Nachrichtenarchiv Oktober 2009

Nachrichtenübersicht
Europäische Kommission will Tierschutz stärken
Neues Hintergrundpapier: Klimaschutz und Biolandbau
Neue Regierung will Gentech-Kartoffel Amflora fördern
Amtlich bestätigt: Biolebensmittel sind spitze
Biobetriebe zur Gründung eines deutsch-französischen Netzwerkes am Oberrhein gesucht
Ökolandbau schont weltweite Wasserressourcen
Welternährung im Jahr 2050
Sichtbare Erfolge: Grundwasserschutz durch Ökolandbau
AgrarBündnis: Erfahrungswissen der Landwirte nutzen
Deutsche Bank: Landwirtschaft muss sich ändern
Neue Ausgabe der Ökologie & Landbau: Körnerleguminosen in Not
Ökobranche spielt mit offenen Karten
Bionade: Oetker ist neuer Mehrheitsgesellschafter
"Bio für Kinder" ausgezeichnet
Allianz für Tiere vergibt Förderpreis
Bio in der Schweiz: Wo bleiben die Betriebe?
Bio mit Gesicht wächst weiter

Europäische Kommission will Tierschutz stärken

(29.10.2009) Die Europäische Kommission will den Tierschutz stärken. Dazu wurde jetzt ein Bericht genehmigt, der verschiedene Aspekte der Tierschutzkennzeichnung beleuchtet, um so eine Diskussion anzuregen. So sollen Verbraucher die Möglichkeit erhalten, beim Kauf Produkte aus artgerechter Haltung einfacher erkennen und wählen zu können, wodurch die Produzenten einen wirtschaftlichen Anreiz für die Verbesserung des Tierschutzes hätten. Durch freiwillige Tierschutzangaben, wie z. B. durch ein freiwilliges Tierschutzlabel der EU sollen Verbraucherinformationen transparenter werden. Die EU-Gruppe der Internationalen Vereinigung Ökologische Landbaubewegungen (IFOAM) begrüßt das Vorhaben. In einer Pressemitteilung dazu heißt es, dass der Ökolandbau jedoch ohnehin hohe Standards für Tierschutz und -fürsorge vorschreibe. Dadurch haben Konsumenten auch ohne EU-Label die Möglichkeit, durch ein bewusstes Verbraucherverhalten den Tierschutz zu unterstützen.

Neues Hintergrundpapier: Klimaschutz und Biolandbau

(28.10.2009) Der Biolandbau hat eine bessere Klimabilanz als die konventionelle Landwirtschaft. Dies ist eine Kernbotschaft eines jetzt von Bioland veröffentlichten Hintergrundpapiers "Klimaschutz und Biolandbau in Deutschland". Das Papier zeigt Wege auf, wie eine Gesamtumstellung der Landwirtschaft auf Biolandbau in Deutschland möglich ist und entkräftet den verbreiteten Vorwurf, der Biolandbau verbrauche zu viel Fläche. So würde eine Reduzierung des Fleischkonsum gemäß den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung das Klima stark entlasten und 4,2 Millionen Hektar Nutzfläche für den Biolandbau mobilisieren. Neben einem veränderten Konsumverhalten müssen aber auch in der Agrarpolitik andere Weichenstellungen vorgenommen werden: "Die für den Klimaschutz kontraproduktive Förderung bestehender Agroenergieverfahren muss beendet werden. In Zukunft muss die Priorität ‚Teller statt Tank' gelten".

Neue Regierung will Gentech-Kartoffel Amflora fördern

(26.10.2009) Die Koalitionsvereinbarungen der neuen Bundesregierung geben keine klaren Aussagen zu den Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft der Zukunft steht. Dies kritisieren jetzt Bioverbände. Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und Bioland finden es zudem skandalös, dass der Koalitionsvertrag ausdrücklich die Unterstützung der Kommerzialisierung der BASF-Gentech-Kartoffel Amflora festlegt, die bisher in Europa nicht angebaut werden darf. Weitere Gentech-Pflanzen sollen mit Unterstützung der neuen Regierungskoalition in Europa zugelassen werden. In Zukunft soll laut Koalitionsvertrag jedes Bundesland selbst festlegen können, welche Anbauabstände geeignet sind, um den Übergriff von Gentechnik-Konstrukten beim Anbau von Gentech-Pflanzen auf Nicht-Gentechnikfelder zu verhindern. Dies stellt Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung vor unlösbare Aufgaben und droht zu einer schleichenden Verunreinigung von Lebensmitteln mit GVO zu führen, kritisiert Bioland.

