: "Wir wissen alle, dass wir zur Erhaltung unserer biologischen Vielfalt die naturverträglich wirtschaftenden Landnutzer brauchen. Ohne sie lässt sich das Ziel der Bundesregierung, den Verlust der biologischen Vielfalt bis zum Jahr 2010 zu stoppen, nicht erreichen." Das Kuratoriumsmitglied der Stiftung Ökologie & Landbau, Prof. Dr. Hubert Weiger, zeigte sich sehr zufrieden mit der großen Beteiligung am Wettbewerb: 233 Betriebe hatten sich im Frühjahr 2006 für den Preis beworben und stellten sich dem Votum einer unabhängigen Jury. In seiner Laudatio betonte Hubert Weiger, dass "das große Engagement und das breite Spektrum an Naturschutzansätzen auf den Höfen sichtbar wurde." Weitere Projektpartner des "Förderpreises Naturschutzhöfe" sind der Naturschutzbund (NABU) / Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) / Bund Naturschutz Bayern (BN) sowie die Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur).
Näheres: www.naturschutzhoefe.de und Bilder von der Preisverleihung und den Preisträgern
(08.02.2007) Vogelgrippe wird offenbar nicht durch Zugvögel übertragen, sondern ist ein hausgemachtes Problem der industriellen Intensivtierhaltung. Zu diesem Ergebnis kommt der Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung ProVieh. Was Experten schon lange vermuteten und was Landwirtschaftsminister Horst Seehofer und die Agrarindustrie immer leugneten, scheine nun bewiesen zu sein: Die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) berichtet, dass das im Putenmastbetrieb in der englischen Grafschaft Suffolk aufgetretene H5N1-Virus mit asiatischem Stamm dem entspricht, welches im Januar in Ungarn gefunden wurde. Da die Briten auch in Ungarn Betriebe unterhalten und ihre Tiere auch aus Ungarn beziehen, steht laut OIE zweifelsfrei fest, dass sich die Vogelgrippe durch Tiertransporte ausgebreitet hat. Der vereinseigene Arbeitskreis Tierseuchen von ProVieh hatte schon Ende 2005 auf die Zusammenhänge zwischen Intensivtierhaltung und Vogelgrippe hingewiesen. "Nicht etwa das gesunde Freilandgeflügel ist gefährdet und stellt eine Gefahr für den Menschen dar, sondern die krank gezüchteten und krank gemästeten Tiere in den Agrarfabriken", so Mathias Güthe, Vorstandsmitglied von ProVieh. Das von Landwirtschaftsminister Horst Seehofer nach den ersten Fällen von Vogelgrippe verhängte flächendeckende Aufstallungsgebot habe vor allem bäuerliche Geflügelhalter und Selbstversorger in Schwierigkeiten gebracht und vielfach sogar zur Aufgabe gezwungen. Eines ist nach Ansicht von ProVieh schon jetzt klar: Das Aufstallungsgebot für Freilandgeflügel entbehrt jeder Grundlage und muss umgehend zurückgezogen werden. "Eine Klage gegen das Gebot wurde bereits geprüft. Wenn Horst Seehofer nichts tut, dürfte der Gang vor Gericht nur noch eine Frage der Zeit sein", so Mathias Güthe. Der Verein ProVieh ist mit vielen tausend Einzelmitgliedern und rund 130 Mitgliedsvereinen Deutschlands ältester und größter Tierschutz-Fachverband, der sich den landwirtschaftlichen Nutztieren widmet.
Näheres: Pressemeldung von ProVieh
(02.02.2007) Wer gentechnisch veränderten Mais anbauen will, muss seine Fläche drei Monate vor der Aussaat im Standortregister des Bundesamts für Verbraucherschutz anmelden: 2.663 Hektar (von insgesamt mindestens 1,7 Millionen Hektar Maisanbau) sind dort bisher an 171 Standorten verzeichnet; davon 1.550 in Brandenburg, 550 in Sachsen, 370 in Mecklenburg-Vorpommern und 200 in Sachsen-Anhalt, berichtet die europäische Initiative "Save our Seeds" (SOS). In den restlichen Bundesländern seien es zusammen nur 20 Hektar. Im vergangenen Jahr seien rund 2.000 Hektar angemeldet worden, von denen dann allerdings nur 945 Hektar tatsächlich mit Gentech-Mais bepflanzt wurden. Auch in diesem Jahr beginne jetzt die Diskussions-Saison vor Ort. Nicht erfasst sind, so SOS, die 2007 geplanten experimentellen Freisetzungen - bis auf einen Versuch mit Gentechnik-Weizen in Gatersleben. Die Wissenschaft müsse sich nicht an die Veröffentlichungsfristen halten. Sie könne auch erst drei Tage vor Anbau ihre Standorte veröffentlichen - was bereits an verschiedenen Standorten zu Verstimmungen geführt habe. Allein BASF habe dieses Jahr für seine Gentechnik-Kartoffeln bis zu 200 Hektar angemeldet. Diese Angaben finden sich allerdings nur im Europäischen Freisetzungs-Register.
Näheres: www.saveourseeds.org
(01.02.2007) Unser täglich Brot gib uns heute heißt es in einem Gebet, das Millionen von Christen täglich beten. Bewusst hat Regisseur Nikolaus Geyrhalter für seinen Film diesen Titel gewählt, denn er lässt den Kinobesucher Zeuge einer ganz eigenen Schöpfungsgeschichte werden. "Unser täglich Brot" ist eine filmische Meditation über die Welt der industriellen Nahrungsmittelproduktion. Zum Rhythmus von Fließbändern und riesigen Maschinen zeigt der Film Orte, an denen Nahrungsmittel produziert werden: Für Fahrzeuge optimierte, surreale Landschaften; sterile Räume in funktioneller, industrieller Architektur, für logistischeffiziente Abläufe entwickelt. Eine kühle, industrielle Umgebung, die wenig Raum für Individualität lässt. Indem Nikolaus Geyrhalter der Frage Woher kommt unsere Nahrung? schonungslos nachgeht, stellt er gleichzeitig die Seinsfrage. Wo steht der Mensch in einer Welt, die sich in ganz elementaren Dingen verselbständigt hat? Und er zeigt die industrielle Nahrungsmittelproduktion als Spiegelbild unseres Wertekanons: viel, einfach, schnell - Wenige produzieren für uns alle. "Unser täglich Brot" gibt dem Kinobesucher Einsicht in die Orte, die sich unserem Alltag verschließen. Er liefert Einblicke, dort, wo Verdrängung die Regel ist und liefert Erkenntnis. Wer selber eine Filmvorführung in seiner Nähe initiieren möchte, kann sich an die Gesellschaft für Umwelt und Sozialbildung mbH (GUSB) wenden. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht gesellschaftspolitisch relevante Inhalte zielgruppenspezifisch zu verbreiten und stellt die nötige Technik für eine Filmvorführung bereit.
Näheres: www.unsertaeglichbrot.de und www.kino.gusb.de