Nachrichtenarchiv Januar 2007

Nachrichtenübersicht
Mission Sustainability - Ideen für nachhaltigen Alltag gesucht
Vorbildliche Öko-Betriebe auf Internationaler Grüner Woche ausgezeichnet
Wettbewerb natürlich regional! 2007 – jetzt bewerben
Mäuse-Gene gegen Schweine-Durchfall
Internationale Wissenschaftskonferenzen und Praktika am Deutschen Kulturzentrum in Gorno-Altaisk
Landwirtschaft 2007 - Der Kritische Agrarbericht
USA: Mehr Öko-Landbau an den Hochschulen
Aktuelle Studie: Wer profitiert von der Ernte genmanipulierter Pflanzen?
Neue Ausgabe der Ökologie & Landbau:
Öko-Landbau im deutschsprachigen Raum
FAO-Konferenz zum Öko-Landbau und Lebensmittelsicherheit

Mission Sustainability - Ideen für nachhaltigen
Alltag gesucht

(31.01.2007) Im Rahmen des Wettbewerbs Mission Sustainability fordert der Rat für Nachhaltige Entwicklung Menschen jeden Alters bis zum 31.08.2007 auf, Ideen zu präsentieren, wie sie ihren Alltag nachhaltiger gestalten können. Dabei geht es um kleine Ideen, die Großes bewirken. Denn nur wenn alle ihr Alltagsverhalten an den Kriterien der Nachhaltigkeit ausrichten, bewegt sich etwas. Neben der Beschreibung der Idee sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgefordert sie zusätzlich bildhaft darzustellen. Die Einreichungen in Form von Fotos, Grafiken, Zeichnungen u.s.w. können direkt auf der Website www.mission-sustainability.org hochgeladen werden. Bewertet werden die Wettbewerbsbeiträge von einer hochkarätigen internationalen Jury. Diese besteht u.a. aus Mitgliedern des Rates für Nachhaltige Entwicklung und den Räten anderer europäischer Staaten. Die 40 besten Beiträge werden ausgezeichnet und in einer Publikation gedruckt. Partner des Wettbewerbs sind u.a. der britische, belgische, ungarische, irische und österreichische Nachhaltigkeits- bzw. Umweltrat, LOHAS, oikos international und die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands.

Näheres: www.mission-sustainability.org

Vorbildliche Öko-Betriebe auf Internationaler
Grüner Woche ausgezeichnet

(26.01.2007) Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin hat Dr. Gerd Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), heute im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung zum siebten Mal den Förderpreis Ökologischer Landbau des BMELV vergeben. Ausgezeichnet wurden drei ökologisch wirtschaftende Betriebe für ihre besonders innovativen Leistungen. Die Konzepte dieser Siegerbetriebe sind gleichfalls auf andere Betriebe übertragbar und, so Müller, „bestens zur Nachahmung empfohlen“. Der Förderpreis ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Mit dem 1. Platz wurde der Martinshof aus dem Saarland ausgezeichnet - für seine vorbildlichen Leistungen im Bereich der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von ökologischen Ziegenmilchprodukten. Den 2. Platz erhielt das Kurgestüt Hoher Odenwald (Baden-Württemberg) für seine vorbildlichen Leistungen im Bereich der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Bio-Stutenmilch und der 3. Preis ging an das Gut Wulfsdorf aus Schleswig-Holstein, das für seine vorbildlichen Leistungen im Bereich der Direktvermarktung ökologischer Produkte ausgezeichnet wurde. Joachim Bauck, Mitglied der Förderpreis-Jury, hob in seiner Laudatio hervor: "Wir hoffen, dass die hervorragenden Konzepte dieser Höfe in ganz Deutschland bekannt werden und auch Impulsgeber für andere ökologisch und konventionell wirtschaftende Betriebe sind.“

