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Startseite > Service > Nachrichtenarchiv > Mai 2008
(29.05.2008) Der Öko-Landbau bietet schon heute, was anlässlich
der 9. Vertragsstaatenkonferenz
des Übereinkommens über biologische Vielfalt von Seiten der
Politik so dringend gefordert wird: Er erhält und fördert die Biodiversität
in der Kulturlandschaft, schützt das Klima und sichert die weltweite
Ernährung auf ressourcenschonende Weise. "Wer diese zentralen Herausforderungen
unserer Zeit zugleich angehen will, braucht den Öko-Landbau", betont
Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische
Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).
Gerade in den Ländern der Südhalbkugel schont und erneuert eine
ökologische Bewirtschaftung nicht nur die natürlichen Ressourcen,
sondern kann auch zu erstaunlichen Ertragssteigerungen führen. Auf vielfältige
Weise an die lokalen Standorte angepasst, lässt sie sich zudem hervorragend
mit traditionellen Methoden der Kleinbauern kombinieren und entspricht so
genau der Art Landwirtschaft, wie sie der Weltagrarrat
jüngst zur Bekämpfung von Hunger und Armut forderte. Auch hierzulande
bringt der Öko-Landbau Vielfalt in die Kulturlandschaft. Wie zahlreiche
Untersuchungen belegen, sind Öko-Flächen deutlich artenreicher als
konventionell bewirtschaftete. Wildkräuter, Insekten und Feldvögel
profitieren von einer vielfältigen Fruchtfolge und dem Verzicht auf synthetische
Herbizide, Pestizide und Düngemittel. "Wenn wir die hochgesteckten
Ziele zum Erhalt der Biodiversität - wie auch zum Klimaschutz und zur
Bekämpfung des Hungers - noch erreichen wollen, muss der Öko-Landbau
als Instrument zur Erreichung dieser Ziele weiter entwickelt und ausgebaut
werden", erklärt Löwenstein.
Näheres: BÖLW-Pressemitteilung zum Abschluss der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn
(27.05.2008) Die Stiftung Ökologie & Landbau veranstaltet im Sommer 2008 für interessierte Winzer Wissenstransfer-Veranstaltungen zum Thema Öko-Weinbau. Am 4. Juli 2008 stellen zwei pfälzer Bio-Winzer ihre Maßnahmen zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit und der Artenvielfalt vor. Dazu gehören artenreiche Begrünung und alternierende Bodenbearbeitung genauso wie das Einrichten von Öko-Nischen durch Nisthilfen für Insekten und Vögel. Zwei weitere Veranstaltungen richten sich vor allem an umstellende und umstellungsinteressierte Winzer. Am 8. Juli 2008 werden auf einem erfahrenen Bio-Weinbaubetrieb in Rheinland-Pfalz und am 18. Juli 2008 auf einem Betrieb in Baden-Württemberg die Konsequenzen der Umstellung veranschaulicht. Die zum Einsatz kommenden Anbau- und Behandlungsmethoden werden von den Betriebsleitern und Weinbauberatern vorgestellt. Schwerpunktthemen sind Aufbau und Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit sowie aktuelle Fragen zur Pflanzenpflege. Bei Kellerführung und Weinprobe werden Weinbehandlung, Vermarktung und Qualitätsfragen diskutiert. Die Veranstaltungen erfolgen im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau, initiiert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Näheres: Stiftung Ökologie & Landbau
(20.05.2008) Nach drei Tagen des erfolgreichen Erfahrungsaustausches und Vernetzens hat am 16. Mai 2008 der Kongress Planet Diversity mit der Verabschiedung eines gemeinsamen Manifestes zum Schutz der Vielfalt abgeschlossen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass eine Folgeveranstaltung zum Ausbau der neu geknüpften und verstärkten Beziehungen wünschenswert wäre. Im Abschluss-Plenum wurden die Ergebnisse aus den zahlreichen Podiumsdiskussionen und Seminaren zusammengefasst und Strategien für die Zukunft erstellt. Die Zusammenfassung der Forderungen lautet: weltweites Moratorium für Gentechnik; weltweites Moratorium für Agrotreibstoffe; Lebensmittelsouveränität für alle; keine Patente auf Leben; Recht der Bäuerinnen und Bauern auf Nachbau, Züchtung, Austausch und Verkauf von Saatgut; keine Spekulationen mit Nahrungsmitteln und dem Land, auf dem sie erzeugt werden; wirtschaftliche Vielfalt, Entflechtung von Monopolen; Forschung und Entwicklung in der Fortsetzung der traditionellen Anbausysteme unter Einbindung der bäuerlichen Betriebe; die gleichen Rechte für Frauen als Rückgrat der Bewegung sowie Vielfalt statt Monokulturen. Ausführliche Berichte und Ergebnisse des Kongrsses finden Sie unter www.planet-diversity.org.
Näheres: www.planet-diversity.org
(14.05.2008) Als erster deutscher Verlag arbeitet der oekom verlag klimaneutral. Damit stellt sich der Münchener Verlag seiner Verantwortung im Zusammenhang mit der Bedrohung durch den Klimawandel. Oberstes Ziel ist, "CO2-Emissionen durch Energiesparmaßnahmen zu vermeiden", so Verleger Jacob Radloff. Alle unvermeidbaren Emissionen werden kompensiert - durch Investition in eine Windkraftanlage im indischen Maharashtra. Zusammen mit der FirstClimate GmbH hat der Verlag die Emissionen bilanziert. Durch sein Engagement belastet der Verlag die Atmosphäre im Jahr 2008 mit 225 Tonnen CO2 weniger und fördert zudem die nachhaltige Entwicklung einer ländlichen Region Indiens. Der Verlag verwendet ausschließlich Recyclingpapier oder vom Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziertes Papier. Zur verlagseigenen Nachhaltigkeitsstrategie gehört es klimaschädliche Treibhausgase zu vermeiden, zu reduzieren und zu kompensieren: von der Papierprodukion über den Druck bis zur Auslieferung der Produkte. Auch die von der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) herausgegebene Zeitschrift Ökologie & Landbau erscheint seit Anfang 2004 im oekom verlag.
