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Startseite > Service > Nachrichtenarchiv > Juli 2007
(30.07.2007) Die Aktion "Genfrei Gehen", der Marsch für eine gentechnikfreie Welt, ist am vergangenen Samstag in Lübeck gestartet. Gut 200 Demonstranten waren auf den ersten 30 Kilometern von insgesamt 1.200 Kilometern von Lübeck bis zum Bodensee am Start. Auch eine Gruppe der Trainees Ökologischer Landbau wanderte auf der ersten Etappe von Lübeck nach Buchholz am Ratzeburger See mit. Unterstützt wurden die Trainees hierbei von der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL). Renate Künast, Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, verabschiedete die Wanderer am Holstentor und wünschte ihnen "einen guten gentechnik- und blasenfreien Marsch".
Näheres: www.genfrei-gehen.de
und Faltblatt
von "Genfrei Gehen"
(PDF 264KB)
(26.07.2007) Der Call for Papers für die zweite Wissenschaftliche Fachkonferenz der "International Society of Organic Agriculture Research" (ISOFAR) ist veröffentlicht worden. Die ISOFAR-Fachkonferenz findet vom 18. bis 20. Juni 2008 im Rahmen des "16. IFOAM Welt Kongresses" in Modena, Italien, statt. In Vorträgen, Postern und Workshops werden auf der ISOFAR-Fachkonferenz unter anderem Beiträge des EU-Forschungsprojektes "Quality Low Input Food", der "Organic Fruit Conference" und der IFOAM Arbeitsgruppe "AgroBioMediterraneo" vorgestellt. Beiträge mit interdisziplinären Forschungsinhalten, etwa zu den Interaktionen zwischen Landwirtschaft und Umwelt oder zwischen Anbauverfahren und Produktqualität, sind besonders erwünscht. Alle Beiträge unterliegen einem Begutachtungsverfahren und müssen bis zum 15. Oktober 2007 eingereicht werden. Weitere Informationen zur ISOFAR-Fachkonferenz und der Call for Papers sind im Internet verfügbar.
Näheres: www.isofar.org
(25.07.2007) Joseph Wilhelm, Vorstand der Rapunzel Naturkost AG, wird ab 27. Juli 2007 bis Mitte September 2007 quer durch Deutschland von Lübeck nach Lindau wandern. Mit dieser Aktion möchte er ein Zeichen der Aktivität setzen und vor allem den Landwirtschaftspolitikern und der dahinterstehenden Gen-Lobby die rote Karte zeigen. Ziel von "Genfrei Gehen" sei es, Mut zu machen und sich konstruktiv positiv für eine gentechnikfreie Zukunft einzusetzen, so der Veranstalter. Jeder sei eingeladen mitzuwandern. Die Tour führt quer durch Deutschland, das sind rund 1.100 km auf 44 gut zu bewältigenden Etappen. Entlang der Route wird es immer wieder Veranstaltungen zum Thema Gentechnik geben. Aufgrund seiner Begeisterung fürs Laufen über längere Distanzen wollte Joseph Wilhelm in diesem Sommer eigentlich nur eine Auszeit nehmen, ganz kontemplativ durch Deutschland wandern und gelegentlich einen Vortrag über Gentechnik halten. In Gesprächen mit Freunden und Bekannten und in seiner täglichen Arbeit entwickelte die Idee eine Eigendynamik, die zeigte, wie wichtig es ist, aktiv ein Zeichen zu setzen für eine gentechnikfreie Zukunft. Die Aktion Genfrei Gehen soll den Menschen Mut machen, Eigenverantwortung zu übernehmen und im Rahmen ihrer persönlichen Möglichkeiten aktiv zu werden. Joseph Wilhelm freut sich, viele Menschen auf dem Weg begrüßen und kennen lernen zu dürfen. Auf der ersten Etappe von Lübeck nach Buchholz zählt auch die Gruppe der Trainees Ökologischer Landbau, koordiniert von der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL), zu seinen Begleitern.
