Nachrichtenarchiv Juni 2009

Nachrichtenübersicht
Öko-Landbau wächst weiter
KarmaKonsum verleiht ersten Gründerpreis
Rheinland-Pfalz: Neue Info-Broschüre zur Umstellung auf Öko-Landbau
Genfrei Gehen gestartet
5. Journalistenpreis "Bio" ausgeschrieben
Neue Zeitschrift in Österreich: "Bio-Fibel"
Saatgut ohne Gentechnik: Alnatura Saatgutaktion wieder erfolgreich
EU-Behörde trotz Zweifel für Zulassung von Gen-Kartoffel
Neue Ausgabe des "Demeter-Journal" erschienen
EU plant neue Kennzeichnung von Nahrungsmitteln
Strukturdaten zum Öko-Landbau 2008 erschienen

Öko-Landbau wächst weiter

(29.06.2009) Der ökologische Landbau in Deutschland floriert weiter. Trotz eines schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes wurde auch im Jahr 2008 ein deutliches Wachstum verzeichnet. Laut einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucher nahm die ökologisch bewirtschaftete Fläche um fünf Prozent (2007: acht Prozent) zu und die Zahl der ökologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betriebe erhöhte sich um 6,1 Prozent (2007: 6,5 Prozent). Dies geht aus den Jahresmeldungen der Länder über den ökologischen Landbau 2008 hervor. Diesen Meldungen zufolge wurden bis Ende des Jahres 2008 in Deutschland 907.786 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche (LF) von insgesamt 19.813 Betrieben nach den EU-weiten Regelungen des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Bei der ökologisch bewirtschafteten Fläche ist ein Zuwachs von 42.450 Hektar LF gegenüber 2007 zu verzeichnen. Die Anzahl der landwirtschaftlichen Öko-Betriebe hat gegenüber dem Vorjahr um 1.110 zugenommen. Der Anteil an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe stieg damit im Jahr 2008 auf 5,3 Prozent, der an der gesamten LF auf 5,4 Prozent.

KarmaKonsum verleiht ersten Gründerpreis

(25.06.2009) "Strategien für LOHAS und neues Wirtschaften" - unter diesem Motto hat das Online-Nachrichtenportal KarmaKonsum, erstmals einen Gründerpreis für ökologisch-nachhaltige Existenzgründer vergeben. Als Gewinner kürte die Jury anlässlich der dritten KarmaKonsum Marketing-Konferenz die LeaseRad GmbH. Das Freiburger Unternehmen vermittelt Dienstfahrräder an Unternehmen, die diese ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen möchten. Die Jury hatte sich auch dazu entschlossen, einen Sonderpreis für soziale Innovation zu vergeben, dieser ging an Pfandtastisch helfen. Die Initiative sammelt Bons von Pfandautomaten und spendet das darauf gut geschriebene Geld an Hilfsorganisationen. Ziel des Gründerpreises war es, Gründern im neogrünen und sozialen Markt eine fundierte Förderung zu ermöglichen und ihnen dabei zu helfen, relevante Branchenkontakte zu knüpfen.

Rheinland-Pfalz: Neue Info-Broschüre zur Umstellung auf Öko-Landbau

(24.06.2009) Das Kompetenzzentrumökologischer Landbau (KÖL) in Rheinland-Pfalz hat eine neue Info-Broschüre "Umstellung auf ökologischen Landbau" herausgegeben. Die Publikation bietet auf 40 Seiten rechtliche und fachliche Informationen zur Umstellung, zur finanziellen Unterstützung des Landes und Kontaktdaten der Ansprechpartner und Beratungsstellen. Da bei der Umstellung auch finanziell langfristige Verpflichtungen eingegangen werden, unterstützt die Landesregierung die Landwirte und Winzer zusätzlich mit einer Förderung im Rahmen des Agrarumweltprogramms PAULa. Für das Jahr 2009 wurden die Beilhilfesätze nach Angaben des rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministeriums auf 240 Euro je Hektar Acker- und Dauergrünlandfläche für die Einführung und auf 140 Euro je Hektar für die Beibehaltung angehoben. Damit soll den geänderten Kostenstrukturen in den Betrieben Rechnung getragen und der Anreiz zur Teilnahme an der Fördermaßnahme erhöht werden.

