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Startseite > Service > Nachrichtenarchiv > November 2009
(30.11.2009) Mit rund 70 Studienanfängern ist der Bachelorstudiengang Ökolandbau & Vermarktung an der Fachhochschule Eberswalde jetzt zum fünften Mal in das Wintersemester gestartet. Der wiederholt große Andrang auf die Studienplätze zeigt die erfolgreiche Umsetzung des bundesweit einzigartigen Ausbildungsmodells, erklärte die Fachhochschule vergangene Woche in einer Pressemitteilung. Die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Nahrungsmitteln wachse stetig und damit auch der Bedarf an exzellent ausgebildeten Fachkräften in der Biobranche. Durch die Vereinigung von Wissenschaft und Praxis werden die Studierenden bestens auf die vielfältigen Tätigkeitsfelder der Branche vorbereitet. Seit Jahren steigen die Bewerberzahlen an der Fachhochschule kontinuierlich. Gründe dafür sieht die Fachhochschule in der starken Profilierung und der Qualität ihrer Studienangebote. Viele Bewerber kommen auch aus den alten Bundesländern - mit über 20 Prozent Studierenden aus den Altbundesländern liegt die Fachhochschule in Brandenburg weit vorn.
(20.11.2009) Der 3. Welternährungsgipfel der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN (FAO), der diese Woche in Rom stattfand, endete mit einer großen Enttäuschung. Viele Beobachter halten die Abschlusserklärung des Ernährungsgipfels für unzureichend. Sie zeigten sich bestürzt über das Fehlen von konkreten Aussagen über Hilfen für die über 1 Millarde Hungernden Menschen weltweit. Die Menschenrechtsorganisation FIAN z.B. kritisiert, dass die Erklärung wichtige internationale Ursachen des Hungers wie den Ausverkauf von Land in Afrika und Asien an ausländische Staaten und Konzerne sowie das Agrardumping vieler Industrieländer ausblendet. Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft prangert an, dass die FAO zur Reduzierung des Hungers vorschlägt, die Agrarproduktion bis zum Jahr 2050 zu verdoppeln. Dabei gibt es derzeit pro Kopf mehr Agrarproduktion als je zuvor. Der Weltagrarbericht schlägt als Lösung eine agrarökologische Evolution vor. Die Anpassung der Landwirtschaft an natürliche Gegebenheiten und Kreisläufe und an lokale Bedürfnisse sollen die Landwirtschaft effizienter und nachhaltiger machen. Diese Befunde wurden jedoch in der Abschlusserklärung weitgehend ignoriert.
(18.11.2009) Das Naturkost-Handelsunternehmen Alnatura hat seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2008/09 um 18 Prozent auf insgesamt 361 Millionen Euro erhöht. Dies gab der Gründer und geschäftsführende Alleingesellschafter von Alnatura, Götz Rehn, auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt/Main bekannt. In den letzten zwölf Monaten hat das Biounternehmen insgesamt zehn neue Filialen eröffnet. Deutschlandweit ist Alnatura jetzt in 35 Städten mit 53 Biosupermärkten vertreten. Im südhessischen Lorsch hat Alnatura eines der größten Bioverteilzentren Europas errichtet, das nach ökologischen Kriterien arbeitet. Rehn teilte mit, dass die Initiativen zum 25-jährigen Firmenjubiläum in diesem Jahr große Resonanz fanden. So haben sich seit Anfang 2009 mehr als 100 Landwirte an den Informationsveranstaltungen im Rahmen des Umstellungsfonds beteiligt, mit dem das Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) mehr Landwirte in Deutschland für die Ökoproduktion gewinnen will.
(16.11.2009) Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert die Regierungen der Industrieländerauf, ihre Agrarförderung stärker auf den ökologischen Landbau auszurichten, da dieser nachweislich den Beitrag des Agrarsektors zum Klimawandel abmildern kann. Die konventionelle Landwirtschaft trage maßgeblich zum Klimawandel bei und sei für rund 14 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen unmittelbar verantwortlich. Indirekt beträgt ihr Anteil an den Emissionen sogar mehr als 30 Prozent, wenn die Umwandlung von Wäldern in landwirtschaftliche Nutzfläche, die Düngemittelproduktion sowie der Transport und die Verarbeitung von Nahrungsmitteln eingerechnet werden. In dem Bericht "Landwirtschaft am Scheideweg: Nahrung zum Überleben", der im Vorfeld des Welternährungsgipfels in Rom erschienen ist, nennt Greenpeace fünf Eckpunkte, die künftige Entscheidungen leiten sollten. Unter anderem sollten die Bedürfnisse von Kleinbauern, die ökologisch wirtschaften, stärker berücksichtigt werden, insbesondere im Hinblick auf den sicheren Zugang zu Land, Wasser, Saatgut, Märkten und Kapital. Ferner müsse der Biolandbau durch öffentliche Forschung und Investitionen gefördert werden. Daneben seien die vielfältigen ökologischen Funktionen der Landwirtschaft zu berücksichtigen.
