Nachrichtenarchiv Oktober 2008

Nachrichtenübersicht
BÖLW: Kein Eco-Label für Lebensmittel
Erstmals Bio-Marke des Jahres verliehen
Bessere Exportchancen für Bio-Produkte aus Entwicklungsländern
Neue Ökologie & Landbau: Welternährung und Öko-Landbau
Forschungspreis für artgerechte Nutztierhaltung vergeben
Pflugloser Bio-Anbau möglich
Tierhaltung in Forschung und Praxis
Umweltschutz und Bio-Branche sichern Arbeitsplätze

BÖLW: Kein Eco-Label für Lebensmittel

(23.10.2008) Die EU-Kommission plant ein europäisches Umweltzeichen für Konsumgüter ("Eco-Label"). Auch Lebensmittel sollen damit gekennzeichnet werden. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) tritt diesem Ansinnen entschieden entgegen, denn die Kennzeichnung von konventionellen Lebensmitteln mit dem Attribut "Eco" ist mit der EU-Öko-Verordnung nicht vereinbar und irreführend für die Verbraucher. Die EU-Öko-Verordnung schreibt eindeutig vor, dass nur entsprechend dieser Verordnung angebaute und verarbeitete Produkte mit Begriffen wie "Eco, Öko, Bio, etc." gekennzeichnet werden dürfen. Damit werden Verbraucher wirkungsvoll vor missbräuchlicher Kennzeichnung von ökologisch hergestellten Lebensmitteln geschützt.

Erstmals Bio-Marke des Jahres verliehen

(22.10.2008) Erstmals hat die Zeitschrift Lebensmittel Praxis in Kooperation mit der bioexperten Consulting Group Markenhersteller für ihr Bio-Engagement ausgezeichnet. Die „Bio-Marke des Jahres 2008" in Gold, Silber und Bronze wurde in zwei Kategorien verliehen: Vertriebsschwerpunkt Bio-Fachhandel und Lebensmittel-Einzelhandel. Gewinner in der ersten Kategorie sind: Molkerei Söbbeke (Söbbeke Milchreis), Bohlsener Mühle (Matinée Crunchy&Müsli) und Andechser Molkerei Scheitz (Andechser Natur Bio-Lassi). In der Kategorie Lebensmittel-Einzelhandel wurden Deutsche See (Tiefgekühlte Gourmetportionen in Bio-Qualität), Peter Kölln (Kölln Multikorn Müsli) und Yanick + Fée (Yanick+Fée Frühstückswelt) mit der „Bio-Marke des Jahres 2008" ausgezeichnet. Die sechs Gewinner überzeugten die Jury vor allem in folgenden Punkten: Produkt-Qualität, Design, Absatzerfolg, Kommunikationsstrategie sowie Nachhaltigkeit.

Bessere Exportchancen für Bio-Produkte aus Entwicklungsländern

(20.10.2008) Mehr Chancen im Export für Bio-Bauern aus Entwicklungsländern verspricht sich die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) von einem neuen Werkzeug namens "Equitool". Entscheidungsträger sollen damit schneller beurteilen können, ob ein Bio-Standard in einer jeweiligen Weltregion mit den Vorschriften im Zielland vergleichbar ist. Die internationale Arbeitsgruppe zur Harmonisierung und Äquivalenz im ökologischen Landbau (ITF) hat neben Equitool auch internationale Anforderungen für Zertifizierungsorganisationen entwickelt, die nun unter dem Kürzel IROCB firmieren. Diese Vorgaben stellen der FAO zufolge Minimalanforderungen für Zertifizierungsorganisationen dar und sollen den Import von Produkten unter einem ausländischen Kontrollsystem ermöglichen.

Neue Ökologie & Landbau: Welternährung und Öko-Landbau

(14.10.2008) Weltweit hungern mehr als 860 Millionen Menschen, obwohl es rein mengenmäßig genug Nahrung für alle Menschen gibt. Rechtzeitig zum Welternährungstag berichtet ÖKOLOGIE & LANDBAU darüber, welchen Beitrag der Öko-Landbau zu einer nachhaltigen Ernährungssicherung der steigenden Weltbevölkerung leisten kann. Es wird aufgezeigt, welche Hintergründe zur Welternährungskrise geführt haben und welche Lösungsansätze der Öko-Landbau bietet. So haben beispielsweise Modellberechnungen ergeben, dass bei einer großflächigen Umstellung auf ökologische Landwirtschaft sehr wohl die Weltbevölkerung ernährt werden könnte. Insbesondere in den tropischen und subtropischen Regionen ermöglicht Bio-Landbau eine Produktionssteigerung und durch den geringeren Einsatz von Betriebsmitteln werden zusätzlich Kosten gespart. Außerdem entstehen in Produktion und Verarbeitung neue Arbeitsplätze. Die lokale Versorgung wird so verbessert und gleichzeitig erhöht sich die Stabilität der Agrar-Ökosysteme – in Zeiten des Klimawandels ein existenzieller Vorteil.