Genfrei Gehen gestartet

(22.06.2009) Rund 2.000 Akteure aus der Bio-Branche begaben sich am Donnerstag in Berlin auf den Marsch nach Brüssel für eine gentechnikfreie Welt. Bei der Auftaktveranstaltung von "Genfrei Gehen" betonte Joseph Wilhelm, Initiator des Marsches und Gründer von Rapunzel Naturkost, die große Beteiligung zeige, dass die Zeit reif sei für ein aktives Zeichen der deutschen Bevölkerung, sich für eine gentechnikfreie Welt einzusetzen. Der mehrheitliche Wille der Menschen, die sich gegen Gentechnik aussprechen, müsse endlich respektiert werden. Der Marsch für eine gentechnikfreie Welt soll Verbraucher ansprechen und sie aufklären über die Risiken im Umgang mit der Agrogentechnik.

5. Journalistenpreis "Bio" ausgeschrieben

(18.06.2009) Das PresseForum BioBranche schreibt zum fünften Mal den Journalistenpreis "Bio" aus. Ausgezeichnet werden in deutscher Sprache veröffentlichte Berichte, Interviews und Reportagen in Publikumsmedien rund um die Themen Bio-Landwirtschaft, Bio-Lebensmittelwirtschaft, Naturwaren und Naturkost. Dabei können alle Aspekte von Erzeugung über Vermarktung bis zum Konsum sowie die ökologische und gesellschaftliche Relevanz von Bio-Produkten behandelt werden. Bewerben können sich Journalisten aus dem Print-, Hörfunk- und Fernsehbereich mit Beiträgen, die durch Form und Medium dazu beitragen, das Thema "Bio" breiten Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen. Einsendeschluss ist der 31.10.2009.

Neue Zeitschrift in Österreich: "Bio-Fibel"

(17.06.2009) Mit der "Bio-Fibel" gibt es nun erstmals in Österreich eine konsumentengerechte Zeitschrift für Wissen aus der biologischen Landwirtschaft. Die Zeitschrift wird vom Freiland Verband herausgegeben, ein Redaktionsteam von FiBL Österreich sorgt für profunde wissenschaftliche Qualität. Die neue "Bio-Fibel" beschäftigt sich mit gesellschaftsrelevanten Fragestellungen aus Sicht der Bio-Landwirtschaft. In jedem Heft gibt es ein ausführliches Interview mit interessanten Persönlichkeiten zu zukunftsorientierten Themen, aktuelle Forschungsergebnisse und Kurzmeldungen rund um Bio und gesunde Ernährung. Die 16-seitige Zeitschrift soll viermal jährlich erscheinen, als zentrale Vertriebspartner fungieren die österreichischen Naturkostfachgeschäfte und Bio-Hauszusteller. Finanziell wird die "Bio-Fibel" aus Mitteln der EU, dem österreichischen Lebensministerium und den Bundesländern gefördert.

Saatgut ohne Gentechnik: Alnatura Saatgutaktion wieder erfolgreich

(16.06.09) Fast 100.000 Saatguttütchen mit ökologisch gezogenen Kräutern und Gemüse hat das Bio-Handelsunternehmen Alnatura in den letzten Monaten verkauft. Den kompletten Reinerlös in Höhe von 35.000 Euro spendet Alnatura auch in diesem Jahr wieder an den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft. Mit dem Kauf der Bio-Saatguttütchen leisten die Kunden damit alljährlich einen aktiven Beitrag zur Züchtung von ökologischem Saatgut, denn diese ist teuer und langwierig: Die Entwicklung einer einzigen Sorte dauert bis zu zehn Jahre und kostet bis zu 600.000 Euro. Alnatura unterstützt deshalb bereits im sechsten Jahr mit einer Saatgutaktion die Zukunftsstiftung Landwirtschaft: Über 221.000 Euro sind bisher als Spende zusammengekommen und haben zur Entwicklung von rund 50 Gemüse- und Getreidesorten aus biologisch-dynamischem Anbau beigetragen.