Näheres: www.FoerderpreisOekologischerLandbau.de

Wettbewerb natürlich regional!
2007 – jetzt bewerben

(26.01.2007) Zum vierten Mal schreibt der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) in diesem Jahr den Wettbewerb „natürlich regional!“ für innovative Regionalinitiativen aus. Alle Initiativen, die bei Produktion, Verarbeitung und Vermarktung ihrer Produkte im Umkreis von bis zu 100 km agieren, die Qualität ihrer Arbeit sichern und sich der Umweltverträglichkeit verpflichtet fühlen, können sich beim DVL bewerben. Die Auszeichnung als anerkannte Regionalinitiative erhalten alle teilnehmenden und im Sinne des Wettbewerbs arbeitenden Initiativen, fünf Gewinnern winkt ein Preisgeld im Gesamtwert von 6.000 Euro. Schirmherr des Wettbewerbs ist Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer. Er lädt die Initiativen zur Teilnahme am Wettbewerb ein: „Regionalinitiativen schaffen Verbrauchervertrauen, Arbeitsplätze und erhalten unsere Kulturlandschaft im ländlichen Raum. In unserer globalisierten Welt sind regionale Produkte eine gute Alternative. Bewerben Sie sich um die Auszeichnung als anerkannte Regionalinitiative!“ Die Palette der bisherigen Preisträger ist bunt. Sie reicht von Erzeugergemeinschaften für Bio-Fleisch über Gemeinschaften zur Dinkelproduktion bis zu Regionalstrom-Kooperationen sowie Streuobst- und Beweidungsprojekten. Die Bewerbungsunterlagen können telefonisch oder per Post angefordert oder unter www.reginet.de heruntergeladen werden. Einsendeschluss für die vollständigen Unterlagen ist der 31. März 2007 (Posteingang). Gefördert wird der Wettbewerb vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Näheres: DVL-Meldung

Mäuse-Gene gegen Schweine-Durchfall

(25.01.2007) Das Umweltinstitut München ruft zum Widerstand gegen einen geplanten Versuch der ostdeutschen Gentechnikfirma Novoplant auf, bei dem Gen-Erbsen ein Medikament gegen Durchfallerkrankungen von Schweinen produzieren sollen. Dazu werden in die Erbsen Mäuse-Gene eingebaut. Die Gen-Erbsen sollen ein Medikament gegen bakterielle Durchfallerkrankungen von Schweinen produzieren und in Zukunft als Antibiotika-Ersatz in Futtermittel gemischt werden, berichtet das Umweltinstitut. Der Versuch ist auf dem Gelände der Genbank in Gatersleben, Sachsen-Anhalt, mit der weltgrößten Sammlung traditioneller Erbsensorten geplant. Hunderte Sorten werden hier jedes Jahr im Freiland angebaut, um deren Keimfähigkeit zu erhalten. Eine Kontamination der Genbank hätte verheerende Folgen für die Erhaltungs- und Züchtungsarbeit und damit für die Ernährungssicherheit künftiger Generationen. Das Umweltinstitut ruft daher zu Einwendungen gegen den geplanten Freisetzungsversuch auf. Bis zum 7. März 2007 können die vorbereiteten Mustereinwendungen an das Umweltinstitut geschickt werden.

Näheres: Pressemeldung und Mustereinwendung (PDF 96KB)

Internationale Wissenschaftskonferenzen und Praktika
am Deutschen Kulturzentrum in Gorno-Altaisk

(19.01.2007) Das Deutsche Kulturzentrum der Gorno-Altaisker Staatlichen Universität bietet 2007 verschiedene Konferenzen und Praktika an im Rahmen der Zusammenarbeit mit ausländischen Forschern und Studenten. Angesprochen sind vor allem Wissenschaftler der Bereiche Biologie, Geographie, Geologie, Kultur, Pädagogik und Soziologie. Die Republik Altai liegt im südlichen Sibirien im Altaigebirge. Aufgrund der Lage im Gebirge und der dünnen Besiedelung ist die Region besonders attraktiv für naturwissenschaftliche Forschung. Im Juni 2007 findet in Gorno-Altaisk, die internationale wissenschaftliche Konferenz "Deutsche Forscher im Altai" statt, die dem 170-järigen Jubiläum des berühmten deutschen Orientalisten Friedrich Wilhelm von Radloff gewidmet ist. Im August 2007 wird die Konferenz "Methodik und Technologie der ökologischen Ausbildung: Theorie und Praxis" durchgeführt. Zudem bietet die Gorno-Altaisker Staatliche Universität ein Praktikumsprogramm für ausländische Studierende und Forscher an. Es werden Diplom- und Dissertationsarbeiten betreut.