(13.11.2009) Aus fast 300 Hochschulabsolventen und über 800 Bewerbungen wurden 25 junge Menschen mit Studienabschlüssen vorwiegend aus dem Agrarsektor, der Ernährungswissenschaft und des Gartenbaus ausgewählt für das siebte Traineeprogramm Ökolandbau. Für sie hat Anfang November ein ebenso lehr- wie ereignisreiches Jahr begonnen. Neben ihrer intensiven Arbeit am Ausbildungsort werden die Trainees vier Wochen lang in einem speziellen Trainingsmodul für den Bereich Ökolandbau qualifiziert. Durch Projektarbeiten lernen sie die neu erworbenen fachlichen, methodischen wie unternehmerische Kompetenzen direkt im Tagesgeschäft einzusetzen. Seit 2002 haben bereits 150 Absolventen haben die einjährige Ausbildung zur Fach- und Führungskraft der ökologischen Lebensmittelwirtschaft erfolgreich absolviert. Das Ergebnis spricht für sich: 80 Prozent aller Absolventen sind nahtlos von ihren Ausbildungsunternehmen übernommen worden oder wechselten nach Ablauf des Traineeprogramms in ein adäquates Beschäftigungsverhältnis.
(09.11.2009) Das bundesweite Netzwerk Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau hat eine neue Koordinationsstelle: die Gesellschaft für Nachhaltige Entwicklung mbH (GNE) mit Sitz in Witzenhausen. Sie steht ab sofort den 214 Demonstrationsbetrieben in allen Fragen zu Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung. Darüber hinaus ist sie Ansprechpartner für alle Interessierten, die einen dieser Biohöfe besuchen wollen. Im Rahmen einer Ausschreibung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung erhielt die GNE den Zuschlag für die Koordination des Netzwerkes Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau. Das Projekt wurde vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau im Jahr 2002 gegründet und bis heute auf deutschlandweit 214 Demonstrationsbetriebe ausgebaut.
(05.11.2009) Der Rat
der EU-Umweltminister hat die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, bis Januar
2010 relevante Informationen zu den sozioökonomischen Auswirkungen der
Agro-Gentechnik einzuholen und auszutauschen. Zur Anregung der Diskussion
haben Umwelt- und Naturschutzverbände dazu jetzt ein Hintergrundpapier
erarbeitet, das die betriebs- und volkswirtschaftlichen Dimensionen der Gentechnik-Debatte
aufzeigt. Es formuliert konkrete Fragen zur Beurteilung von Kosten und Nutzen
der Agro-Gentechnik für die Gesellschaft. Das Papier wurde vom NABU
zusammen mit dem Institut
für Arbeit und Wirtschaft, dem BUND,
dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft,
dem Gen-ethischen
Netzwerk und der Arbeitsgemeinschaft
bäuerliche Landwirtschaft erarbeitet. Die Verbände begrüßen
den aktuellen Vorstoß der EU-Umweltminister, da die Folgen des Gentechnik-Einsatzes
in Deutschland und den meisten EU-Ländern weitgehend ausgeblendet werden.
Landwirten beispielsweise entstünden erhebliche Zusatzkosten, um Kontaminationen
durch genmanipulierte Pflanzen zu vermeiden.
(04.11.2009) Vom 1. bis 5. Dezember findet an der Universität Kassel-Witzenhausen die 17. Witzenhäuser Konferenz: "Saat à la Carte? Gentechnik und Alternativen in der Diskussion" statt. Auf der Tagung, die von Studierenden der Ökologischen Agrarwissenschaften organisiert wird, soll gemeinsam mit den Konferenzteilnehmern und Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Forschung ein lebendiger, konstruktiver Dialog zum Thema Gentechnik initiiert werden. Als Vortragende konnten unter anderem Akteure von FiBL Deutschland, der Save our Seeds Kampagane, NABU, AbL, Bioverbänden, von Saatgutintiativen, aber auch ein Vertreter von BASF, gewonnen werden. In verschiedenen Workshops, Streitgesprächen und Podiumsdiskussionen geht es um aktuelle Fragen zu Züchtung und Forschung und Themen wie: Ist der Einsatz der Gentechnik ethisch vertretbar?, Was kostet die Gentechnik?, Wie kann sich eine unabhängige Ökozucht organisieren?.
(03.11.2009) Der Europäische Gerichtshof (EuGH) wird demnächst klären, ob auch beim Honig eine Nulltoleranz von nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Konstrukten gilt. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat dem EuGH jetzt mehrere Streitfragen zur Koexitenz zwischen der herkömmlichen Landwirtschaft und der Agro-Gentechnik zur Entscheidung vorgelegt. In dem Rechtsstreit haben mehrere betroffene Imker von den bayerischen Behörden verlangt, dass Schutzmaßnahmen getroffen werden, mit denen der Eintrag von Pollen des genetisch veränderten Maises MON 810 in ihre Imkereiprodukte verhindert wird. Die Imker werden von der Imkervereinigung Mellifera sowie Imkerverbänden und Verbänden der ökologischen Lebensmittelwirtschaft unterstützt. In der ersten Instanz hatte das Verwaltungsgericht Augsburg festgestellt, dass der Eintrag von MON 810-Pollen in Honig eine wesentliche Beeinträchtigung ist. Danach ist Honig, der solche Pollen enthält, nicht verkehrs- und verzehrsfähig. Die aufgeworfenen Fragen haben somit für die gesamte Lebensmittelwirtschaft eine hohe Bedeutung.