Näheres: oekom-Pressemitteilung (PDF 92KB)
(09.05.2008) In einem offenen Brief an Bundesminister Seehofer fordert das Netzwerk Blühende Landschaft Ausgleichsmaßnahmen für die Aussetzung der Flächenstilllegung und die damit einhergehende angestrebte Ausdehnung der Agrarproduktion. Dieser Intensivierungsschub in der Landwirtschaft ist ein herber Schlag für alle Blüten besuchenden Insekten und eine erhebliche Gefährdung der Biodiversität. Viele Insekten sind bereits jetzt durch die Blütenarmut im Sommer in vielen Regionen existentiell gefährdet, wie beispielsweise die Roten Listen der Wildbienen und Schmetterlinge drastisch zeigen. Bereits heute werden vielerorts auf stillgelegten Flächen nachwachsende Rohstoffe angebaut. Damit der Wegfall von EU-weit bis zu vier Millionen Hektar Stilllegungsflächen nicht zum Todesstoß für viele der bedrohten Blütenbestäuber wird, fordert das Netzwerk Blühende Landschaft Ausgleichsmaßnahmen. Die Spielräume der Agrarförderung müssen dazu konsequent genutzt werden. Wichtig und vordringlich ist jetzt mit Wegfall der Flächenstilllegung, dass die Landwirte dazu verpflichtet werden, 10 Prozent ihrer Flächen vorrangig naturverträglich zu bewirtschaften. Zusätzlich sollen freiwillige Maßnahmen der Landwirte mit attraktiven Prämien aus Agrar-Umweltprogrammen entlohnt werden. Der Bund und die Bundesländer sind daher aufgefordert, den auf EU-Ebene anstehenden Gesundheitscheck der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für eine deutliche Reform zu nutzen.
(07.05.2008) Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL e.V.) hat Anfang Mai Experten und Akteure der Sozialen Landwirtschaft zum 2. Strategieforum nach Kassel eingeladen. Soziale Landwirtschaft ist eine Perspektive multifunktional verstandener Landwirtschaft. Sie umfasst landwirtschaftliche Betriebe und Gärtnereien, die Menschen mit Beeinträchtigungen integrieren, Höfe, die eine Perspektive für sozial schwache Menschen bieten (z. B. straffällige oder lernschwache Jugendliche, drogenkranke, langzeitarbeitslose Menschen, alte Menschen mit Pflegebedarf) sowie Schul- und Kindergartenbauernhöfe. In der Sozialen Landwirtschaft liegen Potenziale für die Gesellschaft, die über reine Nahrungsmittelproduktion und erneuerbare Energien hinausgehen. Bei diesem zweiten Expertentreffen im Rahmen des EU-Projekts SoFar (Social Farming) wurde an den Fragen gearbeitet, wie ein politisches Netzwerk auf EU-Ebene organisiert werden kann, wie Soziale Landwirtschaft in Politik und Öffentlichkeit stärkere Beachtung findet und mit welchen Aktivitäten die EU zur Verbesserung der Situation Sozialer Landwirtschaftsbetriebe beitragen könnte. Die Teilnehmer verabschiedeten ein Positionspapier zur Förderung Sozialer Landwirtschaft, das Forderungen an die Politik enthält und demnächst veröffentlicht wird.
Näheres: FiBL-Pressemeldung, www.sofar-d.de
(06.05.2008) Zum Auftakt der Verhandlungen der internationalen Konvention für Biologische Vielfalt (CBD) rufen hundert Bauern-, Entwicklungs- und Umweltschutzorganisationen unter dem Motto Regional Fair Gentechnikfrei zu einer Demonstration am Pfingstmontag, 12. Mai 2008, in Bonn auf. Sie fordern eine radikale Wende in der Agrarpolitik, faire Lebensmittelpreise, freien Zugang zu Saatgut und Wissen und Selbstbestimmung bei der Wahl der Lebensmittel und Anbaumethoden. Sie wenden sich gegen industrielle Monokulturen, Agrar-Sprit und Billigfleisch-Subventionen, gegen Gentechnikkonzerne, die für die eigenen Schäden nicht haften wollen und gegen Spekulationen an den Weltagrar-Börsen, die Millionen Menschen das Leben kosten können. Zu den Rednern auf der Demonstration gehören José Bové (Frankreich), Vandana Shiva (Indien), Farida Akhter (Bangladesh), Percy Schmeiser (Kanada), Mamadou Coulibali (Mali), ein Vertreter von Via Campesina (Brasilien), Ibolya Tamás és Gedó (Ungarn), Maya Graf (Schweizer Nationalrätin), Ulrich Kelber (SPD, MdB), Dorothee Lindenkamp (Bäuerin), Claudia Warning (VENRO), Hubert Weiger (BUND), F.-W. Graefe zu Baringdorf (AbL, Grüne, MdEP) und Benny Haerlin (Zukunftsstiftung Landwirtschaft). Weitere Informationen zur Demonstration, zum anschließenden Festival der Vielfalt und zur folgenden internationalen Konferenz Planet Diversity finden Sie unter www.planet-diversity.org.
Näheres: Pressemitteilung (PDF 174KB)