Landwirtschaft 2007 - Der Kritische Agrarbericht

(17.01.2007) Am Donnerstag, den 18. Januar 2007, präsentiert das AgrarBündnis im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin den druckfrischen "Kritischen Agrarbericht" und bezieht zu aktuellen agrarpolitischen Themen Stellung. "Neue Regierung auf alten Wegen" - mit diesen wenigen Worten ließe sich nach Ansicht des AgrarBündnis das erste Jahr Agrarpolitik der Großen Koalition unter dem neuen Landwirtschaftsminister Horst Seehofer resümieren. Von der agrarpolitischen Neuorientierung, die unter der Vorgängerregierung zumindest ansatzweise eingeleitet wurde (Stichwort "Agrarwende"), sei nicht einmal das Wort übrig geblieben. Das Verbot der Käfighaltung für Legehennen fiel dem Druck der Länder zum Opfer, das Verbraucherinformationsgesetz mache seinem Namen keine Ehre und die (Ressort-)Forschungspolitik verschiebe deutlich die Akzente: weniger Öko-Landbau, weniger Tierschutz - dafür mehr Gentechnik. Dabei sei die Interessenlage bei diesem Thema seit Jahren eindeutig: Rund drei Viertel der Bevölkerung (inkusive der Landwirte) wolle diese Risikotechnologie nicht, weil sie sich von ihr keinerlei Nutzen verspricht. Deshalb hat der kritische Agrarbericht 2007 erneut die Agro-Gentechnik als Schwerpunkt. Dreizehn von 48 Beiträgen sind diesem Thema gewidmet. Des Weiteren findet sich das ganze Spektrum an Themen und Problemstellungen, die für Landwirtschaft und Verbraucherschaft, für Umwelt-, Natur- und Tierschutz von Bedeutung sind. Der kritische Agrarbericht wird seit 1993 jährlich vom AgrarBündnis herausgegeben. Das AgrarBündnis ist ein Zusammenschluss von derzeit 26 unabhängigen Organisationen aus Landwirtschaft, Umwelt-, Natur- und Tierschutz sowie Verbraucher- und Entwicklungspolitik mit insgesamt mehr als eine Million Einzelmitgliedern.

Näheres: www.agrarbuendnis.de und Faltblatt Kritischer Agrarbericht 2007 (PDF 110KB)

USA: Mehr Öko-Landbau an den Hochschulen

(16.01.2007) Für die Einrichtung eines Zentrums für ökologische und nachhaltige Landwirtschaft am Alfred State College hat der Staat New York Fördermittel in Höhe von 4,9 Millionen US-Dollar gewährt. Dies berichtet die Organic Trade Association (OTA). Als erste im Staat New York plant die Fachhochschule, einen Fachhochschulabschluss im Öko-Landbau zu vergeben. Die neue Einrichtung wird außerdem New Yorks erste Bio-Milchkuhherde auf einem Campus beherbergen. Den ersten Bio-Milchbetrieb an einer Hochschule in den USA hatte zuvor die Burley-Demerritt-Farm an der Universität von New Hampshire aufgebaut. Auch die Universität von Florida richtete vor kurzem einen Studiengang ein, der ein Vordiplom in Bio-Landwirtschaft vergibt und die Universitäten der Staaten Colorado und Washington bieten seit neuestem ähnliche Programme an. Das Landwirtschaftsministerium der USA hatte laut OTA im Geschäftsjahr 2006 rund 4,6 Millionen US-Dollar zur Unterstützung der Forschung im Öko-Landbau, für Ausbildung und Ausweitungsprogramme des ökologischen Landbaus investiert.

Näheres: www.ota.com

Aktuelle Studie: Wer profitiert von der Ernte
genmanipulierter Pflanzen?

