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Startseite > Service > Nachrichtenarchiv > November 2008
(26.11.2008) Im Herbst 2008 wurde ein Kooperationsvertrag zwischen der Universität Kassel und dem College of the Atlantic in Maine sowie dem führenden Forschungszentrum für ökologische Agrarwissenschaften in Großbritannien (Organic Research Centre) unterzeichnet. Ziel dieser Kooperation sind der Austausch von Studierenden und gemeinsame Forschungsvorhaben im Bereich ökologische Agrarwissenschaften und nachhaltige Lebensmittelerzeugung. 2009 wird im College of the Atlantic eine Stiftungsprofessur für "Sustainable Food Systems" eingerichtet. Der erste Studentenaustausch ist für August 2009 geplant. Das Bündnis ermöglicht Studierenden aus Witzenhausen und Maine Studienmodule, Praktika und Forschungsprojekte beim Partner in Großbritannien, dem Organic Research Centre, zu besuchen.
(24.11.2008) Die Tierhaltung in ökologischen wirtschaftenden Betrieben bietet den Landwirten überdurchschnittliche Perspektiven. Das ist ein Ergebnis einer Reihe von Fachforen, die die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) auf der diesjährigen EuroTier durchgeführt hat. "Mit Bio-Milch kann Geld verdient werden", so lautete das Resümee eines Forums. Grundvoraussetzung dafür sei, das eigene betriebliche Umstellungspotential zu erkennen und intelligent zu nutzen. Derzeit liet der Abstand zwischen konventionell und ökologisch produzierter Milch bei rund 10 Cent/l. In einem weiteren Forum wurden der BLE zufolge die Chancen der Öko-Mastgeflügelhaltung in Deutschland erörtert. Experten äußerten sich dabei vorsichtig optimistisch zur weiteren Absatzentwicklung von Geflügelfleisch. Damit würden sich auch für die Öko-Geflügelhaltung neue Möglichkeiten eröffnen. Dort entsprächen die Haltungsbedingungen eher den Verbrauchererwartungen als im konventionellen Bereich.
(18.11.2008) Staatssekretärin Astrid Klug (BMU)
hat heute gemeinsam mit der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz
(BfN), Prof. Dr. Beate Jessel,
den bundesweiten Förderpreis
Naturschutzhöfe 2008 verliehen. Die beiden vergebenen Preise erhalten
der Lämmerhof (Schleswig-Holstein)
und Gut Schmerwitz (Brandenburg).
In dieser zweiten Wettbewerbsrunde lag der Schwerpunkt auf der Öffentlichkeitsarbeit.
Der Lämmerhof und Gut Schmerwitz überzeugten die Jury mit ihrer
bunten Palette an Öffentlichkeitsarbeit und einer professionellen Darstellung.
Die Betriebe zeigen über Flyer, Broschüren, Infotafeln, Internetseiten,
vor allem aber über den direkten Kontakt bei Führungen und Veranstaltungen
aller Art, dass sie mehr sind als Lebensmittelproduzenten. Staatssekretärin
Astrid Klug betonte bei der Preisverleihung die Bedeutung einer Natur schonenden
Landwirtschaft für die Erhaltung der Biodiversität. Initiiert und
durchgeführt wurde der Wettbewerb vom Bundesamt für Naturschutz
(BfN) gemeinsam mit dem Institut für
Agrarökologie und Biodiversität (IFAB),
der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) und sechs weiteren Naturschutzverbänden
und -organistationen.
(13.11.2008) Als größten Wachstumsmarkt der US-Ernährungswirtschaft
hat der neue Präsident der USA, Barack Obama, den Bio-Landbau ausgemacht.
Die Nachfrage nach nachhaltig und regional produzierten Agrarprodukten wachse
ebenso wie der Absatz von Rindfleisch aus Weidehaltung. Solche Nischenmärkte
bildeten neue Möglichkeiten unter anderem für Junglandwirte, weil
Arbeitskraft und Betriebsführung auf diesen Märkten oft wichtiger
seien als Kapital. Um das Wachstum weiter zu stützen, will Obama die
Zuschüsse zur Öko-Zertifizierung für die Landwirte erhöhen.