Näheres: www.genfrei-gehen.de,
Faltblatt
von "Genfrei Gehen"
(PDF 264KB)
(23.07.2007) Nach monatelangen Verhandlungen ist nun der Entwurf für ein neues Gentechnikgesetz bekannt geworden. Die geplanten Änderungen sind nicht geeignet, um eine Lebensmittelproduktion ohne Gentechnik dauerhaft abzusichern, so die Einschätzung des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Ein wesentlicher Teil der Lasten der Koexistenz soll von denen getragen werden, die die Gentechnik nicht wollen. Das ist und bleibt unakzeptabel, so Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des BÖLW. Positiv bewertet der Verband, dass es nun doch bei den geltenden Regeln für das Standortregister für Gentechnikpflanzen bleiben soll. Danach müssen Gentechnikfelder parzellengenau im Internet dargestellt werden. Für unbegründbar hält der BÖLW-Vorsitzende hingegen, dass konventionell wirtschaftende Bauern durch geringere Feldabstände vor dem Pollenflug von Gentechnikpflanzen geschützt werden sollen als ihre ökologisch wirtschaftenden Kollegen. Gentechnikfreiheit sei ein unteilbarer Anspruch der gesamten Landwirtschaft. Der Gesetzesentwurf sieht weiter vor, dass Abstände und sonstige Vorsichtsmaßnahmen gegen Verunreinigungen durch Gentechnik unterbleiben können, wenn betroffene Landwirte auf einen Schutz verzichten oder sich nicht dazu äußern. Das ist in Wirklichkeit ein weiteres Element zur unkontrollierten Gentechnikausbreitung, so Löwenstein. Unzureichend sei auch die Haftungsregelung. Handel und Verarbeitung könnten aufgrund gesetzlicher Vorgaben, unausgereifter Analyseverfahren und den Risiken weiterer Verunreinigungen im Produktionsprozess keine GVO-Kontaminationen bis 0,9 Prozent tolerieren.
Näheres: BÖLW-Pressemeldung
(19.07.2007) Zum Filmstart des gleichnamigen Kinofilms kommt der amerikanische Bio-Bauer John Peterson im September 2007 nach Deutschland, um den Film seiner Lebensgeschichte vorzustellen. John Peterson wird im Rahmen einer (Kul)Tour mit Livemusik von Lesley Freeman und Talkrunden in 15 Städten präsentiert. Der Film "Mit Mistgabel und Federboa - Farmer John" erzählt in wunderbarer Weise die Lebensgeschichte des Farmers John Peterson. Seit den späten Teenager-Jahren Farmer in dritter Generation auf dem Hof der Familie, erfährt er in seinem Leben zahllose Brüche und Katastrophen, die ihn haarscharf am Rande des menschlichen und wirtschaftlichen Totalruins vorbeiführen. Erst als sich John mehr intuitiv denn bewusst entschließt, seinen Hof Angelic Farms auf Biologisch-Dynamischen Gemüsebau umzustellen, geht es mit seinem Leben und der Farm bergauf. Der Hof wird inzwischen von über 1.700 Familien als Community-Farm betrieben. Das Time Magazin titelte über ihn: "Farmer John - der Al Gore der Landwirtschaft". "Ein Faszinierender Dokumentarfilm" findet die New York Times, "Eine humorvolle, packende und mit genauem Blick erzählte Geschichte" sagt Al Gore selbst über den Film. Der Film wurde mit zahlreichen Preisen im In- und Ausland ausgezeichnet. Die Kino-(Kul)Tour hat den Demeter Bund und Slow Food als ideelle Sponsoren gewinnen können und kommt in folgende Städte: Berlin (08.09.), Hamburg (09.09.), Kassel (10.09.), Frankfurt/Main (11.09.), Bonn (12.09.), Kaiserslautern (13.09.), Konstanz (14.09.), Lindau (15.09), Nürnberg (16.09.), Dresden (17.09.), München (18.09.), Wien (19.09.), Zürich (20.09.), Basel (21.09), Freiburg (22.09.) und Stuttgart (23.9). Zu den Co-Veranstaltern zählt auch die Stiftung Ökologie & Landbau.