EU-Behörde trotz Zweifel für Zulassung von Gen-Kartoffel

(15.06.2009) Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat erneut gesundheitliche Bedenken gegen die umstrittene gentechnisch veränderte Kartoffel Amflora des BASF-Konzerns ausgeräumt. In einem neuen Gutachten heißt es, "dass negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit den derzeitigen Erkenntnissen zufolge unwahrscheinlich sind." Doch die Meinungen innerhalb der EFSA sind nicht einheitlich, einige Experten schließen Gefahren für die menschliche Gesundheit nicht aus, die Folgen seien insgesamt nicht abschätzbar. Dass die EFSA nun trotzdem grünes Licht für die Gentechnik-Kartoffel gibt, kritisiert Greenpeace als fahrlässig und äußert Zweifel am Vorgehen der Behörde. Weder Umweltgefahren noch sozioökonomische Auswirkungen wurden beurteilt. Der Chemie-Konzern BASF hofft nun, dass die EU-Kommission Amflora für den kommerziellen Anbau und zur industriellen Nutzung genehmigen wird.

Neue Ausgabe des "Demeter-Journal" erschienen

(12.06.2009) Die zweite Ausgabe des neuen "Demeter-Journal" ist jetzt mit dem Thema Milch erschienen. Die neue Kundenzeitschrift für qualitätsorientierte Bio-Kunden hat eine Auflage von 140.000 Exemplaren und soll vier Mal im Jahr erscheinen. Das Heft wendet sich an Bio-Käufer, die nachdenklich, bewusst und anspruchsvoll sind und liegt in Demeter-Aktiv-Partner-Läden, auf Demeter-Höfen, im Naturkostfachhandel und in Bio-Supermärkten kostenlos aus. Tiefgründige Reportagen, viel Nutzen mit Rezepten, Neuheiten und Nachdenkliches sowie Herstellerporträts prägen das Demeter-Journal.

EU plant neue Kennzeichnung von Nahrungsmitteln

(05.06.2009) Nach einer europaweiten Konsultation zur Nahrungsmittelqualität soll nach den Plänen der EU künftig für mehr Erzeugnisse auf den Nahrungsmitteletiketten der Erzeugungsort angegeben werden. Dadurch solle eine bessere Qualität der Lebensmittel und mehr Transparenz für Konsumenten gewährleistet werden. In einem Positionspapier präsentiert die Europäische Kommission die geplanten Maßnahmen, dazu gehören unter anderem eine bessere Kennzeichnung der geographischen Herkunft und strengere Qualitätsrichtlinien. Für die EU-Gruppe der internationalen Vereinigung ökologische Landbaubewegungen (IFOAM) ist die Absicht der Kommission ein erster Schritt, dennoch betont IFOAM in einer Pressemitteilung, dass eine nachhaltige Land- und Lebensmittelwirtschaft nicht allein auf Kennzeichnungsschemen beschränkt sein könne. Die EU müsse viel mehr die politischen Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges und ökologisches System der Landwirtschaft schafffen.

Strukturdaten zum Öko-Landbau 2008 erschienen

(02.06.2009) Letztmalig hat die ZMP bei den Öko-Kontrollstellen Daten zur Bodennutzung und Tierproduktion erhoben. Die Auswertung liegt nun vor. Seit dem Jahr 2000 wertet die ZMP jährlich die Daten der Öko- Kontrollstellen über Flächen und Tierbestände aus. Inwiefern eine Strukturdatenerhebung auch nach Einstellung der Betriebstätigkeit der ZMP fortgeführt werden kann steht noch nicht fest. Das Wachstum der Bio-Flächen beruhte 2008 vor allem auf Grünlandflächen, die um neun Prozent ausgeweitet wurden. Im Gegensatz dazu gingen die Ackerflächen leicht zurück. 53 Prozent der deutschen Bio-Fläche waren 2008 als Grünland genutzt, nur noch 43 Prozent waren Ackerland.