Forschungspreis für artgerechte Nutztierhaltung vergeben

(13.10.2008) Die Internationale Gesellschaft für Nutztierhaltung (IGN) hat zum sechsten Mal ihren mit insgesamt 8.000 Euro dotierten Forschungspreis für artgerechte Nutztierhaltung vergeben. Der Preis richtet sich an junge Wissenschaftler, die anwendungsorientierte Arbeiten zur Förderung der artgerechten Nutztierhaltung veröffentlicht haben. Die Tierärztin Dr. Anja Kruschwitz (Dissertation an der Universität Leipzig) und ihre Kollegin Dr. Manja Zupan (Dissertation an der Universität Ljubljana) wurden für ihre Forschungsarbeiten über das Nestwahlverhalten von Legehennen ausgeszeichnet. Beide Studien entwickeln zentrale Parameter für die Beurteilung der tiergerechten Gestaltung von Legenestern. Weitere Preisträger waren zwei Agrarwissenschaflter. Die Dissertation von Dr. Pascal Savary (Universität Hohenheim) behandelt die Optimierung der Liegeplatzqualität bei Mastschweinen. Die Diplomarbeit über emotionale Situationen bei Schafen von Franziska Bütikofer (ETH Zürich) leistet einen wichtigen Beitrag zum objektiven Erfassen von Emotionen bei Tieren und damit zur Verbesserung ihrer Haltungs- und Nutzungsbedingungen.

Pflugloser Bio-Anbau möglich

(09.10.2008) Auch im biologischen Anbau kann auf den Pflug verzichtet werden, wenn die Verhältnisse stimmen. Dadurch werden die Bodenfruchtbarkeit und die Bindung von Kohlendioxyd erhöht. Das ist das Zwischenergebnis einer Langzeitstudie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) im schweizerischen Frick. Der Langzeitfeldversuch wurde im Herbst 2002 auf einem lehmigen Tonboden angelegt und hat zum Ziel, die Vorteile des Bio-Landbaus mit denen des pfluglosen Anbaus zu verbinden und das Anbausystem weiterzuentwickeln. Während die Getreideerträge im pfluglosen Anbau etwa zehn Prozent niedriger ausgefallen seien, habe es beim Zwischenfutter und bei den Sonnenblumen ohne Pflug etwas höhere Erträge gegeben, berichtete das FiBL. Bei Kleegras und Silomais sei auf den pfluglosen Parzellen sogar rund 25 Prozent mehr geerntet worden. Ein Verzicht auf den Pflug bedinge aber eine Optimierung des ganzen Anbausystems.

Tierhaltung in Forschung und Praxis

(07.10.2008) Über 250 Teilnehmer aus sechs Nationen haben am 25. und 26. September 2008 an der großen angewandten Ethologietagung „Tierhaltung in Forschung und Praxis“in Wien teigenommen. Die 15. FREILAND-Tagung / 22. IGN-Tagung festigte damit ihren Rang als führende angewandte Tierhaltungsfachtagung im deutschsprachigen Raum. Die Vorträge umfassten Themen wie beispielsweise Milchviehhaltung mit und ohne Hörner, Auslaufgestaltung für Ziegen sowie tiergereichte Kaninchenhaltung. Themen der Geflügelhaltung waren beispielsweise geeignete Hühnerlinien für Bio-Betiebe, Bademöglichkeiten für Enten oder neue Einstreumaterialien in der Mastgeflügelhaltung. Ein Tagungsband, der ab sofort erhältlich ist, stellt die Vorträge ausführlich und übersichtlich zusammen. Zahlreiche Abbildungen und Tabellen ergänzen den Text.

Umweltschutz und Bio-Branche sichern Arbeitsplätze

(02.10.2008) Eine Untersuchung im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) beziffert die Zahl der Beschäftigten im Umweltschutz in Deutschland auf 1,8 Millionen Menschen. Zirka 170.000 von ihnen, so Schätzungen des PresseForums BioBranche, arbeiten in den Bereichen der Bio-Branche. Allein 26.820 zertifizierte Betriebe (Erzeuger, Hersteller und Verarbeiter) von Bio-Lebensmitteln gibt es laut Erhebung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Deutschland (BLE). Hinzu kommen die Betriebe und Beschäftigten in den Bereichen Groß- und Einzelhandel, Gastronomie und Außer-Haus-Verpflegung, bei Verbänden und Dienstleistern. Bio-Lebensmittel erreichten 2007 nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) einen Inlandsumsatz von 5,45 Milliarden Euro, das entspricht einem Marktanteil von zirka drei Prozent. Doch die Arbeitsplatzpotenziale werden nicht ausgeschöpft, da trotz guter Entwicklung am Bio-Markt der Bio-Landbau in Deutschland nicht in gleichem Maße wächst. Quelle: PresseForum BioBranche