Amtlich bestätigt: Biolebensmittel sind spitze

(23.10.2009) Bioprodukte enthalten weniger Pestizidrückstände und Schadstoffe als konventionell angebautes Obst und Gemüse. Dies ergab eine Studie des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zur Sicherheit von Lebensmitteln. Aus der Bilanz der Lebensmittel-kontrolleure für das Jahr 2008 heben sich die Ergebnisse für Bioprodukte wohltuend ab, heißt es in einer Pressemeldung der Assoziation ökologischer Lebensmittel-Hersteller (AoeL). In den 350 geprüften Proben von Obst und Gemüse aus der heimischen Biolandwirtschaft konnten demnach kaum Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und keine bedenklichen Schwermetallgehalte festgestellt werden. Dagegen fanden sich beispielsweise bei Birnen, Reis, Gurken, grünen Bohnen, Karotten und Pfefferminztee aus konventionellem Landbau teils erhebliche Schadstoffe. Das Lebensmittel-Monitoring wird seit 1995 durchgeführt, um die Exposition der Bevölkerung mit Schadstoffen zu bestimmen.

Biobetriebe zur Gründung eines deutsch-französischen Netzwerkes am Oberrhein gesucht

(21.10.2009) Die Wirtschaftlichkeit von Ökobetrieben in der deutsch-elsässischen Grenzregion soll untersucht werden. Deshalb rufen mehrere deutsche und französische Institutionen des Ökolandbaus unter Leitung der "Vereinigung der Biobauern des Elsass" (OPABA) derzeit in der Region Oberrhein ein deutsch-französisches Netzwerk von Biobetrieben ins Leben. Ziel dieser Kooperation ist es, die ökonomische Situation von rund 100 Biobetrieben zu analysieren und im Ergebnis zu verbessern. Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) wertet in dem auf drei Jahre angelegten Projekt die Daten auf der Grundlage von Buchabschlüssen aus und erstellt Betriebsvergleiche im Hinblick auf die Rentabilität, Stabilität und Liquidität der Betriebe. Das Projekt wird durch die Europäische Union im Rahmen des Interreg A IV Oberrhein, das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg (MLR) sowie durch die Région Alsace finanziell unterstützt. Interessierte Betriebe können sich bis zum 20. November 2009 bei der SÖL bewerben. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Kontakt: Nicole Krüger, Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL), Tel.: 06322/98970-222

Ökolandbau schont weltweite Wasserressourcen

(20.10.2009) Der Ökolandbau schont die weltweiten Wasserressourcen. Um eine ausreichende Wasserversorgung zur Ernährung der Weltbevölkerung sicher zu stellen, ist die Nutzung ökologischer Anbaumethoden von zentraler Bedeutung. Das wurde bei der Jahrestagung des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, die am 15. Oktober in Berlin stattfand, deutlich. Mit den Methoden des Ökolandbaus kann der Humusgehalt der Böden deutlich gesteigert werden. Dadurch kann er mehr Wasser speichern, was gerade in Trockengebieten von großer Bedeutung ist. Langjährige Untersuchungen zeigen, dass Ökoflächen Regen besser aufnehmen und so zum Hochwasserschutz beitragen können. Zudem sichert der Ökolandbau eine hohe Wasserqualität, da er mit lediglich vier Prozent der im konventionellen Landbau üblichen Pflanzenschutzmittelaufwendungen auskommt und keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Die Dokumentation der Tagung "Herausforderung Wasser - Brauchen wir eine blaue Revolution?" ist unter www.boelw.de zu finden.