(13.07.2007) 40 Großplakate mit Portraits von Abgeordneten und ihren Positionen zur Gentechnik präsentierten Umwelt- und Landwirtschaftsverbände heute vor dem Bundestag. Die Organisationen und tausende Bürger hatten die Abgeordneten mit einer Aktionstour in den letzten Wochen auf den Marktplätzen ihrer Heimatstädte gefragt: Gentechnik im Essen per Gesetz? Machen Sie da mit? "80 Prozent der Bürger wollen keine Gentechnik - weder in der Landwirtschaft noch im Essen. Doch in den Hinterzimmern der Politik wird an einem Gentechnik-Gesetz gebastelt, das ihr zum Durchbruch verhelfen soll", so Christoph Bauz von Campact. "Für die Aktionstour hatten wir den richtigen Zeitpunkt gewählt: Wichtige SPD-Politiker wie Hubertus Heil, Michael Müller und Dieter Wiefelspütz konnten wir bewegen, sich vor ihren Wählern hinter die gentechnikkritische Position ihrer Fachpolitiker zu stellen. Jetzt muss nachgebessert werden und die Bürger werden ihren Abgeordneten weiter auf die Finger schauen", so Peter Röhrig, Gentechnikexperte des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Im Gespräch mit Bürgern hatten der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Gerd Müller (CSU) und der Vorsitzende der Fraktionsarbeitsgruppe Landwirtschaft, Peter Bleser (CDU) das Ziel einer Koexistenz von Gentechnik-Anbau und gentechnikfreier Landwirtschaft betont. "Leider blieben sie die Antwort schuldig, wie sie erreichen wollen, dass sich Bienen und Pflanzenpollen an Mindestabstände halten. Zu Schutzgebieten mit ihrer Vielfalt an Pflanzen und Tieren soll es gar keine Abstände geben", so Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbundes (NABU). Die Aktionstour wurde vom Online-Bürgernetzwerk Campact organisiert. Sie wurde von zahlreichen Bürgern und Verbänden unterstützt.
Näheres: www.campact.de
(11.07.2007) Als erster europäischer Anbieter von Übersee-Obst und Gemüse veröffentlicht Nature & More-Partner Eosta jetzt die CO2-Emissionen, die durch den LKW- und Schiffstransport der Produkte vom Erzeugerbetrieb bis zu einem Ladengeschäft in der Mitte Deutschlands entstehen. Als Grundlage für unsere Berechnungen haben wir überwiegend die Vorgaben des UN Klimarates (IPCC) verwendet, erläutert Volkert Engelsman, Geschäftsführer des Bio-Obstimporteurs Eosta aus den Niederlanden. Dabei sei jeder Transportfaktor einzeln berücksichtigt worden: der Transport von der Farm bis zum Hafen, der Schiffstransport, der Kühlungsaufwand in den Zwischenlagern und der Transport vom Hafen Rotterdam bis in die Mitte Deutschlands per LKW. Die Werte werden auf der Website des Bio-Portales Nature & More veröffentlicht. Dort wird interessierten Verbrauchern die Möglichkeit geboten, über ein Codesystem für jede Frucht eines Partnerunternehmens den genauen Herkunftsort abzufragen. Nun werden dort auch die Kohlendioxidemissionen pro Kilogramm Ware für jedes Produkt angegeben. Uns geht es darum, dass Bio-Produkte transparent kommuniziert werden, umreißt Hugo Skoppek, Direktor der Stiftung Nature & More, die Ziele seiner Organisation. Wer Ware nachhaltig produziert, sollte sie auch entsprechend veröffentlichen. Die Förderung nachhaltiger Marketing-Strukturen ist eines unserer primären Anliegen." Die Stiftung vermittelt die besonderen Werte von biologischen Produkten und bietet Verbrauchern die nötige Information an, damit diese eine bewusste Kaufentscheidung treffen können.