Außerdem soll das Ernteversicherungsprogramm des Landwirtschaftsministeriums
reformiert werden, damit eine Benachteiligung des Bio-Landbaus unterbleibt.
(12.11.2008) Anfang November startete die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) gemeinsam mit ihren Projektpartnern die sechste Runde "Traineeprogramm Öko-Landbau" - eine Ausbildung von Fach- und Führungskräften für die ökologische Lebensmittelwirtschaft. Vor den 25 Trainees liegt ein ereignisreiches Jahr. Sie werden elf Monate in einem Unternehmen der ökologischen Lebensmittelkette arbeiten, Projekte durchführen und in vier einwöchigen Trainingswochen hinsichtlich ihrer fachlichen, methodischen und persönlichen Kompetenz geschult werden. Seit 2002 wurden durch das Traineeprogramm Öko-Lanbau über 145 Trainees ausgebildet. Ca. 80 Prozent der ehemaligen Trainees sind auch nach dem Programm in der ökologischen Lebensmittelwirtschaft geblieben.
(11.11.2008) Das bislang in Deutschland bestehende Kontrollsystem im Öko-Bereich bleibt erhalten. Der Bundesrat billigte das vom Bundestag beschlossene Gesetz zur Anpassung von Vorschriften auf dem Gebiet des ökologischen Landbaus an die am 1. Januar 2009 in Kraft tretende neue EU-Öko-Basisverordnung. Die beschlossenen Neuregelungen sind überwiegend technischer Natur. Festgelegt wurde, dass die Außer-Haus-Verpflegung auch künftig den Kontrollvorschriften unterliegt. Daneben müssen Kontrollstellen Informationen über die von ihnen geprüften Unternehmen künftig im Internet veröffentlichen. Mit dem Gesetz wird ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs umgesetzt und für Kontrollstellen aus anderen EU-Mitgliedstaaten die Niederlassungspflicht in Deutschland gestrichen.
(06.11.2008) Mit der Verabschiedung der "Dresdner Erklärung" ging in Dresden ein Öko-Landbau-Strategieworkshop der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, Gäa und EkoConnect erfolgreich zu Ende. Namhafte Experten der Bio-Branche erarbeiteten zusammen mit sächsischen Öko-Landbaumultiplikatoren aus Verbänden und Politik, Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel in einem 10-Punkte-Plan konkrete Empfehlungen für die Politik. Die Landesregierung wird gebeten, die Aktivitäten zur Bildung, Beratung und Forschung für die Öko-Lebensmittelwirtschaft zu verstärken, in einem Kompetenzzentrum zu bündeln und zur künftigen Finanzierung das Auflegen eines Sächsischen Innovationsfonds Ökologischer Landbau zu prüfen. Außerdem sollte der Schutz ökologischer und konventioneller Produkte vor Kontaminationen mit gentechnisch veränderten Organismen sichergestellt und der Öko-Landbau als Zukunftstechnologie eingeordnet werden.
(03.11.2008) Die Bundesregierung hat in der vergangenen Woche ihren "Fortschrittsbericht 2008 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie" beschlossen. Einer der Nachhaltigkeitsindikatoren für die Landwirtschaft ist der Öko-Landbau. Ziel ist es nach wie vor, seinen Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche von derzeit fünf auf künftig 20 Prozent zu steigern. Die bisherige Vorgabe, dies bis zum Jahr 2010 zu erreichen, wurde jedoch fallen gelassen. Umwelt- und Öko-Verbände hatten den Verzicht auf die zeitliche Vorgabe im Vorfeld scharf kritisiert, da dies zu einer deutlichen Verwässerung des Ziels führe. In ihrem Fortschrittsbericht 2008 bescheinigt die Bundesregierung dem Öko-Landbau, dass er die natürlichen Ressourcen in besonderem Maße erhalte und schone, vielfältige Auswirkungen auf Natur und Umwelt habe und der Erzeugung qualitativ hochwertiger Lebensmittel diene. Darüber hinaus leiste er einen Beitrag zur Pflege und zum Erhalt der Kulturlandschaft sowie zur Sicherung der Beschäftigung im ländlichen Raum. Die Bundesregierung zeigt sich entschlossen, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, "dass in den nächsten Jahren ein Anteil von 20 Prozent erreicht werden kann".