Welternährung im Jahr 2050

(16.10.09) Zum heutigen Welternährungstag findet in Rom der Weltgipfel für Ernährungssicherheit der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft FAO statt. Dort werden Strategien vorgestellt, wie im Jahre 2050 rund 9 Milliarden Menschen satt werden können. Hauptaussage: die landwirtschaftliche Produktion müsse um mindestens 70 Prozent steigen, damit genug Nahrungsmittel für alle produziert werden könne. Dies wird jedoch von vielen Seiten kritisch gesehen - haben wir doch derzeit bereits rund eine Milliarde hungernde Menschen bei einer 125-prozentigen Nahrungsmittelproduktion. Nach Angaben der International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM) liegen die Ursachen jedoch nicht in unzureichender Menge der Nahrungsmittel, sondern vielen Menschen in ländlichen Regionen der Entwicklungsländer fehle es insbesondere an Einkommen, Zugang zu Land/Wasser/Saatgut sowie Bildung in traditionellen landwirtschaftlichen Praktiken und lokalen Märkten.

Sichtbare Erfolge: Grundwasserschutz durch Ökolandbau

(15.10.09) Die Initiative "Grundwasserschutz durch Ökolandbau" im Rahmen der "Aktion Grundwasserschutz" der Regierung von Unterfranken trägt erste Früchte: Seit Anfang 2008 haben über 300 Landwirte an Informationsveranstaltungen teilgenommen, die Beratungs- und Kontaktnachfragen im Projektgebiet sind um 89 Prozent gestiegen, und die Anzahl der Biobetriebe hat sich um 18 Prozent erhöht. Ziel ist es, die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebe zu erhöhen und somit die Grundwasservorräte für die öffentliche Trinkwasserversorgung nachhaltig zu schützen. Die Initiative ist ein Projekt der Regierung von Unterfranken im Rahmen der "Aktion Grundwasserschutz" und wird vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bamberg, von Pro Natur und vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL Deutschland e.V.) betreut.

AgrarBündnis: Erfahrungswissen der Landwirte nutzen

(14.10.09) Die Agrarwissenschaften sind für die Herausforderungen der Zukunft schlecht aufgestellt. Ein Dialog auf Augenhöhe zwischen Wissenschaft, Landwirten und landwirtschaftlichen Verbänden finde kaum statt, sei aber unbedingt nötig, um Antworten auf drängende Fragen zu finden. Das ist das Ergebnis einer von AgrarBündnis und Evangelischer Kirche veranstalteten Tagung über das Verhältnis von Wissenschaft, Landwirten und Verbänden. So wichtig die landwirtschaftliche Grundlagenforschung sei: Die Aussagen eines auf einen einzelnen Aspekt reduzierten wissenschaftlichen Experiments habe mit den komplexen Fragestellungen eines landwirtschaftlichen Betriebs mit allen seinen ökonomischen, sozialen, kulturellen und naturgebundenen Zusammenhängen wenig gemeinsam. Daher seien viele Ergebnisse der Agrarwissenschaften zu wenig praxisrelevant. Außerdem bestehe das Dilemma, dass der Erfolg eines Wissenschaftlers nicht nur von der Praxisrelevanz seiner Ergebnisse abhänge, sondern u. a. von der Anzahl seiner Publikationen - und zwar in wissenschaftlichen Zeitschriften, die kaum ein Landwirt jemals liest. Als Konsequenz aus dieser Situation wurden Netzwerke vorgeschlagen, in denen landwirtschaftliche Verbände, Landwirte, unabhängige Forschungseinrichtungen und Hochschulen zusammenarbeiten.