(12.01.2007) Friends of the Earth International (FoEI) hat am 9. Januar 2007 eine neue Studie veröffentlicht, ein Bericht über die weltweite Ernteleistung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) im Zeitraum 1996-2006. Die Ernten aus gentechnischer Landwirtschaft halten offenbar nicht, was die Gentech-Industrie verspricht. Weder erfüllten Gen-Produkte die Erwartungen an Qualität oder Preis, noch linderten sie Hunger oder Armut, kritisiert Friends of the Earth Africa. Der Einsatz von Pestiziden mit dem Anbau von Gen-Pflanzen sei nicht gesunken, sondern im Gegenteil gestiegen. Das belegt die Studie. Auch können Bauern auf gentechnisch bewirtschafteten Feldern nicht mehr Früchte ernten als die Kollegen aus dem konventionellen Anbau. Die Umwelt habe keinen Nutzen, und GVO-Ernten seien auf lange Sicht nicht nachhaltig. 70 Prozent des großflächigen Gentech-Anbaus konzentriert sich auf zwei Länder, nämlich die USA und Argentinien. Für Europa konstatiert der Bericht zwar einen leichten Anstieg beim Anbau von Gen-Mais (schätzungsweise 1 Prozent der gesamten Mais-Produktion), hob aber vor allem die große Ablehnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln in der EU hervor. Auch die wachsende Zahl gentechnikfreier Regionen zeigen die Autoren der Studie auf. Verbraucher und Bauern hätten erkannt, dass Genfood keinen Nutzen, sondern nur zusätzliche Umwelt- und Gesundheitsrisiken bringe.

Näheres: Studie von FoEI

Neue Ausgabe der Ökologie & Landbau:
Öko-Landbau im deutschsprachigen Raum

(11.01.2007) Der Öko-Landbau in Deutschland, Österreich und der Schweiz steht im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe der Ökologie & Landbau. Im Vergleich der drei Länder zeigt sich: Österreich liegt beim Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche ganz vorn und die Schweizer zeigen mit den höchsten Pro Kopf Ausgaben für Bio-Produkte, was ihnen diese wert sind. Deutschland hat den größten Markt für Bio-Produkte - dennoch stellen derzeit nur sehr wenige Bauern um. Minou Yussefi und Uli Zerger fragen daher in ihrem Einstiegsbeitrag, ob die Politik die falschen Zeichen setzt. Toralf Richter vergleicht die Bio-Märkte in den drei Ländern und Hannes Tomic, Obmann des österreichischen Bio-Verbandes, ist davon überzeugt, dass der Zusammenschluss der Verbände in Österreich die Branche gestärkt hat und erhofft sich als nächsten Schritt ein bundeseinheitliches Bio-Siegel. Warum die Schweiz nach wie vor ein Musterland des Öko-Landbaus ist, beleuchtet Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau. Weitere Themen in der aktuellen Ausgabe sind beispielsweise die Herausforderungen denen sich Öko-Geflügel-Betriebe stellen müssen, die Meinung von Verbrauchern zu Biogasanlagen auf Bio-Betrieben, eine Studie zur Produktion und Vermarktung von Öko-Wildpflanzen und die Rolle des Öko-Landbaus in den neuen Leitbildern für die Raumentwicklung in Deutschland. Neben den Fachartikeln bietet die Ökologie & Landbau wieder viele interessante Kurzmeldungen, Termine und Buchvorstellungen.

FAO-Konferenz zum Öko-Landbau und Lebensmittelsicherheit

(04.01.2007) Vom 3. bis 5. Mai 2007 veranstaltet die Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen in Rom eine internationale Konferenz zum Thema Öko-Landbau und Lebensmittelsicherheit. Die Veranstaltung findet im Vorfeld der 33. Sitzung des Komitees für weltweite Nahrungsmittelsicherheit vom 7. bis 10. Mai 2007 statt. Partner für die Organisation der Veranstaltung sind beispielsweise die Internationale Vereinigung ökologischer Landbaubewegungen (IFOAM) sowie der World Wildlife Fund (WWF). Mit der Konferenz will die FAO ein Forum bieten, auf dem unterschiedliche Sichtweisen über den Beitrag des Öko-Landbaus zur globalen Ernährungssicherheit dargestellt und diskutiert werden. Dazu sind Vertreter aus dem Öko-Sektor, Delegierte der Regierungen sowie die Mitarbeiter der FAO eingeladen. Ziel der Konferenz ist es, vorhandene Daten und Informationen über den Beitrag des Öko-Landbaus zur Nahrungsmittelsicherheit in verschiedenen landwirtschaftliche Regionen weltweit zu analysieren und Potentiale und Grenzen aufzuzeigen sowie erforderliche Maßnahmen und Aktionen zur Verbesserung der Leistungen des Öko-Landbaus zu identifizieren.

Näheres: www.fao.org und Announcement for the Conference (PDF 31KB)