Näheres: Pressemeldung
(06.07.2007) Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft hat den Tagungsband zur ökologischen Tierzucht veröffentlicht. Am 7. und 8. März 2007 fand in Kassel die Tagung Tierzucht für den ökologischen Landbau Anforderungen, Ergebnisse, Perspektiven statt. Sie bildete die Abschlussveranstaltung des Netzwerks Ökologische Tierzucht, das 2002 seine Arbeit aufnahm und dessen zweite Projektphase Ende April 2007 endete. 90 Wissenschaftler, Praktiker und Interessierte diskutierten auf der Kasseler Tagung die Bedeutung einer unabhängigen und nachhaltigen Zucht für den Öko-Landbau. Auf 60 Seiten präsentiert der Tagungsband zur ökologischen Tierzucht den aktuellen Stand in Forschung und Praxis. Die Veröffentlichung dokumentiert übergreifende Themen wie "Ethik und Tierzucht", Beiträge zur Forschungsfinanzierung aus der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung oder zur Novellierung des Tierzuchtrechts aus dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz. Daneben werden fachspezifische Aspekte der ökologischen Tierzucht aufgegriffen, wie der ökologische Gesamtzuchtwert in der Rinderzucht oder das ökologische Zuchtprogramm in der Schweinezucht. Der Tagungsband sowie alle Vorträge und Präsentationen stehen im Internet zum Herunterladen zur Verfügung.
Näheres: www.netzwerk-tierzucht.de
(04.07.2007) Ernährung mit Bio-Produkten ist das Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe der Ökologie & Landbau. Biologisch erzeugte Lebensmittel haben eine hohe Qualität und die ist mehr als die Summe der Inhaltsstoffe. Alberta Velimirov unterzieht daher unsere Ernährungsqualität in ihrer Einführung einer umfassenden Betrachtung. Jessica Aschemann bewertet die Neuerungen der europäischen Health-Claims-Verordnung, die im Juli in Kraft tritt. Doch nicht nur dem Menschen soll das Essen gut tun, sondern auch der Umwelt: Karl von Koerber und Jürgen Kretschmer erklären, wie ein klimafreundlicher Ernährungsstil aussieht. Während Bio-Lebensmittel immer beliebter werden, haben sie mit Vollwerternährung kaum mehr etwas zu tun. Es ist an der Zeit, die Richtlinien weiterzuentwickeln, meint Alexander Gerber im Standpunkt. Hochwertige Bio-Qualität muss auch die Verarbeitung einschließen. Ursula Kretzschmar und Laurent Kerbage zeigen, dass sich mit strengen Verarbeitungsrichtlinien beispielsweise schädliche Transfettsäuren vermeiden lassen. Weitere Themen in der aktuellen Ausgabe sind beispielsweise die Sicherung tiergenetischer Ressourcen in Österreich, die Nanotechnologie und welche Risiken mit ihr verbunden sein können sowie die Leistungen des Öko-Landbau zur Abschwächung des Klimawandels. Neben den Fachartikeln bietet die Ökologie & Landbau wieder viele interessante Kurzmeldungen, Termine und Buchvorstellungen.
(02.07.2007) Als "Naturschutzhof des Monats" wird im Juli die Agrar GmbH Crawinkel in Thüringen vorgestellt. Die ehemalige Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) bekam für die Innovation und Erprobung großflächiger Beweidungsverfahren eine der bundesweit neun Auszeichnungen, die am 13. Februar 2007 im Rahmen des Förderpreises Naturschutzhöfe von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel vergeben wurden. Heinz und Ingrid Bley haben mit ihrem landwirtschaftlichen Betrieb neue Wege in der ländlichen Entwicklung eingeschlagen und betreiben durch die Betriebsführung aktiven Naturschutz. Der 2300 Hektar große Betrieb stellte 2003 die gesamte Fläche auf Grünlandbewirtschaftung um und schuf riesige Standweiden mit Größen zwischen 10 bis 300 Hektar. Ganz im Sinne des Naturschutzes soll durch eine ganzjährige, großräumige Beweidung die Entwicklung und Erhaltung von offenen und halboffenen Landschaften erreicht werden. Der Förderpreis Naturschutzhöfe zeichnet landwirtschaftliche Betriebe aus, die vorbildliche Leistungen für den Naturschutz erbringen. Initiiert und durchgeführt wurde der Wettbewerb vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit der Stiftung Ökologie & Landbau.
Näheres: Pressemeldung, www.naturschutzhoefe.de