Deutsche Bank: Landwirtschaft muss sich ändern

(13.10.09) Forscher der Deutschen Bank fordern eine Umorientierung in der EU-Agrarpolitik. Nicht nachhaltige Produktionsmethoden würden zu Boden-verschlechterungen, einem Verlust der Artenvielfalt, übermäßiger Wasserentnahme, Umweltverschmutzung und Treibhausgasemissionen führen, heißt es in der Studie "Lebensmittel – Eine Welt voller Spannung". Die Kernbotschaft lautet: Die Landwirtschaft muss sich ändern, um die Welt zu ernähren. Einen Schlüssel zur Lösung des Problems sieht die Autorin Claire Schaffnit-Chatterjee in einer verstärkten Einkommensunterstützung für die „traditionelle“ Landwirtschaft, die wenig chemische Betriebsmittel einsetze und typischerweise mit einer hohen Biodiversität in Verbindung gebracht werde. Darüber hinaus wird eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Politikfeldern Landwirtschaft, Umweltschutz, Innovationen, Gesundheit, Bildung und Verbraucher angemahnt. Insbeondere für Afrika wird die ökologische Landwirtschaft für einen gangbaren Weg gehalten. Diese Bewirtschaftungsform sei zwar arbeitsintensiver, rechne sich aber durch den Verzicht auf kommerziellen Stickstoff und Pflanzenschutzmittel - gerade in diesem an Arbeitskräften reichen, aber kapitalarmen Kontinent. Besondere Chancen sieht die Autorin für die Produktion hochwertiger Exportgüter. Zudem sollten Bauern Zugang zu grundlegenden Ressourcen wie Wissen und Bildung, Krediten, Märkten und Sozialleistungen erhalten. Für den Bereich Gentechnik verlangt die Deutsche-Bank-Wissenschaftlerin mehr Forschung über Potenziale und mögliche Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt.

Neue Ausgabe der Ökologie & Landbau:
Körnerleguminosen in Not

(12.10.2009) Der Anbau von Körnerleguminosen in Deutschland und anderen europäischen Ländern nimmt rapide ab. Durch ökonomischen Druck und ungelöste pflanzenbauliche Probleme ist somit eine der tragenden Säulen der Bodenfruchtbarkeit massiv bedroht. Was ist zu tun, um eine Verschlimmerung der Gesamtsituation zu vermeiden und die Bodenfruchtbarkeit sowie die Versorgung der Nutztiere mit heimischem Eiweiß zu gewährleisten? Ausgabe 4/2009 der Zeitschrift ÖKOLOGIE & LANDBAU widmet sich den dringenden Fragen und stellt Lösungsansätze für eine Wiederbelebung des Körnerleguminosen-anbaus vor.

Ökobranche spielt mit offenen Karten

(09.10.09) „Geheimsache Bio“ hieß ein Halbstunden-Beitrag, den der Norddeutsche Rundfunk am 07.10.09 in seiner Sendung „Panorama – Die Reporter“ brachte. Themen waren der Kupfereinsatz im Obstbau, die Geflügelhaltung und die Frage, ob Bio gesünder sei. Es wurden Vorwürfe von verschleierten Pestizideinsätzen und Massentierhaltung gemacht. Die Verbände Bioland und Naturland weisen dies zurück und bezeichnen den Beitrag als schlecht recherchiert. Denn gerade Ökobetriebe würden sich durch Transparenz und Verbrauchernähe auszeichnen: Informationen zur Anbaumethode sind für jeden frei verfügbar im Internet einsehbar. Auch das Magazin BioHandel kommt zu dem Ergebnis, dass längst Bekanntes künstlich aufgebauscht wurde und eine unabhängige Berichterstattung nicht das Ziel war. Die Biobranche müsse sich jedoch an derlei Beiträge gewöhnen und gegenüber den Verbrauchern die Probleme noch offener kommunizieren.

Bionade: Oetker ist neuer Mehrheitsgesellschafter

(08.10.2009) Die Egon Schindel Holding GmbH & Co. Beteiligungs KG (ESH) trennt sich von ihren 51 Prozent an der Bionade GmbH. Neuer Mehrheitsgesellschafter ist die Radeberger Gruppe (Oetker), mit der die ESH-Gruppe seit Jahrzehnten kooperiert und Geschäftsbeziehungen unterhält. Die Bionade GmbH steigerte von 2004 bis 2008 die Abfüllung von 4,7 Millionen auf 150 Millionen Flaschen pro Jahr. Mit dem neuen Partner soll nun die Internationalisierung angegangen und der nationale Markt noch besser ausgeschöpft werden. Durch die langfristig gesicherten Abfüllverträge für Bionade sieht der ESH-Geschäftsführer die Arbeitsplätze bei MineralBrunnen RhönSprudel "keinesfalls gefährdet". Die ESH-Gruppe hat ihren Sitz in Ebersburg-Weyhers in der Rhön.

"Bio für Kinder" ausgezeichnet

(07.10.2009) Im Rahmen der 9. Jahrestagung des Netzwerks Kindergesundheit und Umwelt wurde "Bio für Kinder", die Gemeinschaftsinitiative von Tollwood und dem Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München, am 25. September 2009 in Bonn mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Eine Expertenjury, die sich u. a. aus Vertretern des Deutschen Kinderhilfswerks e.V., des WHO European Center für Environment and Health (ECEH in Bonn) und des World Vision Deutschland e.V. zusammensetzte, hatte dafür 61 Projekte von Nichtregierungsorganisationen genau unter die Lupe genommen. Die Jury zeichnete die Gemeinschaftsinitiative "Bio für Kinder" für die Verbesserung der Nahrungsqualität von Kindern und Jugendlichen, für den Beitrag zur Erhaltung einer gesunden Lebensgrundlage für kommende Generationen sowie für die Ausbildung eines gesunden Ernährungs-bewusstseins aus.

Allianz für Tiere vergibt Förderpreis

(06.10.2009) Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler vergab die Allianz für Tiere in der Landwirtschaft am 4. Oktober 2009 den ersten der vier diesjährigen Pro Tier-Förderpreise. Preisträger war der Schulbauernhof Ummeln in Bielefeld. Dieser wurde vor allem für die pädagogischen Leistungen bei der Vermittlung artgerechter Nutztierhaltung ausgezeichnet. Die drei weiteren Preisträger, die im Laufe des Herbstes 2009 jeweils vor Ort bei gesonderten Preisverleihungen ausgezeichnet werden, sind die Vermarktungsinitiative "Genuss vom Pfrunger-Burgweiler Ried" (Preisverleihung am 11. Oktober in Wilhelmsdorf), der Gutshof Warstein (Preisverleihung am 15. Oktober in Warstein) und der Ökomarkt e. V. - Schule und Landwirtschaft (Preisverleihung am 01. Dezember in Hamburg). Der Förderpreis wird alle zwei Jahre von der Allianz für Tiere ausge-schrieben. Mitglieder der Allianz für Tiere in der Landwirtschaft sind der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Deutsche Tierschutzbund, die Schweisfurth-Stiftung und die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Bio in der Schweiz: Wo bleiben die Betriebe?

(05.10.09) Wenn Schweizer Biobetriebe rückumstellen, dann vor allem aus finanziellen Gründen. Das ergab eine Befragung, die von Bio Suisse und der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon durchgeführt wurde. Demnach sind seit 2005 vor allem Milchbetriebe in Bergregionen aus der Biobewirtschaftung ausgestiegen. Die am häufigsten genannten Ausstiegsgründe sind die Preise für Bioprodukte, welche den höheren Aufwand nicht decken, zu geringe Direktzahlungen, der Aufwand für die Kontrollen sowie häufige Richtlinienänderungen. Hintergrund der Untersuchung ist, dass sich die Biolandwirtschaft in der Schweiz zwar etabliert hat, zwischen 2005 und 2007 die Anzahl der Biobetriebe aber um 3,4 Prozent gesunken ist. Mit der Befragung sollten jene Umstellungsgründe eruiert werden, die mit dem landwirtschaftlichen Strukturwandel nichts zu tun haben.

Bio mit Gesicht wächst weiter

(02.10.2009) Die Bioland Markt GmbH & Co. KG ist neuer Gesellschafter bei der Bio mit Gesicht GmbH. Mit dem Gründungsmitglied Naturland Marktgesellschaft mbH tragen nun die beiden größten Vermaktungs-organisationen im Biobereich die Internetplattform www.bio-mit-gesicht.de. Die Feneberg Lebensmittel GmbH startet außerdem mit 1. Oktober die Einführung von Bio mit Gesicht in ihrem "VonHier"-Sortiment. In Zukunft soll die bio-mit-gesicht-Nummer auf jede "VonHier"-Verpackung aufgedruckt werden. Kunden können so über das Internet jeden Erzeuger- und Verarbeitungsbetrieb kennenlernen, der hinter dem jeweiligen Produkt steht. Damit werden auch die hohen Ökoverbandsstandards dokumentiert.